sagen:graessesachsen580
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| ====== Die Räuberhöhle am Schafteiche zu Glauchau ====== | ====== Die Räuberhöhle am Schafteiche zu Glauchau ====== | ||
| Poetisch beh. v. Ziehnert Bd. II. S. 225 sq | Poetisch beh. v. Ziehnert Bd. II. S. 225 sq | ||
| - | In der Nähe von [[geo: | + | In der Nähe von [[geo: |
| - | So erzählt man, daß einst ein armer [[typ: | + | So erzählt man, daß einst ein armer Hirtenknabe an jener Höhle fast täglich gespielt und oft von brennender Neugier gequält worden sei, einmal hinein zu kriechen, um zu wissen, was denn eigentlich darin sei. Nun getraute er sich aber, so beherzt er sonst auch immer war, doch nicht so recht hinein, weil er den Rückweg zu verfehlen dachte. Da sah er einmal eine schwarze, goldgesprenkelte Henne in den Eingang kriechen und gackern, gerade als wenn sie legen wolle. In der Hoffnung, ihr Nest zu finden, folgte er ihr einige Schritte, allein bald ward es ihm zu unheimlich und zu finster und so kehrte er wieder um. |
| - | Da er nun aber die [[typ:huhn|Henne]] auch die nächsten Tage immer wieder an demselben Orte fand, so dachte er darüber nach, wie ihm wohl die [[typ:huhn|Henne]] den Weg in das Innere der [[typ:Höhle]] zeigen könne. Er nahm also einen starken Knäuel Garn und band der [[typ:huhn|Henne]] einen Faden desselben an das Bein, und diese zog ihn nun ganz langsam, gerade als ob sie seine Absicht merke, hinter sich in die [[typ:Höhle]]. Schon war aber das Garn fast ganz abgeweift, da sah er auf einmal vor sich ein brennendes Licht. Allein wie ward ihm, als er bemerkte, daß dasselbe aus den Augen eines schwarzen zottigen großen | + | Da er nun aber die Henne auch die nächsten Tage immer wieder an demselben Orte fand, so dachte er darüber nach, wie ihm wohl die Henne den Weg in das Innere der Höhle zeigen könne. Er nahm also einen starken Knäuel Garn und band der Henne einen Faden desselben an das Bein, und diese zog ihn nun ganz langsam, gerade als ob sie seine Absicht merke, hinter sich in die Höhle. Schon war aber das Garn fast ganz abgeweift, da sah er auf einmal vor sich ein brennendes Licht. Allein wie ward ihm, als er bemerkte, daß dasselbe aus den Augen eines schwarzen zottigen großen Hundes mit furchtbarem Rachen und scharfen Klauen ausströme! Neben demselben stand aber ein Männchen in einem grauen Mäntelchen, |
| - | Der Knabe fand nun den Rückweg sehr leicht, allein da er Niemanden, auch seinen Eltern nicht, sein Glück mittheilen konnte, so blieb ihm nichts übrig, als das [[typ:Geld]] zu vernaschen. Dies that er auch nach und nach, und als dasselbe verthan war, begab er sich wieder in die [[typ:Höhle]] und holte sich eine zweite Auflage des vorigen Geschenks. Weil nun aber der Knabe gar zu oft bei dem Kaufmann Näschereien kaufte und stets in blanken | + | Der Knabe fand nun den Rückweg sehr leicht, allein da er Niemanden, auch seinen Eltern nicht, sein Glück mittheilen konnte, so blieb ihm nichts übrig, als das Geld zu vernaschen. Dies that er auch nach und nach, und als dasselbe verthan war, begab er sich wieder in die Höhle und holte sich eine zweite Auflage des vorigen Geschenks. Weil nun aber der Knabe gar zu oft bei dem Kaufmann Näschereien kaufte und stets in blanken Thalern bezahlte, schöpfte derselbe Verdacht, das Geld sei gestohlen, und theilte seine Wahrnehmung dem Vater des Knaben mit. Da dieser nun recht gut wußte, daß sein Sohn nicht Pfennige, geschweige denn Thaler haben könne, so suchte er erst durch Drohungen herauszubringen, |
| - | Und so geschah es auch, denn als der [[typ: | + | Und so geschah es auch, denn als der Hirt am andern Morgen seinen Sohn, der ihm zu lange zu schlafen schien, aufwecken wollte, war er todt, der [[wesen: |
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sagen/graessesachsen580.1679309215.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
