sagen:graessesachsen575
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| Poet. b. Ziehnert. Bd. III. S. 1 sq. | Poet. b. Ziehnert. Bd. III. S. 1 sq. | ||
| - | In der letzten Zeit vor dem [[zeit: | + | In der letzten Zeit vor dem [[zeit: |
| - | Nun war derselbe schon längst der schönen Tochter der Wittwe heimlich gut gewesen und auch diese hatte ihn stets gern gesehen; da traf es sich, daß gerade am [[zeit: | + | Nun war derselbe schon längst der schönen Tochter der Wittwe heimlich gut gewesen und auch diese hatte ihn stets gern gesehen; da traf es sich, daß gerade am [[zeit: |
| - | Aber in ihrer Herzensangst kamen ihr häßliche Bilder vor, die [[typ:Spindel]] und das [[typ:Garn]] schienen ihr blutig zu sein, und es war ihr, als spinne sie ihr Leichenhemd. Sie nahm also das [[typ:Gesangbuch]] und die [[typ:Bibel]] zur Hand, allein Alles half nichts, es wollte keine Ruhe in ihr ängstlich schlagendes Herz einziehen. Endlich hörte sie die [[typ:Glocke]] zur Frühmette | + | Aber in ihrer Herzensangst kamen ihr häßliche Bilder vor, die Spindel und das Garn schienen ihr blutig zu sein, und es war ihr, als spinne sie ihr Leichenhemd. Sie nahm also das Gesangbuch und die Bibel zur Hand, allein Alles half nichts, es wollte keine Ruhe in ihr ängstlich schlagendes Herz einziehen. Endlich hörte sie die Glocke zur [[lex:mette|Frühmette]] lauten, sie eilte heraus, um zu sehen, ob ihr Bräutigam zurückgekehrt sei, allein weder jetzt noch nach dem Schlusse der Mette ließ er sich sehen. Endlich hatte sie keine Ruhe mehr, sie bat einen ihr freundlich gesinnten Nachbar, sie nach dem erwähnten Dorfe zu begleiten, um dort zu hören, ob ihrem Geliebten etwas zugestoßen sei. Als sie aber dort ankamen, hörten sie, derselbe sei zwar dagewesen, aber schon seit Mitternacht wieder fortgefahren und konnte also nicht mehr zweifeln, daß ihm ein Unglück begegnet sei. Auf dem Rückwege verfolgten sie nun die Spur, welche der Kärrner mit seinem Wagen hinterlassen hatte, und dieselbe führte sie auch deutlich nach einer morastigen, aber grundlosen Stelle eines den Stollbergern unter dem Namen des Walkteiches bekannten Weihers, wo sie auf einmal aufhörte. |
| - | Jetzt konnte die Arme nicht mehr an dem [[typ: | + | Jetzt konnte die Arme nicht mehr an dem Schicksale ihres Bräutigams zweifeln, sie kehrte verzweifelnd in das Städtchen zurück und sprach im halben Wahnsinn zu ihrer alten Mutter, in drei Monaten werde sie ihr Anton zur Trauung abholen, bis dahin müsse sie sich ihr Hochzeitskleid spinnen. So spann sie denn emsig bis zum [[zeit: |
| - | Seit dieser Zeit sagte man aber, daß sich der [[typ:Geist]] des Kärrners mit seinem | + | Seit dieser Zeit sagte man aber, daß sich der Geist des Kärrners mit seinem Wagen und Hunde in den Gassen von Stollberg allnächtlich sehen lasse, und wo er vor einem Hause anhält und Kränze abladet, da wird eins aus demselben drei Tage nachher begraben, und wenn Jemand in der Stadt auf den Tod liegt, da sagt man: „dort hat der Kärrner abgeladen, |
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