sagen:graessesachsen801
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| - | ====== Das Banngehölz zu Diehsa | + | ====== Das Banngehölz zu Diehsa ====== |
| Hr. Oberl. Scholz. Klar a. a. O. S. 61. sq. | Hr. Oberl. Scholz. Klar a. a. O. S. 61. sq. | ||
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| Westlich von dem Dorfe [[geo: | Westlich von dem Dorfe [[geo: | ||
| - | Man erzählt sich hierüber Folgendes. Es soll einst in der Nähe dieses Dorfes ein reicher Edelmann ein Schloß bewohnt haben, der durch seine wilde und unleidliche Gemüthsart sich in der ganzen Umgegend verhaßt gemacht hatte. Derselbe hatte eine Gemahlin, die aber eben so sanft und gut war, als er finster und hart. Indeß lebten Beide anfänglich doch ziemlich gut mit einander, bis die [[typ:Liebe]], welche der Ritter zu seiner Gattin trug, sich nach und nach in immer größere Abneigung verwandelte, | + | Man erzählt sich hierüber Folgendes. Es soll einst in der Nähe dieses Dorfes ein reicher Edelmann ein Schloß bewohnt haben, der durch seine wilde und unleidliche Gemüthsart sich in der ganzen Umgegend verhaßt gemacht hatte. Derselbe hatte eine Gemahlin, die aber eben so sanft und gut war, als er finster und hart. Indeß lebten Beide anfänglich doch ziemlich gut mit einander, bis die Liebe, welche der Ritter zu seiner Gattin trug, sich nach und nach in immer größere Abneigung verwandelte, |
| - | So entfremdete er täglich mehr seinem Hause, er trieb sich in der Umgegend herum, und wenn er ja einmal zurückkehrte, | + | So entfremdete er täglich mehr seinem Hause, er trieb sich in der Umgegend herum, und wenn er ja einmal zurückkehrte, |
| - | Voll banger Sehnsucht hatte letztere auf seine Rückkehr gelauert, sie eilte ihm mit offenen Armen entgegen, er aber stieß sie mit starker Hand von sich, sie brach rücklings zusammen, verwundete tödtlich ihr Haupt am eisernen Thorflügel und nach wenigen Stunden war sie nicht mehr. Eine lange Reihe von Jahren schwand dahin, allein der Stachel des bösen Gewissens blieb tief in des Mörders Brust, weder Seelenmessen, | + | Voll banger Sehnsucht hatte letztere auf seine Rückkehr gelauert, sie eilte ihm mit offenen Armen entgegen, er aber stieß sie mit starker Hand von sich, sie brach rücklings zusammen, verwundete tödtlich ihr Haupt am eisernen Thorflügel und nach wenigen Stunden war sie nicht mehr. Eine lange Reihe von Jahren schwand dahin, allein der Stachel des bösen Gewissens blieb tief in des Mörders Brust, weder Seelenmessen, |
| - | Allein auch jetzt fand er noch keine [[typ: | + | Allein auch jetzt fand er noch keine Ruhe, zur Abendzeit sah man murmelnd einen Geist am Schlosse und am Gitterthore umherirren, der erst um die Mitternachtsstunde unter dumpfem Gewimmer in der Todtengruft verschwand. Einem frommen Priester in der Gegend, der schon manchen Zauber gelöst hatte, gelang es, den Unglücklichen in das obenerwähnte Gebüsch zu bannen, |
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sagen/graessesachsen801.1681500754.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
