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sagen:graessesachsen381

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 ====== Der Currendknabe zu Geithayn ====== ====== Der Currendknabe zu Geithayn ======
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     Poetisch beh. b. Ziehnert, Bd. II. S. 123 sq.     Poetisch beh. b. Ziehnert, Bd. II. S. 123 sq.
  
-An der Mittagsseite der [[typ:Kirche]] zu [[geo:geithain|Geithayn]] ist ein Knabe in [[typ:statue|Stein]] gehauen, den die auf dem Rücken hängende Schalaune (Mantel) als Currendschüler bezeichnet. Zwar ist die Inschrift unter dem Bilde selbst nicht mehr zu lesen, die Sage aber berichtet also über die Bedeutung desselben. +An der Mittagsseite der Kirche zu [[geo:geithain|Geithayn]] ist ein Knabe in Stein gehauen, den die auf dem Rücken hängende Schalaune (Mantel) als Currendschüler bezeichnet. Zwar ist die Inschrift unter dem Bilde selbst nicht mehr zu lesen, die Sage aber berichtet also über die Bedeutung desselben. 
  
-Es sind einmal des Abends vier Currendschüler der Stadt [[geo:geithain|Geithayn]] auf dem Kirchthurm gewesen und haben gesehen, daß da, wo die [[typ:glocke|Viertelglocke]] hängt, ein [[typ:dohle|Dohlen]]nest zwischen den Balken angelegt war. Die Stelle war gänzlich unzugänglich, doch haben sie am Ende auf ein Mittel gesonnen, sich des [[typ:nest|Nestes]] zu bemächtigen. Drei von ihnen haben also ein Bret zum Kirchhurmfenster hinausgehalten und der vierte ist darauf gestiegen und auf diese Weise an die Balken gekommen, um so das Nest, welches aber nur von Außen zugänglich war, auszunehmen. +Es sind einmal des Abends vier Currendschüler der Stadt [[geo:geithain|Geithayn]] auf dem Kirchthurm gewesen und haben gesehen, daß da, wo die Viertelglocke hängt, ein Dohlennest zwischen den Balken angelegt war. Die Stelle war gänzlich unzugänglich, doch haben sie am Ende auf ein Mittel gesonnen, sich des Nestes zu bemächtigen. Drei von ihnen haben also ein Bret zum Kirchhurmfenster hinausgehalten und der vierte ist darauf gestiegen und auf diese Weise an die Balken gekommen, um so das Nest, welches aber nur von Außen zugänglich war, auszunehmen. 
  
 Er ruft ihnen zu, es seien drei schwarze und ein weißes Junge darin. Diese verlangen nun für sich das weiße, doch Jener will ihnen nur die drei schwarzen geben und das erstere für sich behalten. Sie drohen ihn herabzuwerfen, wenn er ihnen das weiße nicht hereinreiche, und als er es nicht thut, lassen sie ihn samt dem Neste, welches er in der Hand hält, herabfallen.  Er ruft ihnen zu, es seien drei schwarze und ein weißes Junge darin. Diese verlangen nun für sich das weiße, doch Jener will ihnen nur die drei schwarzen geben und das erstere für sich behalten. Sie drohen ihn herabzuwerfen, wenn er ihnen das weiße nicht hereinreiche, und als er es nicht thut, lassen sie ihn samt dem Neste, welches er in der Hand hält, herabfallen. 
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 Zum Andenken an diese schauerliche Begebenheit ist eben jenes steinerne Bild errichtet worden.  Zum Andenken an diese schauerliche Begebenheit ist eben jenes steinerne Bild errichtet worden. 
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 313; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_331.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 313//
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sagen/graessesachsen381.1679083175.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)