sagen:graessesachsen849
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| + | ====== Zwergsagen in der Gegend um Zittau ====== | ||
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| + | Lausitz. Mag. 1823. S. 63. sq. 1839. S. 215. 1838. S. 90. 379. | ||
| + | Liebusch, Chronik von Senftenberg 1827. S. 14. 27. sq. | ||
| + | Lausitz. Monatschr. 1797. S. 75. sq. | ||
| + | Pescheck in Büschings Wöchentl. Nachr. Bd. I. S. 72. sq. 97. sq. 291. 294. | ||
| + | Haupt. u. Schmaler, Wendische Volkslieder Bd. II. S. 265. | ||
| + | Görlitzer Wegweiser 1833. S. 804 sq. | ||
| + | Dietmanns Staats- und Reisegeographie Bd. I. S. 923. | ||
| + | Knauth in d. Dresdner Gel. Anz. 1750. XI. S. 294. | ||
| + | Preusker Bd. I. S. 50 sq. 156. | ||
| + | Bariscia, Bd. IV. S. 82. | ||
| + | Winter in d. Const. Z. 1854. Nr. 179. | ||
| + | Anton, Progr. de Querxis. Gorl. 1846. in-4. | ||
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| + | Das fabelhafte Volk der [[wesen: | ||
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| + | Am Meisten trieben sie sonst ihr Wesen mit den Bewohnern der um den Breitenberg gelegenen Dörfer, wer Muth hatte, konnte ihr Thun und Treiben näher beobachten und es täglich sehen, wie einer nach dem andern zum sogenannten Querxloche aus- und einging. Ebenso quollen beständig neue Zwerge aus dem Querxborne heraus. | ||
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| + | Den benachbarten Dorfbewohnern wurden sie besonders dadurch lästig, daß sie sie öfters, wiewohl unsichtbar, beschmaußten und ihnen Brod und andere Speisen aus den Häusern nahmen. Zum Glück wußte man endlich eine Vorkehrung gegen diese Broddiebe ausfindig zu machen; die war nämlich der Kümmel, denn ein Brod, worin einige Kümmelkörner mitgebacken worden waren, rühren die Querxe nie an; es hatte dann einen Geschmack, der ihnen zuwider war. | ||
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| + | Bisweilen sollen sie den Leuten aber auch Geschenke gemacht haben. Einst hörten sie von Ungefähr, daß ein Bauer aus [[geo: | ||
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| + | Dies hörte ein anderer Bertsdorfer Einwohner, der ebenfalls auf dem Felde an des Berges Fuße arbeitete, und halb im Spaße, halb im Ernste rief er den Querxen zu, auch ihm eine Nebelkappe mitzubringen. Die Querxe ließen sich bereitwillig finden, brachten ihm wirklich eine mit, und erlaubten ihm ebenfalls mit zu jener Hochzeit zu gehen, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, bei Tische ja von den Ueberbleibseln nichts mit sich zu nehmen, wenn er sich nicht ihren Zorn zuziehen wolle. Uebrigens ließen sie ihm in Rücksicht des Essens und Trinkens völlige Freiheit. Der Bauer ging mit und ließ sich völlig unsichtbar Alles wohlschmecken. | ||
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| + | Als der Schweinebraten an die Reihe kam, konnte er aber doch der Lust nicht widerstehen, | ||
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| + | Uebrigens waren die Querxe nicht immer so begehrlich und gewinnsüchtig, | ||
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| + | Sie waren auch wohl höflich und brachten der Wöchnerin etwas von ihren Eßwaaren, z. B. einen Zwieback, zum Geschenk in’s Bette. Einst hörte eine Wöchnerin, die noch das Bett hütete, und eben allein in der Stube war, plötzlich ein ungewohntes Geräusch in ihrem Zimmer, sie blickte nach der Gegend, von wo es herzukommen schien, und sieht zu ihrem nicht geringen Erstaunen, daß in der Nähe des Ofens unten an der Wand plötzlich eine, nur unbedeutend große Oeffnung sichtbar wird, und daraus ein kleines graues Männchen oder Querxlein hervorkommt, | ||
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| + | Die Wöchnerin ertheilt die erbetene Erlaubniß und das Männchen empfiehlt sich mit vielen Begrüßungen wieder. Bald darauf hört die Wöchnerin durch jene Oeffnung ein neues noch größeres Geräusch, und das kleine graue Männchen erscheint wieder an der Spitze von einer Menge ebenso kleinen Hausgesindes, | ||
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| + | Die Gesellschaft nimmt Platz an den Tischen und hält ein lebhaftes vergnügtes Mahl unter der angenehmsten Tischmusik. Nach aufgehobener Tafel ertönt eine muntere Tanzmusik, und schon fangen die kleinen Leutchen an sich bunt durch einander zu drehen und zu schwenken, als plötzlich ein neues Querxlein in’s Zimmer gestürzt kommt, die Hände über dem Kopfe zusammenschlägt und voller Betrübniß ausruft: „O große Noth, o große Noth! Die alte Mutter Pump ist todt!“ Wie ein Donnerschlag tönt dies den kleinen Gästen in die Ohren, so schnell als möglich nimmt jeder die Flucht. Alles was von Sachen da war, wird eiligst hinweggeschafft, | ||
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| + | Die ganze Stube war nun wieder leer und einsam, nur jenes kleine Wesen, das allem Anschein nach die Stelle eines Geprängmeisters bekleidete, war noch zu sehen; es kam auf die Wöchnerin zu, erzählte ihr, daß der plötzliche Tod der Ahnfrau ihres Stammes sie in Schreck und große Betrübniß versetzt habe, und daß sie nun sehr unglücklich werden könnten; es bedankte sich übrigens höflich für die ertheilte Erlaubniß des Zutritts in die Wochenstube, | ||
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| + | Der Wöchnerin war es, als ob sie aus einem Traume erwache, und sie würde auch Alles für einen Traum gehalten haben, wenn nicht die drei Geschenke ihr so in die Augen geglänzt hätten. Sie rief nun ihre ganze Sippschaft zusammen, und man berathschlagte, | ||
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| + | Siehe, da war einst die Besitzerin dieses Ringes so unvorsichtig, | ||
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| + | Aehnliche Geschichten werden übrigens von verschiedenen Adelsgeschlechtern erzählt (s. Grimm, deutsche Sagen Nr. 35. 41. u. oben Nr. 395), nur mit dem Unterschiede, | ||
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| + | Zu dem Besitzer der am Berge bei Dittersbach auf dem Eigen in der [[region: | ||
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| + | Uebrigens heißt es in einer alten Chronik des Eigenschen Kreises also: „Die Einwohner melden, daß von der Zeit, ehe die große Glocke (nämlich zu Dittersbach) ist gegossen worden, so geschehen 1514, im Dietrichsberge Zwerge gewohnt haben. Sie sind oft in’s Dorf gekommen und haben sich in die Häuser und Stuben verfüget, also daß die Leute ihrer gar gewohnt gewesen, nachdem aber die Glocke gegossen und geläutet worden, hat sie der harte Schall des Erzes, welchen sie nicht erdulden können, vertrieben, daß man derselben keines mehr gespüret hat.“ | ||
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| + | Die, welche auf oder in dem breiten Berge hausten, preßten aus dem nahen Dorfe Haynewalde einen Bauer mit ein Paar Wagen und ließen sich fortfahren (nach Böhmen). Die beiden Wagen wurden gepfropft voll, denn die ganzen Querxe hingen sich darauf und daran, so daß an jeder Latte und jeder Speiche ein Querxlein hing. Den Bauer, der diese Fuhre übernahm, belohnten sie sehr reichlich, so daß er dadurch zu einem reichen Manne wurde, und alle seine Nachkommen sich dieses Glückes noch erfreuen konnten. Die Querxe sagten beim Abschiede, dann würden sie wiederkommen, | ||
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| + | Uebrigens soll sich alle fünf Jahre um 11 Uhr in der Nacht von Johannis Enthauptung auf jenem Berge eine Art Leichenzug sehen lassen. Ist nämlich der Mitternachtsstunde letzter Ton verhallt, so entsteigt dem daselbst befindlichen sogenannten Querxloche eine Menge in tiefste Trauer gehüllter Zwerge. Lange Flöre entwallen ihren kleinen runden Hütchen, acht Mann, welche gedämpften Posaunen Klagetöne entlocken, schreiten voran, ihnen folgt ein langer Zug, in dessen Mitte unter Vortritt eines Vornehmern als die andern sechzehn Zwerge, die das Sargtuch tragen, und denen eben so viel zur Seite stehen, ein offener Sarg folgt, in welchem ein ebenfalls so kleines todtes Männchen mit Silberhaaren und Bart, eine Krone auf dem Haupte und einen Scepter in der rechten Hand, liegt. Mit Blumen aus arabischem Golde und wundervollen köstlichen Edelsteinen ist der Sarg geschmückt. Nachdem sie dreimal in die Runde gezogen sind, wird der Sarg, nachdem er geschlossen, | ||
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