sagen:graessesachsen649
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| + | ====== Der Mühlgötz zu Plauen ====== | ||
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| + | Bearbeitet von Julius Schanz. | ||
| + | Metrisch behandelt von E. Hager, H. I. S. 57. S. a. | ||
| + | Bechstein’s Sagenbuch a. a. O. S. 476. | ||
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| + | In der obern Mühle zu [[geo: | ||
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| + | Ein lustiger Müllerbursche, | ||
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| + | Bald blieb er vor einem braunen hölzernen Bilde stehen, das ihn mit weit herausgesteckter Zunge angrinste. „Zum Teufel, was ist denn das für ein Ding?“ fragte er den Müllerburschen, | ||
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| + | Um Mitternacht als sie Alle schliefen, erhob er sich leise von dem Lager, schlich sich in die Mühle und sprach zu dem Götzen: „Herunter mit Dir, Bursche, mache keinen Lärm, daß die Müllermädel nicht erschrecken. Ich will Dich taufen, blinder Heide, im Namen Gottes.“ Mit diesen Worten warf er ihn in den Mühlgraben. Da auf einmal erhob sich ein pfeifender Sturmwind, daß das ganze Haus erbebte und die Fluth hoch aufschäumte und die Räder sich wie toll im Kreise herumdrehten. | ||
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| + | Todtenbleich vor Schreck lief der Mühlbursche schnell zurück in die Mühle, aber da gingen ihm erst die Augen über. Was nur in der Mühle war, Kübel, Säcke, Kästen, Beutel, ja selbst Müller und Knappe tanzten wie toll in der Mühle herum, darein erscholl der grelle Ton des Glöckchens. Alles krachte und donnerte, als wäre der jüngste Tag gekommen. | ||
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| + | Noch hatte der vorwitzige Bursche sich nicht vom ersten Schreck erholt, da kam ein Kübel geflogen, gerade auf ihn los, der ihm den Kopf zu zerschmettern drohte, und wie mit unsichtbarer Hand zog es ihn zum Mühlgraben hin, wo hinein er das Götzenbild geworfen hatte. Er nahm es auf den Arm und trug es alsbald auf den Platz zurück. Da standen die Räder wieder still, Säcke, Kübel und Beutel, Alles blieb an seinem Orte. In der Mühle ward es wieder still wie in der Kirche. Der Müller aber prügelte den leichtfertigen Burschen zur Thüre hinaus, und es ist bis heute kein Anderer wiedergekommen, | ||
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