Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:graessesachsen598

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:graessesachsen598 [2023/03/06 13:36] ewuschsagen:graessesachsen598 [2025/01/30 17:51] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 1: Zeile 1:
 [[sagen:graessesachsen597|<<< zurück]] |  [[sagen:graessesachsen597|<<< zurück]] | 
-[[capitel:graessesachsen1|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen - Band 1]] | +**[[capitel:graessesachsen1|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen - Band 1]]** 
 [[sagen:graessesachsen599|weiter >>>]] [[sagen:graessesachsen599|weiter >>>]]
  
 ====== Die Jungfrau bei der Fastnacht zu Torgau ====== ====== Die Jungfrau bei der Fastnacht zu Torgau ======
-((Name der Sage frei erfunden))+
     Indessen hat eine andere Sage, welche G. Arnold, Beschreibung des      Indessen hat eine andere Sage, welche G. Arnold, Beschreibung des 
     Churf. Moritz von Sachsen (verm. d. J. Weber, Gießen u. Frkft. 1719) S. 254 fgg.      Churf. Moritz von Sachsen (verm. d. J. Weber, Gießen u. Frkft. 1719) S. 254 fgg. 
Zeile 10: Zeile 10:
     zwischen Churfürst Moritz und Markgraf Albrecht seiner Zeit galt, etwas mehr für sich     zwischen Churfürst Moritz und Markgraf Albrecht seiner Zeit galt, etwas mehr für sich
  
-Als [[vip:moritzvonsachsen|Churfürst Moritz]] zu [[geo:Torgau]] einmal [[zeit:Fastnacht]] hielt und nach seiner Gewohnheit den [[vip:albrechtvonbrandenburg|Markgrafen Albrecht]] und seinen [[vip:augustvonsachsen|Bruder]] dazu eingeladen hatte, geschah es, als dem Markgrafen Albrecht, der seiner Gewohnheit nach sich im Trinken überladen hatte, der Churfürst Moritz mit seinem Bruder zur Seite saß und sie von verschiedenen Dingen sich unterredeten, daß eine [[typ:Jungfrau]] kam und sich zwischen Markgraf Albrecht und Churfürst Moritz setzte. Da Herzog August dieses zuerst sah und über die Gestalt des [[typ:gespenst|Gespenstes]] erschrack, erinnerte er den Bruder, er solle mit ihm aus dem Tafelgemach gehen, denn es ahne ihm nichts Gutes, und er finde Bedenken, länger daselbst zu weilen. Hierauf sah auch der Churfürst die Jungfrau und sprach schreckensvoll zu Markgraf Albrecht: „was habt Ihr da für eine Jungfrau?“ Dieser antwortete: „lasset sie bei mir sitzen!“ und [[typ:fluchen|fluchte]] dabei über selbige. Da aber die beiden Fürsten von Markgraf Albrecht Abschied nahmen, verschwand die Jungfrau auch, Markgraf Albrecht bewegte sich hierüber gar nicht, sondern blieb sitzen, ließ etliche von Adel zu sich holen und brachte die Nacht, wie er angefangen hatte, vollends mit Trinken zu.+Als [[vip:moritzvonsachsen|Churfürst Moritz]] zu [[geo:Torgau]] einmal [[zeit:Fastnacht]] hielt und nach seiner Gewohnheit den [[vip:albrechtvonbrandenburg|Markgrafen Albrecht]] und seinen [[vip:augustvonsachsen|Bruder]] dazu eingeladen hatte, geschah es, als dem Markgrafen Albrecht, der seiner Gewohnheit nach sich im Trinken überladen hatte, der Churfürst Moritz mit seinem Bruder zur Seite saß und sie von verschiedenen Dingen sich unterredeten, daß eine Jungfrau kam und sich zwischen Markgraf Albrecht und Churfürst Moritz setzte. Da Herzog August dieses zuerst sah und über die Gestalt des Gespenstes erschrack, erinnerte er den Bruder, er solle mit ihm aus dem Tafelgemach gehen, denn es ahne ihm nichts Gutes, und er finde Bedenken, länger daselbst zu weilen. Hierauf sah auch der Churfürst die Jungfrau und sprach schreckensvoll zu Markgraf Albrecht: „was habt Ihr da für eine Jungfrau?“ Dieser antwortete: „lasset sie bei mir sitzen!“ und fluchte dabei über selbige. Da aber die beiden Fürsten von Markgraf Albrecht Abschied nahmen, verschwand die Jungfrau auch, Markgraf Albrecht bewegte sich hierüber gar nicht, sondern blieb sitzen, ließ etliche von Adel zu sich holen und brachte die Nacht, wie er angefangen hatte, vollends mit Trinken zu.
  
 Diese Begebenheit ist nie erklärt worden, denn jene Jungfrau für eine wirkliche Person zu halten, wie es Hennings, Von Geistern, (Leipzig 1780) S. 651 fgg. gethan, läßt weder der Ort, noch die Gelegenheit noch das Verhältniß zwischen den drei Fürsten vermuthen.  Diese Begebenheit ist nie erklärt worden, denn jene Jungfrau für eine wirkliche Person zu halten, wie es Hennings, Von Geistern, (Leipzig 1780) S. 651 fgg. gethan, läßt weder der Ort, noch die Gelegenheit noch das Verhältniß zwischen den drei Fürsten vermuthen. 
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1, Schönfeld, Dresden 1874, Seite 551; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_551.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1, Schönfeld, Dresden 1874, Seite 551//
 ---- ----
-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 moritzvonsachsen augustvonsachsen albrechtvonbrandenburg torgau fastnacht betrunken jungfrau gespenst fluchen}}+{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 moritzvonsachsen augustvonsachsen albrechtvonbrandenburg torgau fastnacht betrunken jungfrau gespenst fluchen v2}}
sagen/graessesachsen598.1678106218.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)