sagen:graessesachsen460
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:graessesachsen460 [2023/03/17 22:34] – ewusch | sagen:graessesachsen460 [2025/01/30 17:51] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| - | [[capitel: | + | **[[capitel: |
| - | [[sagen: | + | [[sagen: |
| ====== Der Gewinneberg bei Taucha ====== | ====== Der Gewinneberg bei Taucha ====== | ||
| Zeile 7: | Zeile 7: | ||
| Poetisch beh. v. Ziehnert Bd. I. S. 165 sq. | Poetisch beh. v. Ziehnert Bd. I. S. 165 sq. | ||
| - | In der Nähe des Städtchens [[geo: | + | In der Nähe des Städtchens [[geo: |
| - | Wie dem auch sein mag, das Volk erzählt sich, daß auf diesem Berge ein großer | + | Wie dem auch sein mag, das Volk erzählt sich, daß auf diesem Berge ein großer Schatz verborgen liege, der nur alle 100 Jahre zu heben sei und an dem bestimmten Tage sich durch ein hellloderndes Feuer, welches von dem Platze, wo er ruhe, weithin wahrgenommen werden könne, kund thue, bei demselben wache aber ein Geist, der auf folgende Art an ihn gebannt sey. Es hat einmal zu Taucha ein armer Tagelöhner gelebt, der zwar nur wenig verdienen konnte, allein mit dem, was ihm Gott beschieden, zufrieden war. Zu diesem ist eines Nachts ein Gespenst an’s Lager getreten und hat ihn aufgefordert ihm zu folgen, er wolle ihn zu großem Reichthum verhelfen. |
| - | Er ist also aufgestanden und hinter dem Geiste durch die menschenleeren Gassen der Stadt hergewandelt, | + | Er ist also aufgestanden und hinter dem Geiste durch die menschenleeren Gassen der Stadt hergewandelt, |
| - | Außerdem gab er ihm auch noch eine kleine Schelle, die er ihn aufforderte um den Hals zu hängen, und sagte ihm, dieselbe werde jedesmal läuten, wenn er irgend etwas Gutes thun oder einen bösen Gedanken aufgeben solle, er selbst habe freilich denselben | + | Außerdem gab er ihm auch noch eine kleine Schelle, die er ihn aufforderte um den Hals zu hängen, und sagte ihm, dieselbe werde jedesmal läuten, wenn er irgend etwas Gutes thun oder einen bösen Gedanken aufgeben solle, er selbst habe freilich denselben Schatz nicht gut angewendet, den er vor nun 100 Jahren gehoben, und habe nun bis diesen Augenblick dafür ruhelos umher wandeln müssen, er solle also ja auf den Warnungston hören, damit er nicht zur gleichen Strafe verdammt werde. Bei diesen Worten verschwand er und der arme Tagelöhner schleppte seinen schweren Kessel mit vieler Mühe, aber glücklich nach Hause. |
| - | Als er nun das viele [[typ:Geld]] sah, wußte er vor Freude nicht wo aus noch ein, faßte die besten Vorsätze und nahm sich vor, so zu leben, daß es ihm nicht gehe, wie seinem unglücklichen Vorgänger. Vor Allem beschloß er von seinem Reichthum eine [[typ:Kirche]] zu bauen, und machte sich flugs an’s Werk, und weil er gut zahlte, arbeitete Alles mit Lust, und wo er sich nur sehen ließ, oder wo man sein Kommen am Ton jener Schelle hörte, kamen ihm alle Armen und Bedrängten entgegen, denn sie waren sicher, daß er ihnen Unterstützung brachte. | + | Als er nun das viele Geld sah, wußte er vor Freude nicht wo aus noch ein, faßte die besten Vorsätze und nahm sich vor, so zu leben, daß es ihm nicht gehe, wie seinem unglücklichen Vorgänger. Vor Allem beschloß er von seinem Reichthum eine Kirche zu bauen, und machte sich flugs an’s Werk, und weil er gut zahlte, arbeitete Alles mit Lust, und wo er sich nur sehen ließ, oder wo man sein Kommen am Ton jener Schelle hörte, kamen ihm alle Armen und Bedrängten entgegen, denn sie waren sicher, daß er ihnen Unterstützung brachte. |
| - | Als aber mit der nahenden Vollendung des Baues auch der [[typ:Schatz]] abnahm, da fing an der [[typ:Geiz]] in das Gemüth des so schnell Reichgewordenen einzuziehen, | + | Als aber mit der nahenden Vollendung des Baues auch der Schatz abnahm, da fing an der Geiz in das Gemüth des so schnell Reichgewordenen einzuziehen, |
| - | Siehe da geschah es, daß einst, als er mitten unter seinen Genossen bei reichbesetzter Tafel saß, ein furchtbares | + | Siehe da geschah es, daß einst, als er mitten unter seinen Genossen bei reichbesetzter Tafel saß, ein furchtbares Gewitter heranzog und während er am wenigsten daran dachte, da fuhr ein furchtbarer Blitz herab, tödtete ihn und zerstörte zugleich auch den noch nicht beendeten Bau, was ihm aber noch von jenem Schatz geblieben, das trugen die Geister wieder dahin zurück, wo er es gefunden hatte, und sein ruheloser Geist, der nun die Stelle des früheren Wächters eingenommen hat, geht klagend und seine Gegenwart durch Schellen verkündigend, |
| - | //Quelle: [[autor: | + | //Quelle: [[autor: |
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/graessesachsen460.1679088878.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
