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sagen:graessesachsen544

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-Am 15. September 1695 ritt am Sonntag spät Chr. Kaiser, [[typ:Müller]] zu [[geo:blumenauolbernhau|Blumenau]], nach Hause, und als er hinter die Pfarrwohnung zu Albertshayn, wo ihn sein Weg nach Hause trug, kam, gingen drei Männer in gewöhnlicher [[typ:Kleidung]] geschwind und ohne zu grüßen vorüber, worüber er sich verwunderte, weil er sie für Blumenauer ansah. Als er ein wenig fortreitet, kommen ihm auf dem Wege vier verschleierte Weiber entgegen, welche eine Todtenbahre mit einem [[typ:sarg|Sarge]] und Leichentuch tragen. Darüber erschrickt er, weiß fast nicht, wo er sei, bald dünkt ihn, er reite durch ein großes [[typ:Wasser]], bald als müsse er einen hohen Berg hinanreiten, bis ein wenig Licht wird und er erkennt, daß er auf dem rechten Wege sei. Als er nun zu des Richters [[typ:Teich]], der ganz nahe bei dem [[typ:gericht|Gerichte]] ist, kömmt, sieht er abermals 5 bis 6 Paar verschleierte Weiber daher kommen, die über den Steig, darüber er auch gewollt, gehen, daß er nicht weiß, was er thun soll. Er läßt aber dem [[typ:pferd|Pferde]] seinen Gang, welches diesen Weg wohl gewohnt, aber über den Steig nicht gehen will, sondern lenkt sich mit einem ziemlichen Schnauben neben demselben durch ein kleines Bächlein und bringt sofort seinen Reiter gesund nach Hause, wie wohl es sehr geschwitzt.+Am 15. September 1695 ritt am Sonntag spät Chr. Kaiser, Müller zu [[geo:blumenauolbernhau|Blumenau]], nach Hause, und als er hinter die Pfarrwohnung zu Albertshayn, wo ihn sein Weg nach Hause trug, kam, gingen drei Männer in gewöhnlicher Kleidung geschwind und ohne zu grüßen vorüber, worüber er sich verwunderte, weil er sie für Blumenauer ansah. Als er ein wenig fortreitet, kommen ihm auf dem Wege vier verschleierte Weiber entgegen, welche eine Todtenbahre mit einem Sarge und Leichentuch tragen. Darüber erschrickt er, weiß fast nicht, wo er sei, bald dünkt ihn, er reite durch ein großes Wasser, bald als müsse er einen hohen Berg hinanreiten, bis ein wenig Licht wird und er erkennt, daß er auf dem rechten Wege sei. Als er nun zu des Richters Teich, der ganz nahe bei dem Gerichte ist, kömmt, sieht er abermals 5 bis 6 Paar verschleierte Weiber daher kommen, die über den Steig, darüber er auch gewollt, gehen, daß er nicht weiß, was er thun soll. Er läßt aber dem Pferde seinen Gang, welches diesen Weg wohl gewohnt, aber über den Steig nicht gehen will, sondern lenkt sich mit einem ziemlichen Schnauben neben demselben durch ein kleines Bächlein und bringt sofort seinen Reiter gesund nach Hause, wie wohl es sehr geschwitzt.
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 485; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_485.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 485//
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sagen/graessesachsen544.1679565601.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)