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sagen:graessesachsen550

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-In den Wäldern bei [[geo:steinbachjoehstadt|Steinbach]] und Grumbach ohnweit [[geo:Jöhstadt]] läßt sich oft ein altes Mütterchen sehen, das ist das [[wesen:holzweibchen|Waldweibchen]]. Es thut Niemandem etwas zu Leide, ja es hilft sogar den Leuten bei der Arbeit. Man erzählt, daß es vom [[wesen:teufel|Satan]] oder dem [[wesen:wilderjäger|wilden Jäger]] gejagt werde und auf seiner Flucht einen Stock, in dem die Holzhauer ein Kreuz gehauen, suche, sich darauf setze und alsdann erlöst werde. Vor alten Zeiten ist es in den genannten Dörfern in die Häuser gekommen, hat sich an den Ofenheerd gesetzt und gesponnen, wenn es aber das Gespinst herein in die Stube geworfen, dann hat man ihm zu essen geben müssen. So hat man im Jahre 1681 bei dem Beginn der Pest auf dem Pfannenstiel, dem sogenannten Schönburgischen hohen Wald, ein Holzweib gesehen, welches einen großen Schneefall, schnelle Wasserfluthen und hitzigen Sommer angedeutet, darauf viele Menschen und Vieh sterben würden.+In den Wäldern bei [[geo:steinbachjoehstadt|Steinbach]] und [[geo:Grumbachjoehstadt|Grumbach]] ohnweit [[geo:Jöhstadt]] läßt sich oft ein altes Mütterchen sehen, das ist das [[wesen:holzweibchen|Waldweibchen]]. Es thut Niemandem etwas zu Leide, ja es hilft sogar den Leuten bei der Arbeit. Man erzählt, daß es vom [[wesen:teufel|Satan]] oder dem [[wesen:wilderjäger|wilden Jäger]] gejagt werde und auf seiner Flucht einen Stock, in dem die Holzhauer ein Kreuz gehauen, suche, sich darauf setze und alsdann erlöst werde. Vor alten Zeiten ist es in den genannten Dörfern in die Häuser gekommen, hat sich an den Ofenheerd gesetzt und gesponnen, wenn es aber das Gespinst herein in die Stube geworfen, dann hat man ihm zu essen geben müssen. So hat man im Jahre 1681 bei dem Beginn der Pest auf dem Pfannenstiel, dem sogenannten Schönburgischen hohen Wald, ein Holzweib gesehen, welches einen großen Schneefall, schnelle Wasserfluthen und hitzigen Sommer angedeutet, darauf viele Menschen und Vieh sterben würden.
  
-Im Jahre 1633 hat bei [[geo:steinbachjoehstadt|Steinbach]] am [[zeit:fastnacht|Aschermittwoche]] ein Bauer einen Baum im Walde gefällt, und indem der Baum im Falle ist, haut er nach der Holzhacker Gebrauch ein Kreuz hinein. Sogleich kommt ein gejagtes Weiblein und bleibt an dem mit dem Kreuze gezeichneten Baume stehen, da es denn sitzen geblieben. Unterdessen füllt es dem Holzhacker seinen Korb mit Spähnen, er aber schüttet die Spähne wieder aus, und da von ohngefähr ein Spähnchen hängen geblieben, findet er, als er nach Hause kommt, an dessen Statt einen ganzen Thaler. Er geht alsobald wieder in den Wald, in der Hoffnung, solcher Thalerspähne viele aufzulesen, aber vergebens. Doch weil der Mann damals in kurzer Zeit zu Mitteln gekommen, hat man vermuthet, er müsse doch etwas gefunden haben. Von dieser Zeit an geht Niemand gern am Aschermittwoch daselbst in’s Holz, in der Meinung, der Teufel jage das Holzweibchen am Aschermittwoch((Viele glauben, die Holzweibchen seien aus den heidnischen Sorbenfrauen entstanden, die vor dem Christenthum in die Wälder geflohen, wenn sie dieselben aber wieder verlassen hätten, von den Christen verfolgt bei Stämmen, auf denen drei Kreuze eingehauen gewesen, Schutz gesucht und gefunden hätten. S. a. Simrock, Deutsche Myth. S. 198. Köhler, Voigtländ. Sagen S. 452. fgg.)).+Im Jahre 1633 hat bei Steinbach am [[zeit:fastnacht|Aschermittwoche]] ein Bauer einen Baum im Walde gefällt, und indem der Baum im Falle ist, haut er nach der Holzhacker Gebrauch ein Kreuz hinein. Sogleich kommt ein gejagtes Weiblein und bleibt an dem mit dem Kreuze gezeichneten Baume stehen, da es denn sitzen geblieben. Unterdessen füllt es dem Holzhacker seinen Korb mit Spähnen, er aber schüttet die Spähne wieder aus, und da von ohngefähr ein Spähnchen hängen geblieben, findet er, als er nach Hause kommt, an dessen Statt einen ganzen Thaler. Er geht alsobald wieder in den Wald, in der Hoffnung, solcher Thalerspähne viele aufzulesen, aber vergebens. Doch weil der Mann damals in kurzer Zeit zu Mitteln gekommen, hat man vermuthet, er müsse doch etwas gefunden haben. Von dieser Zeit an geht Niemand gern am Aschermittwoch daselbst in’s Holz, in der Meinung, der Teufel jage das Holzweibchen am Aschermittwoch((Viele glauben, die Holzweibchen seien aus den heidnischen Sorbenfrauen entstanden, die vor dem Christenthum in die Wälder geflohen, wenn sie dieselben aber wieder verlassen hätten, von den Christen verfolgt bei Stämmen, auf denen drei Kreuze eingehauen gewesen, Schutz gesucht und gefunden hätten. S. a. Simrock, Deutsche Myth. S. 198. Köhler, Voigtländ. Sagen S. 452. fgg.)).
  
 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 490// //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 490//
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-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 steinbachjoehstadt jöhstadt 1633 holzweibchen wilderjäger flucht holzhauer kreuz erlösung fastnacht brauch korp span taler aschermittwoch prophezeiung v2}}+{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 steinbachjoehstadt Grumbachjoehstadt jöhstadt 1633 holzweibchen wilderjäger flucht holzhauer kreuz erlösung fastnacht brauch korp span taler aschermittwoch prophezeiung v2}}
  
  
sagen/graessesachsen550.1710798807.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)