sagen:graessesachsen764
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| + | ====== Die Sage vom Rabensteine in Budissin ====== | ||
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| + | Oberl. Scholze bei K. Klar, die helle Sagenzelle. Löbau o. J. in 18. S. 3. sq. | ||
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| + | Noch vor wenig Jahren sah man vor dem Hauptthore der Stadt [[geo: | ||
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| + | Einst soll ein Bürgermeister von Budissin eine wunderschöne Tochter gehabt haben, um deren Hand die reichsten und schönsten Jünglinge der Stadt und Umgegend vergebens warben. Vorzüglich bemühte sich ein reicher Kaufmannssohn, | ||
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| + | Nicht lange dauerte es, so ward die Hochzeit der beiden Liebenden gefeiert, nur ein Mensch schwur ihnen Rache, und dies war der zurückgewiesene Freier. Derselbe verheirathete sich bald darauf selbst und schien allen Gedanken an seine frühere Geliebte entsagt zu haben. Da begab es sich einst, daß der Gemahl der schönen Bürgermeisterstochter zum Kaiser entboten ward und sie mit ihrem Knäblein, das sie demselben kurz zuvor geboren, allein zu Hause war, da sie ihre Dienerin zu einer Vergnügung entlassen hatte. Diese Gelegenheit benutzte jener tückische Bösewicht, schlich sich in’s Haus, und während Mutter und Kind im süßen Schlafe lagen, ermordete er gefühllos das unschuldige Wesen. Als nun aber das unglückliche Weib erwachte und ihr Kind im Blute sah, da vergingen ihr die Sinne, und als sie wieder zu sich kam, fand sie sich im Kerker wieder. Sie hatte in der Fieberhitze sich als Mörderin ihres Säuglings angeklagt, und unbarmherzige Richter verurtheilten sie schonungslos zum Tode, denn da ihre Eltern gestorben und ihr Gatte weit entfernt war, hatte sie Niemanden, der sich ihrer angenommen hätte. Als die Unglückliche den ungerechten Spruch vernahm, rief sie: „ich bin unschuldig, ein Wunder wird die Wahrheit meiner Worte bestätigen.“ Doch nichts half ihr ihr Betheuern, sie ward auf den Rabenstein geschleift, und in demselben Augenblicke, | ||
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| + | Ihren Verderber aber ließ es keine Ruhe, er klagte sich selbst an und konnte den Augenblick, wo sein schuldbeladenes Haupt sein doppeltes Verbrechen sühnen sollte, kaum erwarten. Das finstere Gewölbe des Rabensteins umschloß auch seinen Leichnam, doch seine Seele hatte keine Ruhe. Sobald die Dämmerung ihre finstern Schatten ausbreitete, | ||
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