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sagen:graessesachsen816

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-====== Schön-Gretchen hinter dem Berge (Grässe) ======+====== Schön-Gretchen hinter dem Berge ======
  
     Sachsenz. 1830, Nr. 338 sq.,      Sachsenz. 1830, Nr. 338 sq., 
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 Wie er sich in vieler Hinsicht um Zittau ein unsterbliches Verdienst erwarb, so hat er sich auch bei Vielen verhaßt und verächtlich gemacht durch seinen stolzen, unbegrenzten Herrschersinn, und daß dieser sogar bis zur rücksichtslosen Grausamkeit gesteigert werden konnte, dazu wird unsere Erzählung einen Beleg liefern. Denn schnell und eigenmächtig verurtheilte er die unglückliche Margarethe zu einem Tode, der mit dem gräßlichsten Schrecken umlagert ist, und seit einem halben Jahrhundert im ganzen übrigen Deutschland selbst über den größten Verbrecher nicht mehr verhängt wurde.  Wie er sich in vieler Hinsicht um Zittau ein unsterbliches Verdienst erwarb, so hat er sich auch bei Vielen verhaßt und verächtlich gemacht durch seinen stolzen, unbegrenzten Herrschersinn, und daß dieser sogar bis zur rücksichtslosen Grausamkeit gesteigert werden konnte, dazu wird unsere Erzählung einen Beleg liefern. Denn schnell und eigenmächtig verurtheilte er die unglückliche Margarethe zu einem Tode, der mit dem gräßlichsten Schrecken umlagert ist, und seit einem halben Jahrhundert im ganzen übrigen Deutschland selbst über den größten Verbrecher nicht mehr verhängt wurde. 
  
-Ohne den Trost der Religion auf dem schweren Wege aus Priesters Munde zu empfangen, wurde sie am 1. August 1573 unweit der Begräbnißkirche zu Unserer lieben Frauen lebendig begraben und ihr, um eine Grausamkeit mit einer noch größern zu überbieten, ein Pfahl durch’s Herz geschlagen ((Nach May, Leben Dornspach’s S. 25 wäre das Bild eines Landmädchens an der Kirchhofsmauer zu Zittau zum Andenken an sie dort angebracht. Siehe aber [[sagen:sage_von_den_steinringen_in_zittau|Sage von den Steinringen in Zittau]])). +Ohne den Trost der Religion auf dem schweren Wege aus Priesters Munde zu empfangen, wurde sie am 1. August 1573 unweit der Begräbnißkirche zu Unserer lieben Frauen lebendig begraben und ihr, um eine Grausamkeit mit einer noch größern zu überbieten, ein Pfahl durch’s Herz geschlagen ((Nach May, Leben Dornspach’s S. 25 wäre das Bild eines Landmädchens an der Kirchhofsmauer zu Zittau zum Andenken an sie dort angebracht. Siehe aber [[sagen:graessesachsen818|Sage von den Steinringen in Zittau]])). 
  
 Ihre Mutter wurde, weil sie ihr Kind nicht verrathen hatte, ein Vierteljahr später vom Zittau’schen Gebiete verwiesen, jener Ungetreue aber, der all’ dies bittere Weh herbeigeführt hatte, lebte noch 19 Jahre, und zwar in einer kinderlosen Ehe, von Gewissensbissen und Reue gepeinigt. Auch zu dem Tode seines ältesten Bruders Augustin von Kohlo hatte er mittelbar Veranlassung gegeben. Dieser wohnte nämlich 1579 einem fröhlichen Gelage zu Mostrichen bei Seidenberg bei, wurde hier in einen Streit wegen seines Bruders Verrath an der Geliebten verwickelt, deshalb einen Zweikampf annehmen und fiel in diesem.  Ihre Mutter wurde, weil sie ihr Kind nicht verrathen hatte, ein Vierteljahr später vom Zittau’schen Gebiete verwiesen, jener Ungetreue aber, der all’ dies bittere Weh herbeigeführt hatte, lebte noch 19 Jahre, und zwar in einer kinderlosen Ehe, von Gewissensbissen und Reue gepeinigt. Auch zu dem Tode seines ältesten Bruders Augustin von Kohlo hatte er mittelbar Veranlassung gegeben. Dieser wohnte nämlich 1579 einem fröhlichen Gelage zu Mostrichen bei Seidenberg bei, wurde hier in einen Streit wegen seines Bruders Verrath an der Geliebten verwickelt, deshalb einen Zweikampf annehmen und fiel in diesem. 
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 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. S. 209, Zweite verbesserte und vermehrte Auflage, 1874// //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. S. 209, Zweite verbesserte und vermehrte Auflage, 1874//
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