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sagen:graessesachsen872

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-[[capitel:graessesachsen2|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen - Band 2]] | +**[[capitel:graessesachsen2|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen - Band 2]]** 
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-====== Der kluge Mönch von Camenz (Grässe) ======+====== Der kluge Mönch von Camenz ======
  
     N. Laus. Mag. 1832. S. 446. 1838 S. 131.      N. Laus. Mag. 1832. S. 446. 1838 S. 131. 
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     Gräve S. 44. Zeit. f. d. eleg. Welt 1817. S. 358.     Gräve S. 44. Zeit. f. d. eleg. Welt 1817. S. 358.
  
-Wie sich an vielen Orten [[land:sachsen|Sachsens]], z. B. auf dem Sonnenstein, in der Ruine der Mönchskirche zu [[geo:bautzen|Budissin]] auf der [[burg:ortenburgbautzen|Ortenburg]] daselbst, in dem Schulgebäude zu [[geo:Pirna]], in der St. Johanniskirche zu [[geo:Zittau]] etc. hin und wieder ein gespenstiger [[typ:Mönch]] zeigen soll, der durch seine Erscheinung stets der Stadt ein [[typ:Unglück]] [[typ:omen|andeute]], so soll auch in [[geo:kamenz|Camenz]] zuweilen ein Franciscanermönch zu sehen sein, der sogar einmal die Buchstaben C. M. P. an das Klosterthor angeschrieben habe, die man, da bald darauf 1680 die [[typ:Pest]] erfolgte, als Camitia Misere Peribit (d. h. Kamenz wird elendiglich zu Grunde gehen) deutete.+Wie sich an vielen Orten [[land:sachsen|Sachsens]], z. B. auf dem Sonnenstein, in der Ruine der Mönchskirche zu [[geo:bautzen|Budissin]] auf der [[burg:ortenburgbautzen|Ortenburg]] daselbst, in dem Schulgebäude zu [[geo:Pirna]], in der St. Johanniskirche zu [[geo:Zittau]] etc. hin und wieder ein gespenstiger [[wesen:spukmoench|Mönch]] zeigen soll, der durch seine Erscheinung stets der Stadt ein Unglück andeute, so soll auch in [[geo:kamenz|Camenz]] zuweilen ein Franciscanermönch zu sehen sein, der sogar einmal die Buchstaben C. M. P. an das Klosterthor angeschrieben habe, die man, da bald darauf 1680 die Pest erfolgte, als Camitia Misere Peribit (d. h. Kamenz wird elendiglich zu Grunde gehen) deutete.
  
 Viele halten ihn für den Erfinder des Schießpulvers Berthold Schwarz, dessen angeblicher Grabstein in der St. Annenkirche zu Camenz eine Kanone ziert, und dessen Standbild an der Hausecke der Budissiner Gasse Nr. 91 angeblich zu sehen gewesen sein soll. Dies ist aber unmöglich, denn jene Grabstätte ist die eines Büchsenmeisters, Max Gottmann, der im Jahr 1508 hier verstarb, und jenes Standbild bezeichnet, daß der Besitzer dieses Hauses einst ein gewisser Hans Wagner († 1503) gewesen sei.  Viele halten ihn für den Erfinder des Schießpulvers Berthold Schwarz, dessen angeblicher Grabstein in der St. Annenkirche zu Camenz eine Kanone ziert, und dessen Standbild an der Hausecke der Budissiner Gasse Nr. 91 angeblich zu sehen gewesen sein soll. Dies ist aber unmöglich, denn jene Grabstätte ist die eines Büchsenmeisters, Max Gottmann, der im Jahr 1508 hier verstarb, und jenes Standbild bezeichnet, daß der Besitzer dieses Hauses einst ein gewisser Hans Wagner († 1503) gewesen sei. 
  
-Daher muß jener Mönch wohl der unruhige Geist eines der letzten Mönche des aufgehobenen Franciscanerklosters zu Camenz, Matthäus Rudolph sein, der, nachdem er zu Leipzig und Paris besonders [[typ:zauberei|Magie]] und Alchimie studirt, von seiner engen Zelle aus im Kloster St. Anna in Camenz, wo er von weit und breit Besuche von Armen und Reichen empfing, durch Formeln und Wundersprüche, aber auch mit Wurzeln, Steinen, [[typ:kräuter|Kräutern]] und Pflastern heilte. Man suchte ihn jedoch nur in der Noth auf, denn es ging von ihm das Gerücht, er habe sich dem [[typ:Teufel]] verschrieben, und dieser leiste ihm bei allen Heilungen getreuen Beistand. +Daher muß jener Mönch wohl der unruhige Geist eines der letzten Mönche des aufgehobenen Franciscanerklosters zu Camenz, Matthäus Rudolph sein, der, nachdem er zu Leipzig und Paris besonders Magie und Alchimie studirt, von seiner engen Zelle aus im Kloster St. Anna in Camenz, wo er von weit und breit Besuche von Armen und Reichen empfing, durch Formeln und Wundersprüche, aber auch mit Wurzeln, Steinen, Kräutern und Pflastern heilte. Man suchte ihn jedoch nur in der Noth auf, denn es ging von ihm das Gerücht, er habe sich dem [[wesen:Teufel]] verschrieben, und dieser leiste ihm bei allen Heilungen getreuen Beistand. 
  
-Am Sonnabend vor Lätare((Laetare (lateinisch laetare „freue dich“) oder Lätare, auch Freudensonntag, Rosensonntag (lat. Dominica de rosa), Brotsonntag, Totensonntag, Todsonntag oder Schwarzer Sonntag genannt, ist der nach dem Anfangswort des Introitus („Laetare Ierusalem …“: ‚Freu dich, Jerusalem …‘) in der römisch-katholischen und evangelisch-lutherischen Liturgie benannte vierte Fasten- oder Passionssonntag im Frühjahr (März oder Anfang April).)) 1562 kehrte er aus Böhmen von einem Krankenbesuche zurück, da erhob sich auf einmal bei ganz heiterem Himmel ein furchtbares [[typ:Gewitter]], und in diesem kam der Mönch mitten auf der Straße um: angeblich hatte ihn der Teufel geholt. Den Tag nach seinem Tode kamen aus [[geo:kamenz|Camenz]] seine drei noch übrigen Ordensbrüder und holten seine Leiche in aller Stille auf einem Düngerwagen ab. +Am Sonnabend vor Lätare((Anmerkung Sagenwiki: Laetare (lateinisch laetare „freue dich“) oder Lätare, auch Freudensonntag, Rosensonntag (lat. Dominica de rosa), Brotsonntag, Totensonntag, Todsonntag oder Schwarzer Sonntag genannt, ist der nach dem Anfangswort des Introitus („Laetare Ierusalem …“: ‚Freu dich, Jerusalem …‘) in der römisch-katholischen und evangelisch-lutherischen Liturgie benannte vierte Fasten- oder Passionssonntag im Frühjahr (März oder Anfang April).)) 1562 kehrte er aus Böhmen von einem Krankenbesuche zurück, da erhob sich auf einmal bei ganz heiterem Himmel ein furchtbares Gewitter, und in diesem kam der Mönch mitten auf der Straße um: angeblich hatte ihn der Teufel geholt. Den Tag nach seinem Tode kamen aus Camenz seine drei noch übrigen Ordensbrüder und holten seine Leiche in aller Stille auf einem Düngerwagen ab. 
  
-Erst nach seinem Tode wagte man ihm den Prozeß als [[typ:Zauberer]] zu machen, seine [[typ:Magd]] und ihr Sohn, die auf der [[typ:Folter]] bekannt hatten, daß sie ihm beim Zaubern geholfen hätten, wurden 1564 [[typ:hinrichtung|hingerichtet]]+Erst nach seinem Tode wagte man ihm den Prozeß als [[wesen:Zauberer]] zu machen, seine Magd und ihr Sohn, die auf der Folter bekannt hatten, daß sie ihm beim Zaubern geholfen hätten, wurden 1564 hingerichtet. 
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 284; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_II_284.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 284//
  
 Siehe auch: [[set:kamenzermoench|Der Kamenzer Mönch]] Siehe auch: [[set:kamenzermoench|Der Kamenzer Mönch]]
  
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-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 oberlausitz kamenz mönch 1680 pest omen zauberer zauberei kräuter gewitter teufel folter hinrichtung ortenburgbautzen bautzen 1562}}+{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 v2a}}
  
  
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