sagen:graessesachsen870
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| - | Der Protschenberg, | + | Der Protschenberg, |
| - | Ein stark geneigter, von Gras nur spärlich bewachsener, | + | Ein stark geneigter, von Gras nur spärlich bewachsener, |
| Personen, die im Werfen geübt sind, vermögen Eier bis in den Fluß zu werfen. Ist dies geschehen, so waten abgehärtete Buben baarfuß in das kalte Wasser und ringen unter dem Beifallsrufe der Menge um das farbige Osterei. Gegen drei Uhr lichten sich die Reihen und in den späteren Nachmittagsstunden verlassen die letzten Kinder mit ihren errungenen Schätzen den Festplatz. | Personen, die im Werfen geübt sind, vermögen Eier bis in den Fluß zu werfen. Ist dies geschehen, so waten abgehärtete Buben baarfuß in das kalte Wasser und ringen unter dem Beifallsrufe der Menge um das farbige Osterei. Gegen drei Uhr lichten sich die Reihen und in den späteren Nachmittagsstunden verlassen die letzten Kinder mit ihren errungenen Schätzen den Festplatz. | ||
| - | Ueber die Bedeutung und Veranlassung dieses seltsamen Festes herrschen verschiedene Meinungen, aber eine sichere Kunde darüber giebt es nicht. Im Allgemeinen hält man dieses Fest für eine Erinnerungsfeier an jene Zeit, in welcher es dem Christenthume gelang, die heidnischen Götzen von der Höhe des Felsens in die Fluthen des Spreeflusses zu werfen((Dies ist irrig und es ist im Gegentheil ein aus dem Heidenthum entlehnter Gebrauch, der die Sage vom Weltei versinnlichen soll. S. Hasche, Mag. Bd. III. S. 297. 471. Hanusch, Slav. Mythol, S. 197. Nork, Myth. Wtbch. Bd. I. S. 505 fg. Friedreich, Symbolik d. Natur. S. 687 fg.)). Daß der Protschenberg früher ein heiliger, sogar befestigter Ort((S. Haupt, Laus. Sag. Bd. II. Nr. 95.)) der heidnischen Bevölkerung der Gegend gewesen ist, haben verschiedene Nachgrabungen und die dabei gemachten Funde mit ziemlicher Gewißheit ergeben, allein von einem Eierfeste zum Andenken an den Sieg des Kreuzes über die [[typ: | + | Ueber die Bedeutung und Veranlassung dieses seltsamen Festes herrschen verschiedene Meinungen, aber eine sichere Kunde darüber giebt es nicht. Im Allgemeinen hält man dieses Fest für eine Erinnerungsfeier an jene Zeit, in welcher es dem Christenthume gelang, die heidnischen Götzen von der Höhe des Felsens in die Fluthen des Spreeflusses zu werfen((Dies ist irrig und es ist im Gegentheil ein aus dem Heidenthum entlehnter Gebrauch, der die Sage vom Weltei versinnlichen soll. S. Hasche, Mag. Bd. III. S. 297. 471. Hanusch, Slav. Mythol, S. 197. Nork, Myth. Wtbch. Bd. I. S. 505 fg. Friedreich, Symbolik d. Natur. S. 687 fg.)). Daß der Protschenberg früher ein heiliger, sogar befestigter Ort((S. Haupt, Laus. Sag. Bd. II. Nr. 95.)) der heidnischen Bevölkerung der Gegend gewesen ist, haben verschiedene Nachgrabungen und die dabei gemachten Funde mit ziemlicher Gewißheit ergeben, allein von einem Eierfeste zum Andenken an den Sieg des Kreuzes über die [[ding: |
| Man bringt dieses Fest auch mit der [[zeit: | Man bringt dieses Fest auch mit der [[zeit: | ||
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| Jedenfalls ist das Eierfest auf dem Protschenberge als ein erster allgemeiner Ausflug sogleich nach dem Beginn des Frühlings nicht ohne Poesie, mag auch seine Entstehung und Veranlassung in tiefes Dunkel gehüllt sein. Mit welcher Zähigkeit man übrigens an diesem Eierfeste auf dem Protschenberge hält, beweist der Umstand, daß wiederholt Versuche angestellt worden sind, den Schauplatz des Festes nach dem zum Spiele für die Kinder weit mehr geeigneten Schießplatze zu verlegen, aber stets vergeblich. | Jedenfalls ist das Eierfest auf dem Protschenberge als ein erster allgemeiner Ausflug sogleich nach dem Beginn des Frühlings nicht ohne Poesie, mag auch seine Entstehung und Veranlassung in tiefes Dunkel gehüllt sein. Mit welcher Zähigkeit man übrigens an diesem Eierfeste auf dem Protschenberge hält, beweist der Umstand, daß wiederholt Versuche angestellt worden sind, den Schauplatz des Festes nach dem zum Spiele für die Kinder weit mehr geeigneten Schießplatze zu verlegen, aber stets vergeblich. | ||
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