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sagen:graessesachsen575

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 Jetzt konnte die Arme nicht mehr an dem Schicksale ihres Bräutigams zweifeln, sie kehrte verzweifelnd in das Städtchen zurück und sprach im halben Wahnsinn zu ihrer alten Mutter, in drei Monaten werde sie ihr Anton zur Trauung abholen, bis dahin müsse sie sich ihr Hochzeitskleid spinnen. So spann sie denn emsig bis zum [[zeit:ostern|Osterfeste]] und als die Mitternacht des Vorabends desselben gekommen war, da dünkte es ihr, es poche Jemand dreimal an’s Fenster. Sie öffnete es und es schien ihr ihr Bräutigam draußen zu stehen, zwar mit todtenbleichem, aber himmlisch freundlichem Gesichte; er lud einen Myrthenkranz und Cypressenranken von seinem Wagen ab und verschwand. Kaum hatte sie das Gesicht ihrer bekümmerten Mutter erzählt, als sie auch schwer erkrankte, und es waren nicht 24 Stunden verronnen, da war das Mädchen entschlafen.  Jetzt konnte die Arme nicht mehr an dem Schicksale ihres Bräutigams zweifeln, sie kehrte verzweifelnd in das Städtchen zurück und sprach im halben Wahnsinn zu ihrer alten Mutter, in drei Monaten werde sie ihr Anton zur Trauung abholen, bis dahin müsse sie sich ihr Hochzeitskleid spinnen. So spann sie denn emsig bis zum [[zeit:ostern|Osterfeste]] und als die Mitternacht des Vorabends desselben gekommen war, da dünkte es ihr, es poche Jemand dreimal an’s Fenster. Sie öffnete es und es schien ihr ihr Bräutigam draußen zu stehen, zwar mit todtenbleichem, aber himmlisch freundlichem Gesichte; er lud einen Myrthenkranz und Cypressenranken von seinem Wagen ab und verschwand. Kaum hatte sie das Gesicht ihrer bekümmerten Mutter erzählt, als sie auch schwer erkrankte, und es waren nicht 24 Stunden verronnen, da war das Mädchen entschlafen. 
  
-Seit dieser Zeit sagte man aber, daß sich der Geist des Kärrners mit seinem Wagen und Hunde in den Gassen von Stollberg allnächtlich sehen lasse, und wo er vor einem Hause anhält und Kränze abladet, da wird eins aus demselben drei Tage nachher begraben, und wenn Jemand in der Stadt auf den [[typ:Tod]] liegt, da sagt man: „dort hat der Kärrner abgeladen,“ das Sumpfloch aber, worin er sein [[typ:Grab]] fand, heißt noch heute das Kärrnerloch.+Seit dieser Zeit sagte man aber, daß sich der Geist des Kärrners mit seinem Wagen und Hunde in den Gassen von Stollberg allnächtlich sehen lasse, und wo er vor einem Hause anhält und Kränze abladet, da wird eins aus demselben drei Tage nachher begraben, und wenn Jemand in der Stadt auf den Tod liegt, da sagt man: „dort hat der Kärrner abgeladen,“ das Sumpfloch aber, worin er sein Grab fand, heißt noch heute das Kärrnerloch.
  
 //Anmerkungen: Aus den Akten über den Kärrner von Stollberg ergibt sich folgendes: Er hieß Martin Schmidt aus [[geo:Crottendorf]] und ertrank am 24. Dezember 1591 abends 6 Uhr im Ratsteiche, d. i. Walkteiche, zu Stollberg. Am 25. abends 4 Uhr ist er aufgesunden, durch den Scharfrichter herausgezogen, aufgehoben und „hinterm Städtlein an der Zwischen Straße auf dem Scheidewege, am Viehweg nach Würschnitz zu“ begraben worden. Solches ist vom Stollberger Schösser Lorenz Stuihler dem Beamten in Schwarzenberg, Seibold Werner, gemeldet und bei demselben, wahrscheinlich weil man in Zweifel war, ob der Mann ertrunken oder sich ertränkt hatte, angefragt worden, wie man sich dabei zu verhalten habe, da so ein Fall ihm weder bei seinen jetzigen, noch in seinen früheren Ämtern vorgekommen sei. Dieser hat daraus angeraten, sich darüber beim Amte Chemnitz, wo sich zweifelsohne solche Fälle schon zugetragen, im Vertrauen zu befragen. (Stollberger Anzeiger, 1882, No. 39.)// //Anmerkungen: Aus den Akten über den Kärrner von Stollberg ergibt sich folgendes: Er hieß Martin Schmidt aus [[geo:Crottendorf]] und ertrank am 24. Dezember 1591 abends 6 Uhr im Ratsteiche, d. i. Walkteiche, zu Stollberg. Am 25. abends 4 Uhr ist er aufgesunden, durch den Scharfrichter herausgezogen, aufgehoben und „hinterm Städtlein an der Zwischen Straße auf dem Scheidewege, am Viehweg nach Würschnitz zu“ begraben worden. Solches ist vom Stollberger Schösser Lorenz Stuihler dem Beamten in Schwarzenberg, Seibold Werner, gemeldet und bei demselben, wahrscheinlich weil man in Zweifel war, ob der Mann ertrunken oder sich ertränkt hatte, angefragt worden, wie man sich dabei zu verhalten habe, da so ein Fall ihm weder bei seinen jetzigen, noch in seinen früheren Ämtern vorgekommen sei. Dieser hat daraus angeraten, sich darüber beim Amte Chemnitz, wo sich zweifelsohne solche Fälle schon zugetragen, im Vertrauen zu befragen. (Stollberger Anzeiger, 1882, No. 39.)//
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 513; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_513.jpg&oldid=- |Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]; [[http://www.erzgebirge-museum.de/content/view/1765/33055030/|www.erzgebirge-museum.de]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 513]//
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-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 erzgebirge stollbergerzgebirge 30jährigerkrieg witwe bräutigam werbe fändler wagen hund weihnachten braut bräutigam hochzeit ertrinken sumpf loch spuk fenster kranz schicksal sterben ostern spindel garn weben gesangbuch bibel Kärrner crottendorf würschnitz}}+{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 erzgebirge stollbergerzgebirge 30jährigerkrieg witwe bräutigam werbe fändler wagen hund weihnachten braut bräutigam hochzeit ertrinken sumpf loch spuk fenster kranz schicksal sterben ostern spindel garn weben mette gesangbuch bibel Kärrner crottendorf würschnitz v2}}
  
  
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