sagen:graessesachsen632
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| + | ====== Der Stierschlag August’s des Starken bei Reichenbach ====== | ||
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| + | Nach mündlicher Ueberlieferung bearbeitet von Julius Schanz | ||
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| + | Als der sächsische Herkules, [[vip: | ||
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| + | Als er einst gen [[geo: | ||
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| + | Flugs setzte er sich auf seinen Schimmel, wickelte sich, um unerkannt zu bleiben, in einen dicken grauen Oberrock und trabte spornstreichs dem Wittwensitze der trauernden Schönheit zu, um ihr incognito einen Besuch abzustatten. Da er schon von fern die Thürme des Schlosses blinken sah, ritt er auf Rainen und Feldwegen geraden Weges fürbaß. | ||
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| + | Rechts und links weideten stattliche Heerden voigtländischen Rindviehs, dessen Vetterschaft dem einsamen Reiter schon manche saftige Keule hatte abgeben müssen. Ein kräftiger, rebellischer Stier mochte einen seiner Verderber wittern, und der Futterneid gegen das wohlgenährte Leibroß des Königs, das mit lüsternen Augen die saftigen Kräuter der Aue zu betrachten schien, erweckte plötzlich kriegslustige Wallungen in seinem Ochsenhirn: mit rollendem Auge rannte er auf den Reiter zu. Der König zog sein Schwert und spaltete ihm mit einem gewaltigen Streiche das Haupt vom Rumpfe, der blutend niederstürzte. | ||
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| + | Dem Rinderhirten verging Hören und Sehen ob dieser That. Endlich lief er wie vom Wahnsinn gehetzt nach dem Dorfe und bot alle streitbare Mannschaft zur Blutrache auf. Noch ehe August das Dorf erreichte, stellte sich ihm eine Flegel- und Gabelbewaffnete Schaar mit drohender Geberde und zorniger Rede in den Weg: ungestüm forderten sie Ersatz und schwangen wild ihre Wehren. | ||
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| + | Der König ersah in dieser Bedrängniß keine Hilfe. Er riß seinen Rock auf und rief: „Ich bin der König!“ – und alle Flegel sanken in den Staub. | ||
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| + | Ob der Held noch zu der schönen Wittwe gekommen, hat die Sage leider nicht aufbewahrt. | ||
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