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sagen:graessesachsen616

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-====== Der Katzenveit im Kohlberge bei Zwickau ======+> Sage des Monats September 2021
  
-Ein gründlicher Bericht vom Schnackischen Katzen-Veite((J. Grimm in s. deutschen Mythol. S. 448 weiß vom Katzenveit nur, daß er als [[typ:Waldgeist]] auf dem Fichtelberg haust, und man die Kinder mit ihm schreckt, obiges Buch, dessen Verfasser der bekannte J. Prätorius war, kennt er nicht.)), Als einem wercklichen und würcklichen Abentheure beym Kohlberge im Voigtlande etc. An den Tag gegeben Von Steffen Läusepeltzen, aus Ritt mier ins Dorff o. O. u. J. (1651) 8.+====== Der Katzenveit im Kohlberge bei Zwickau ======
  
-Um den Kohlberg bei [[geo:Zwickau]] soll sich ein [[typ:Gespenst]] sehen lassenwelches seiner lustigen Streiche wegen viele Aehnlichkeit mit dem [[vip:Rübezahl]] hat und der Katzenveit heißtJener drei Meilen von [[geo:Zwickau]] gelegene Berg hat seinen Namen von den Steinkohlendie er enthält und soll seit dem Jahre 1479wo einmal ein Jäger einen Fuchs gehetzt und nachdem er solchen verfolgtsein Gewehr von Ohngefähr in eine Grube losgebrannt, innerlich brennen+Ein gründlicher Bericht vom Schnackischen Katzen-Veite((J. Grimm in s. deutschen Mythol. S. 448 weiß vom Katzenveit nur, daß er als [[wesen:Waldgeist]] auf dem Fichtelberg haustund man die Kinder mit ihm schreckt, obiges Buch, dessen Verfasser der bekannte JPrätorius warkennt er nicht.))Als einem wercklichen und würcklichen Abentheure beym Kohlberge im Voigtlande etc. An den Tag gegeben Von Steffen Läusepeltzenaus Ritt mier ins Dorff o. O. u. J. (1651) 8.
  
-Wer jener Katzenveit ursprünglich gewesen, darüber hat nun der Verfasser jenes obengedachten Buches vielerlei Vermuthungen aufgestellt, unter Anderem sagt er, er sei einst ein sehr ungetreuer Schösser oder Statthalter der Hessen, also ein Catten-Voigt gewesen, habe aber so viele Gelder und Einnahmen unterschlagen, daß er nach seinem Tode nicht habe ruhen können, sondern immer spukend umgegangen sei, bis er von einem [[typ:zauberer|Hexenmeister]] und [[typ:teufelsbanner|Teufelbanner]] in diese Wildniß verbannt worden: weil er sich nun nicht unter diesem Berge wolle bergen lassen, sondern sich über die schwere Last beschwere, so bewege er den Berg und speie aus Bosheit und [[typ:Gift]] Feuer von unten in die Höhe. Am Meisten läßt er sich zur Zeit des St. Veitstages spüren, wo die Sonne in das Zeichen des Krebses tritt. Von ihm werden nun verschiedene lustige Streiche erzählt.+Um den Kohlberg bei [[geo:Zwickau]] soll sich ein Gespenst sehen lassen, welches seiner lustigen Streiche wegen viele Aehnlichkeit mit dem [[wesen:Rübezahl]] hat und der Katzenveit heißt. Jener drei Meilen von Zwickau gelegene Berg hat seinen Namen von den Steinkohlen, die er enthält und soll seit dem Jahre 1479, wo einmal ein Jäger einen Fuchs gehetzt und nachdem er solchen verfolgt, sein Gewehr von Ohngefähr in eine Grube losgebrannt, innerlich brennen
  
-So zog einst in einem voigtländischen Städtchen ein fremder Hausirer mit [[typ:brille|Brillen]] und einer Menge Kurzwaaren herum und betrog die Leute durch seine geschickte Redegabe um ihr [[typ:Geld]] und hing ihnen dafür seinen unnützen Kram auf. Das verdroß den Katzenveit, der gerade dort herum strich, gewaltig, er kaufte ihm also ein hölzernes Pfeifchen für 15 [[typ:pfennig|Pfennige]] ab, obgleich jener 18 gefordert hatte, und versprach ihm noch mehr Waaren zu nehmen, wenn er mit sich handeln ließebetastete dann jedes einzelne Stück und steckte es wieder an seinen Ortworauf er angeblich um Geld zu holen sich entfernteSobald er aber weg war, da hatte sich der ganze Kram des Hausirers in Seile, Stricke, Stränge, Sackbänder, Peitschenschnüre und Bindfaden verwandelt und an seinem Halse befand sich ein natürlicher Diebsstrang, an dem ein kleiner hölzerner [[typ:Galgen]] baumelteDa stand nun Matz Flederwisch ganz bestürzt da und wunderte sich, daß er auf einmal aus einem Materialisten ein Seiler geworden.+Wer jener Katzenveit ursprünglich gewesen, darüber hat nun der Verfasser jenes obengedachten Buches vielerlei Vermuthungen aufgestellt, unter Anderem sagt er, er sei einst ein sehr ungetreuer Schösser oder Statthalter der Hessen, also ein Catten-Voigt gewesen, habe aber so viele Gelder und Einnahmen unterschlagen, daß er nach seinem Tode nicht habe ruhen können, sondern immer spukend umgegangen sei, bis er von einem [[wesen:zauberer|Hexenmeister]] und [[wesen:teufelsbanner|Teufelbanner]] in diese Wildniß verbannt wordenweil er sich nun nicht unter diesem Berge wolle bergen lassensondern sich über die schwere Last beschwereso bewege er den Berg und speie aus Bosheit und Gift Feuer von unten in die HöheAm Meisten läßt er sich zur Zeit des St. Veitstages spüren, wo die Sonne in das Zeichen des Krebses trittVon ihm werden nun verschiedene lustige Streiche erzählt.
  
-Einst hatte ein [[typ:geiz|geiziger]] Bauer seinen ganzen Sinn auf die [[typ:biene|Bienen]] gestellt und wo er nur einen Schwarm vermuthete, derselbe mochte nun von den seinigen abgezogen oder anders woher gekommen sein, da hat er seinen [[typ:Korb]] angeschlagen. Das hat den Katzenveit schwer verdrossen. Er hat sich also in Gestalt eines Bienenschwarms an einen Baum gehängt und ist von dem geizigen Bauer schnell in den Bienenkorb geschlagen worden. Als derselbe nun nachsehen willwie sich der Schwarm im Gefäße gebeerdeda wird er gewahrdaß die vermeinten Bienen schon darin gearbeitetZellen und [[typ:Honig]] gesetzt haben. Darüber hat er sich erst sehr verwundertaber als er näher zuschautfindet er, daß der vermeintliche Honig stinkender Koth sei, welchen ihm eine im Stocke sitzende [[typ:Eule]] mit den Flügeln in’s Gesicht schleudertedann herausfuhr und auch seine übrigen Bienenstöcke200 an der Zahlmit entführte; der Bauer aberder ihr nacheilte und sie aufhalten wolltebrach vor lauter Eifer beide Beine.+So zog einst in einem voigtländischen Städtchen ein fremder Hausirer mit Brillen und einer Menge Kurzwaaren herum und betrog die Leute durch seine geschickte Redegabe um ihr Geld und hing ihnen dafür seinen unnützen Kram auf. Das verdroß den Katzenveit, der gerade dort herum strich, gewaltig, er kaufte ihm also ein hölzernes Pfeifchen für 15 Pfennige abobgleich jener 18 gefordert hatte, und versprach ihm noch mehr Waaren zu nehmen, wenn er mit sich handeln ließebetastete dann jedes einzelne Stück und steckte es wieder an seinen Ortworauf er angeblich um Geld zu holen sich entfernte. Sobald er aber weg warda hatte sich der ganze Kram des Hausirers in SeileStrickeSträngeSackbänderPeitschenschnüre und Bindfaden verwandelt und an seinem Halse befand sich ein natürlicher Diebsstrangan dem ein kleiner hölzerner Galgen baumelte. Da stand nun Matz Flederwisch ganz bestürzt da und wunderte sich, daß er auf einmal aus einem Materialisten ein Seiler geworden.
  
-Ein anderes Mal kam ein fremder Botaniker auf den Kohlenberg und dachte dort kostbare Pflanzen zum Goldmachen zu findenzu dem gesellte sich der Katzenveit als Kräutermann gekleidet und nannte ihm das reife Silberblatt, PfennigkrautTausendgüldenkraut, Goldblümchen, Frauenmütze etcals lauter [[typ:Kräuter]], die [[typ:Gold]] brächtenDer Thor grub nun alle diese Kräuter ausweil er meinteGold unter ihnen zu findenallein er fand nichtsund als er mit seinem Funde schnell nach Hause eiltebrach er unterwegs den Armja er [[typ:erschlagen|erschlug]] zu Hause in der Hitze seine Fraudie ihn ausgelacht hatteund grämte sich dann theils deswegentheils weil er aus den Wurzeln nicht reich geworden warzu Tode.+Einst hatte ein geiziger Bauer seinen ganzen Sinn auf die Bienen gestellt und wo er nur einen Schwarm vermuthetederselbe mochte nun von den seinigen abgezogen oder anders woher gekommen seinda hat er seinen Korb angeschlagenDas hat den Katzenveit schwer verdrossenEr hat sich also in Gestalt eines Bienenschwarms an einen Baum gehängt und ist von dem geizigen Bauer schnell in den Bienenkorb geschlagen worden. Als derselbe nun nachsehen willwie sich der Schwarm im Gefäße gebeerde, da wird er gewahrdaß die vermeinten Bienen schon darin gearbeitetZellen und Honig gesetzt haben. Darüber hat er sich erst sehr verwundertaber als er näher zuschautfindet er, daß der vermeintliche Honig stinkender Koth seiwelchen ihm eine im Stocke sitzende Eule mit den Flügeln in’s Gesicht schleuderte, dann herausfuhr und auch seine übrigen Bienenstöcke200 an der Zahlmit entführte; der Bauer aber, der ihr nacheilte und sie aufhalten wollte, brach vor lauter Eifer beide Beine.
  
-Einst ist er nach [[geo:Triptis|Tripstrille]] als Kammerjäger gekommen und hat vorgegebener könne [[typ:ratte|Ratten]] und [[typ:maus|Mäuse]] vertreiben. Dafür hat man ihm eine Parthie schöner [[typ:taler|Thaler]] versprochenallein als er das Ungeziefer weggebanntihm solche nicht ausgezahltDa ist er nach Art des Rattenfängers von [[geo:Hameln]] wiedergekommen und hat alle [[typ:katze|Katzen]] der Bürgerderen 666 gewesen sein sollenaus der Stadt geführt, und seit dieser Zeit sollen dort keine Katzen mehr fortkommen.+Ein anderes Mal kam ein fremder Botaniker auf den Kohlenberg und dachte dort kostbare Pflanzen zum Goldmachen zu findenzu dem gesellte sich der Katzenveit als Kräutermann gekleidet und nannte ihm das reife SilberblattPfennigkraut, Tausendgüldenkraut, Goldblümchen, Frauenmütze etc. als lauter Kräuterdie Gold brächtenDer Thor grub nun alle diese Kräuter aus, weil er meinte, Gold unter ihnen zu finden, allein er fand nichts, und als er mit seinem Funde schnell nach Hause eiltebrach er unterwegs den Armja er erschlug zu Hause in der Hitze seine Frau, die ihn ausgelacht hatte, und grämte sich dann theils deswegen, theils weil er aus den Wurzeln nicht reich geworden war, zu Tode.
  
-Einmal hat ein Saufbruder vor [[zeit:Pfingsten]] Maien beim Kohlenberge geholt und in seine Behausung gebracht, in Willens eine grüne Lust dabei zu genießen und seine Biergötzen damit zu beehren, das hat den Katzenveitder der rechte Waldmeister und Baumherr ist, schwer geärgertWie nun solcher Birkenschmuck hin und wieder in der Stube ausgebreitet und damit gleichsam eine Lauberhütte gemacht worden warda wird das [[typ:fass|Bierfaß]] hereingeschleppt, in die Mitte gestellt und der Saufbarthel und seine Freunde setzen sich auf Schemeln rund herum und gießen so einen [[typ:Becher]] nach dem andern in die Gurgel hinab und bringen sich einen Toast nach dem andern zu+Einst ist er nach [[geo:Triptis|Tripstrille]] als Kammerjäger gekommen und hat vorgegebener könne Ratten und Mäuse vertreibenDafür hat man ihm eine Parthie schöner Thaler versprochenallein als er das Ungeziefer weggebannt, ihm solche nicht ausgezahlt. Da ist er nach Art des Rattenfängers von [[geo:Hameln]] wiedergekommen und hat alle Katzen der Bürger, deren 666 gewesen sein sollen, aus der Stadt geführt, und seit dieser Zeit sollen dort keine Katzen mehr fortkommen.
  
-Auf einmal fängt aus dem Laube ein [[typ:Kuckuck]] zu schreien anwas ihnen anfänglich gar närrisch vorkommtdarauf fängt ein [[typ:Storch]] an zu klappern und endlich singt die [[typ:Nachtigall]] ihr Runda Runda DinellulaDa erschrecken sie bald ein Wenig und wissen nicht, wie ihnen geschieht, denn bald werden sie gezupft und sehen doch nichtwoher es kömmtbald schwingen und schütteln sich die Maien und schlagen auf die Tagediebe los, daß sie Zeter und Mordio schreien und aus der Stube hinweglaufen. Gleichwohl hoffen sie, der Spuk werde sich bald wieder verlieren, damit sie zu ihrem Gelage zurückkehren können+Einmal hat ein Saufbruder vor [[zeit:Pfingsten]] Maien beim Kohlenberge geholt und in seine Behausung gebracht, in Willens eine grüne Lust dabei zu genießen und seine Biergötzen damit zu beehrendas hat den Katzenveitder der rechte Waldmeister und Baumherr ist, schwer geärgertWie nun solcher Birkenschmuck hin und wieder in der Stube ausgebreitet und damit gleichsam eine Lauberhütte gemacht worden warda wird das Bierfaß hereingeschlepptin die Mitte gestellt und der Saufbarthel und seine Freunde setzen sich auf Schemeln rund herum und gießen so einen Becher nach dem andern in die Gurgel hinab und bringen sich einen Toast nach dem andern zu. 
  
-Sie gucken darüber zum Fenster herein, siehe da waren aus allen Maien junge Mägdlein gewordenwelche schöne Gläser in den Händen hatten. Da sprangen Alle eilig wieder in die Stubefaßten sie an und sprangen mit ihnen um das [[typ:bier|Bierfaß]] herumWie sie sich aber ein Wenig umschauen, da haben die Dirnen Teufelsklauen an Händen und Füßen, ein großes rundes Auge mitten im Kopfe und an diesem Ziegenhörner. Ei, wie theuer wurde ihnen jetzt das Lachenwie gern wären die Hengste jetzt hinaus und davon gewesen! Aber sie mußten ausharren und bei etlichen Stunden also herumhüpfen, daß ihnen der Angstschweiß an allen Orten ausbrach und sie endlich für todt niedersankenZwar haben sie sich bald wieder erholtaber ihre lose Pfingstlust war ihnen für immer vergangen.+Auf einmal fängt aus dem Laube ein Kuckuck zu schreien anwas ihnen anfänglich gar närrisch vorkommtdarauf fängt ein Storch an zu klappern und endlich singt die Nachtigall ihr Runda Runda DinellulaDa erschrecken sie bald ein Wenig und wissen nicht, wie ihnen geschiehtdenn bald werden sie gezupft und sehen doch nicht, woher es kömmt, bald schwingen und schütteln sich die Maien und schlagen auf die Tagediebe los, daß sie Zeter und Mordio schreien und aus der Stube hinweglaufenGleichwohl hoffen sie, der Spuk werde sich bald wieder verlierendamit sie zu ihrem Gelage zurückkehren können
  
-Oft zog er als fahrender Schüler im Lande herum und foppte die [[typ:gastwirt|Wirthe]]. So kam er einst als armer [[typ:Student]] zu einer Wirthin und legte sich ohne Weiteres in ein schönes Gastbett. Sie aber trieb ihn herauser aber stahl ihr das Bett und verkaufte es. Ein anderes Mal sah er, daß eine Schenkwirthin gebratene [[typ:taube|Tauben]] am Spieße stecken hatte, als sie nun aus der Küche abgerufen wardhuschte er hineinnahm sie mit sich und aß sie ungescheuet in der Stube am Tische auf. Wie nun die Frau das sah und ihr Eigenthum vermißtefragte sie ihn, wie er zu den Tauben kommeund er antwortete: „wie kömmt der Tag zum Winde (sintemal es gerade sehr stürmte)?“ Damit nahm er die andere gestohlene [[typ:Taube]] beim Kopfe und fraß sie auch auf+Sie gucken darüber zum Fenster hereinsiehe da waren aus allen Maien junge Mägdlein gewordenwelche schöne Gläser in den Händen hatten. Da sprangen Alle eilig wieder in die Stubefaßten sie an und sprangen mit ihnen um das Bierfaß herum. Wie sie sich aber ein Wenig umschauen, da haben die Dirnen Teufelsklauen an Händen und Füßenein großes rundes Auge mitten im Kopfe und an diesem Ziegenhörner. Ei, wie theuer wurde ihnen jetzt das Lachen, wie gern wären die Hengste jetzt hinaus und davon gewesen! Aber sie mußten ausharren und bei etlichen Stunden also herumhüpfen, daß ihnen der Angstschweiß an allen Orten ausbrach und sie endlich für todt niedersanken. Zwar haben sie sich bald wieder erholt, aber ihre lose Pfingstlust war ihnen für immer vergangen.
  
-Endlich kam er einst in ein Dorf, wo ein [[typ:geiz|geiziger]] [[typ:Pfarrer]] wohnte, der Niemandem etwas gab, sondern alle Ansprechenden entweder selbst in einem dicken Bauernpelz vermummt, oder durch seine Leute oder mittelst seines Kettenhundes forttriebBei diesem trug er sich so anals gehe er auf Freiersfüßen und wolle seine Tochter ehelichenDa nahm man ihn mit Freuden auf, der Vater ließ etliche Tauben zurichten und braten und die Mutter lief etliche Male vom Feuer weg und ließ die Küche leer stehen. Nun zog er schnell die mitgebrachten jungen abgerupften [[typ:rabe|Raben]] aus dem Räntzellief zum [[typ:herd|Heerde]], spieste sie an und so wurden sie zusammen fertigAls sie aber aufgetischt wurdenda partirte er letztere auf den Teller des Pfarrers und seiner Frau, und kehrte es also, daß die rechten Tauben auf den seinigen kamen, dann aber machte er sich, nachdem sein Appetit gestillt war, aus dem Staube.+Oft zog er als fahrender Schüler im Lande herum und foppte die Wirthe. So kam er einst als armer Student zu einer Wirthin und legte sich ohne Weiteres in ein schönes GastbettSie aber trieb ihn heraus, er aber stahl ihr das Bett und verkaufte esEin anderes Mal sah erdaß eine Schenkwirthin gebratene Tauben am Spieße stecken hatte, als sie nun aus der Küche abgerufen ward, huschte er hineinnahm sie mit sich und aß sie ungescheuet in der Stube am Tische aufWie nun die Frau das sah und ihr Eigenthum vermißte, fragte sie ihnwie er zu den Tauben komme, und er antwortete: „wie kömmt der Tag zum Winde (sintemal es gerade sehr stürmte)?“ Damit nahm er die andere gestohlene Taube beim Kopfe und fraß sie auch auf. 
  
-Einst fragte man ihn, warum jetzt Alles so theuer sei, und er antwortetees gebe jetzt mehr Tribulirer und Flegel als sonstbesonders junge Drescherdie Procuratoren hießen und sich für ihre Dienste allemal zuvor bezahlt machtenalso, daß wenig in den Scheunen bliebeDas hörte zufällig ein [[typ:Advokat]], der dabei stand und sprach: „ganz recht, mein Knecht!“ und indem er ihn bei der Hand faßtesagte er: „ich greife nach dem Flegel und marschire auf die Tenne in Willens, den Rest vollends auszuklopfen und darauf zu schlagen, bis ich das Stroh aufreibe.“ Aber jener nicht faulpackte den Rabulisten bei der Cartause, fuhr ihm erstlich über’s Maul, warf ihn dann zu Boden und sprach: „halt, Geselle, ich muß Dich ein wenig zudreschen,“ und indem [[typ:prügel|schlug]] er mit allen beiden Klöppeln auf die ungegerbte Garbe los, daß das Schrot und Korn haufenweise (denn der Geizhals hatte eben einen Haufen Geldes bei sich) aus dem Strohjunker heraussprangalso daß der neue Drescher nicht allein eine große [[typ:Ernte]] an ihm hielt und seine Säckel anfüllte, sondern auch die Zuschauer eine gute Nachlese halten konnten, weil der Katzenveit ihn wund geschlagenSo hatte der Patient keinen Beweisseinen Beleidiger zu verklagen, und damit zu wuchernsondern er mußte die Stöße hinnehmenals hätte ihn ein Hund gebissen+Endlich kam er einst in ein Dorfwo ein geiziger Pfarrer wohnteder Niemandem etwas gabsondern alle Ansprechenden entweder selbst in einem dicken Bauernpelz vermummtoder durch seine Leute oder mittelst seines Kettenhundes forttriebBei diesem trug er sich so anals gehe er auf Freiersfüßen und wolle seine Tochter ehelichenDa nahm man ihn mit Freuden auf, der Vater ließ etliche Tauben zurichten und braten und die Mutter lief etliche Male vom Feuer weg und ließ die Küche leer stehen. Nun zog er schnell die mitgebrachten jungen abgerupften Raben aus dem Räntzellief zum Heerde, spieste sie an und so wurden sie zusammen fertigAls sie aber aufgetischt wurdenda partirte er letztere auf den Teller des Pfarrers und seiner Frau, und kehrte es alsodaß die rechten Tauben auf den seinigen kamendann aber machte er sich, nachdem sein Appetit gestillt war, aus dem Staube.
  
-//Sage des Monats September 2021//+Einst fragte man ihn, warum jetzt Alles so theuer sei, und er antwortete, es gebe jetzt mehr Tribulirer und Flegel als sonst, besonders junge Drescher, die Procuratoren hießen und sich für ihre Dienste allemal zuvor bezahlt machten, also, daß wenig in den Scheunen bliebe. Das hörte zufällig ein Advokat, der dabei stand und sprach: „ganz recht, mein Knecht!“ und indem er ihn bei der Hand faßte, sagte er: „ich greife nach dem Flegel und marschire auf die Tenne in Willens, den Rest vollends auszuklopfen und darauf zu schlagen, bis ich das Stroh aufreibe.“ Aber jener nicht faul, packte den Rabulisten bei der Cartause, fuhr ihm erstlich über’s Maul, warf ihn dann zu Boden und sprach: „halt, Geselle, ich muß Dich ein wenig zudreschen,“ und indem schlug er mit allen beiden Klöppeln auf die ungegerbte Garbe los, daß das Schrot und Korn haufenweise (denn der Geizhals hatte eben einen Haufen Geldes bei sich) aus dem Strohjunker heraussprang, also daß der neue Drescher nicht allein eine große Ernte an ihm hielt und seine Säckel anfüllte, sondern auch die Zuschauer eine gute Nachlese halten konnten, weil der Katzenveit ihn wund geschlagen. So hatte der Patient keinen Beweis, seinen Beleidiger zu verklagen, und damit zu wuchern, sondern er mußte die Stöße hinnehmen, als hätte ihn ein Hund gebissen. 
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 15; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_II_015.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 2. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 15//
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-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 prätorius zwickau spott zauberer teufelsbanner advokat gastwirt ernte prügel geiz taube rabe storch nachtigall kuckuck bier bierfass becher katze pfennig galgen strick taler korb biene honig pfingsten triptis kräuter gold erschlagen monat 2021}}+{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen2 prätorius zwickau spott zauberer teufelsbanner advokat gastwirt ernte prügel geiz taube rabe storch nachtigall kuckuck bier bierfass becher katze pfennig galgen strick taler korb biene honig pfingsten triptis kräuter gold erschlagen monat 2021 v2}}
  
  
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