sagen:graessesachsen333
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| ====== Das Rad in der Kirche zu Schweta ====== | ====== Das Rad in der Kirche zu Schweta ====== | ||
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| J. Fiedler, Müglische Ehren- und Gedächtnis-Säule. Lpzg. 1709. 4. S. 81. sq. Sickel a. a. O. I. S. 21 sq. | J. Fiedler, Müglische Ehren- und Gedächtnis-Säule. Lpzg. 1709. 4. S. 81. sq. Sickel a. a. O. I. S. 21 sq. | ||
| - | Im Jahre 1304 ist zu [[geo: | + | Im Jahre 1304 ist zu [[geo: |
| - | Als er aber in seinem Alter sich zur Ruhe setzte und auf dem Hause Schweta wohnte, hat es ihm noch von der Kriegszeit, wo er viel Menschenblut vergossen, angehangen, daß, wenn er sich erzürnt, er in seiner Hitze denjenigen, der ihn zum Zorn bewegt, seiner Wuth aufopferte, also, daß er bei der hohen Landesobrigkeit, | + | Als er aber in seinem Alter sich zur Ruhe setzte und auf dem Hause Schweta wohnte, hat es ihm noch von der Kriegszeit, wo er viel Menschenblut vergossen, angehangen, daß, wenn er sich erzürnt, er in seiner Hitze denjenigen, der ihn zum Zorn bewegt, seiner Wuth aufopferte, also, daß er bei der hohen Landesobrigkeit, |
| - | So hat er einmal zwei [[lex: | + | So hat er einmal zwei [[lex: |
| - | Weil er nun schon allzuviel Werg am Rocken gehabt, hat er sich in Eile aufgemacht und sich dahin [[typ: | + | Weil er nun schon allzuviel Werg am Rocken gehabt, hat er sich in Eile aufgemacht und sich dahin geflüchtet, |
| Einstmals hätte er aber doch verspielt gehabt, wäre nicht einer seiner Unterthanen gewesen. Als ihm nämlich derselbe Mist auf’s Feld fährt und der von Saalhausen hinter dem Wagen hergeht, wird er gewahr, daß das Landgericht zu Roß und Fuß einherzieht, | Einstmals hätte er aber doch verspielt gehabt, wäre nicht einer seiner Unterthanen gewesen. Als ihm nämlich derselbe Mist auf’s Feld fährt und der von Saalhausen hinter dem Wagen hergeht, wird er gewahr, daß das Landgericht zu Roß und Fuß einherzieht, | ||
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| Weil er aber auch die Kirche zu Mügeln in seinem letzten Willen wohl bedachte, ist ihm in derselben ein großes steinernes Bild mit seinem Schild, Helm und Namen gerade der Kanzel gegenüber an der Wand gesetzt worden. Jenes Rad ist aber seit seinem Tode mehrmals erneuert worden und an der Stelle bis auf die jetzige Zeit zu sehen gewesen. | Weil er aber auch die Kirche zu Mügeln in seinem letzten Willen wohl bedachte, ist ihm in derselben ein großes steinernes Bild mit seinem Schild, Helm und Namen gerade der Kanzel gegenüber an der Wand gesetzt worden. Jenes Rad ist aber seit seinem Tode mehrmals erneuert worden und an der Stelle bis auf die jetzige Zeit zu sehen gewesen. | ||
| - | Weil nun aber der alte Ritter als Katholik auf die guten Werke baute, hatte er vor seinem Tode noch befohlen, es solle alle Sonntage ein altes Bußlied von 5 Versen: „Nimm von uns, Herre Gott, alle unsere Sünd und Missethat etc.“ in der Kirche zu Schweta bei Anfang des Gottesdienstes gesungen werden, welches auch in dem alten Dresdner Gesangbuch (S. 350) abgedruckt ist. | + | Weil nun aber der alte Ritter als Katholik auf die guten Werke baute, hatte er vor seinem Tode noch befohlen, es solle alle Sonntage ein altes Bußlied von 5 Versen: „Nimm von uns, Herre Gott, alle unsere Sünd und Missethat etc.“ in der Kirche zu Schweta bei Anfang des Gottesdienstes gesungen werden, welches auch in dem alten Dresdner Gesangbuch (S. 350) abgedruckt ist. Nun ist Ende des 17. Jahrhunderts ein Pastor nach Schweta gekommen, der von dieser Stiftung nichts wußte, also nach seinem Gefallen Lieder singen ließ. Da hat es sich zugetragen, daß sich in der Kirche des Nachts ein so greuliches Gepolter hören ließ, daß jener darüber sehr erschrack. Weil es sich aber mehrere Nächte wiederholte, |
| - | Nun ist Ende des 17. Jahrhunderts ein Pastor nach Schweta gekommen, der von dieser Stiftung nichts wußte, also nach seinem Gefallen Lieder singen ließ. Da hat es sich zugetragen, daß sich in der Kirche des Nachts ein so greuliches Gepolter hören ließ, daß jener darüber sehr erschrack. Weil es sich aber mehrere Nächte wiederholte, | + | |
| - | Der schon erwähnte Sickel, dem der alte [[typ:Pfarrer]] diese wunderliche Geschichte selbst erzählte, bemerkt noch, daß in der Kirche bei Absingung des Glaubens eine allerdings unschädliche Ceremonie aus dem Papstthum beibehalten werde. Wie nämlich beim Absingen des Glaubens die Worte gesungen werden: „Von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren,“ erhoben sich alle Weibspersonen groß und klein und sangen stehend diese Worte, bis dieselben durch den Gesang beendigt wurden. | + | Der schon erwähnte Sickel, dem der alte Pfarrer diese wunderliche Geschichte selbst erzählte, bemerkt noch, daß in der Kirche bei Absingung des Glaubens eine allerdings unschädliche Ceremonie aus dem Papstthum beibehalten werde. Wie nämlich beim Absingen des Glaubens die Worte gesungen werden: „Von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren,“ erhoben sich alle Weibspersonen groß und klein und sangen stehend diese Worte, bis dieselben durch den Gesang beendigt wurden. |
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