sagen:graessesachsen256
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| + | ====== Die Wahlen in Sachsen und vornehmlich im Plauenschen Grunde bei Dresden ====== | ||
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| + | C.G.L.C.F. (d.h. Chr. Lehmann), Nachricht von Wahlen, wer sie gewesen, wo sie Gold-Erz aufgesucht | ||
| + | und gefunden, wie sie solches geschmelzt und zu gute gemacht. Frkft. u. Lpzg. 1764. 8. S. a. | ||
| + | Lehmann, Hist. Schauplatz S. 198 sq. Misc. Saxon. 1768. S. 306-310. 324-332. u. | ||
| + | Beschreibung des Fichtelberges. Leipzig 1716. 4. | ||
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| + | In [[land: | ||
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| + | Man nannte diese Leute Wahlen (Vallenses oder von Wahla, d. h. fremd), weil sie größtentheils aus Venedig (daher oft Venetianer genannt) und Florenz, aus Veltlin, Wallis, Graubündten (deshalb Churwahlen gen.) und den Niederlanden (aus Walheim bei Mecheln) her waren. Sie sprachen ein ebenso schlechtes Deutsch als Italienisch, | ||
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| + | Man erzählt von ihnen auch, daß nach Auffindung der Bergwerke zu [[geo: | ||
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| + | Man kennt aber unter andern folgende Namen: D. Marcus und M. Hieronymus von Venedig und Piger, Antonius von Florenz, Bastian Dersto von Venedig, Matz Nic. Schlascau, Adam und George Bauch, Christoph und Hanß, Friedrich und Barthel Fratres und Moses Hojung von Venedig, die sich von 1400 bis 1608 im Gebirge aufgehalten haben oder an Flüssen ertappt worden sind. Uebrigens scheinen diese Leute sehr oft von guter Herkunft gewesen zu sein. Denn man erzählt, daß einst ein sächsischer Edelmann einen solchen Wahlen häufig auf seinem Grund und Boden ertappt habe, wie derselbe Erz suchte und wegschleppte; | ||
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| + | Da trug es sich zu, daß er nach einigen Jahren auf einer Reise auch nach [[geo: | ||
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| + | Hieraus folgt nun aber, daß diese Wahlen das Erz mit sich huckenweise fortgetragen, | ||
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| + | Sie haben übrigens zur Angabe der verschiedenen Metalle und Gruben und um sich nach längerer Zeit sicher orientiren zu können, in Bäume und Felsen bestimmte Merkzeichen eingeschnitten, | ||
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| + | Sie hatten sich auch vieler abergläubischer Mittel bedient, so z. B. haben sie zum Schmelzen, Rösten und zur Verwandelung der Metalle einzelne Kräuter gebraucht, wie das Mondkraut (lunaria), bei Aufgang der Sonne im vollen Mond gepflückt, Goldwurzel oder Martigen, Mondenraute und Eisenkraut, auch Taubenkraut genannt. Sie sollen aber auch die Erze verthan oder verzaubert haben, damit sie Niemand als sie finden könne. Sie sollen deshalb ein Stück Holz von einem Sarge genommen und an solche Orte, wo Körner, Erz oder sonst Metalle sind, oder in einen Baum in der Nähe eingeschlagen haben und Niemand habe sie dann ausfindig machen können, es sei denn, das Holz wäre verfault oder herausgefallen. Auch sollen sie Todtenköpfe in die Brunnen und Erzgruben geworfen haben, die erst entfernt werden müssen, wenn man etwas finden will, ja zuweilen sollen sie einen bösen Geist dahin gebannt haben, wie auf dem Tollenstein bei Sitta, und hier muß wieder dieser erst vertrieben werden. | ||
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| + | Gleichwohl giebt es auch wieder Mittel, um diesen Zauber aufzuheben, so wird in dem oben angeführten Buche S. 126 Folgendes angegeben: „Kreuch dreymal rücklings vorne um das (verzauberte) Loch, wenn es nicht aufgethan, so ist’s auf jener Seite verthan worden und so hast Du es auf dieser Seite noch einmal verthan: So gehe und kreuch auf jener Seite sechsmal rücklings herum, so thust Du jenes und Deines auf, dann wirst Du es recht finden, also kannst Du auch alle anderen Sachen, die verthan sind, wieder aufmachen, sie mögen verzaubert sein wie sie wollen.“ | ||
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| + | Weiter (S. 125) wird von einem Goldschmied in [[land: | ||
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| + | Jedenfalls sind die Wahlen bergverständige Leute gewesen und deshalb hat der Aberglaube sie zu [[wesen: | ||
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| + | Ao Dni 1451 Jahr Als die Stiftbrief sagen für wahr Ist dies löblich Haus gefangen an, Gebaut durch ein christlichen Mann, Sigismund Wann ist er genannt, Seinem Vaterlande wohl bekannt. Eine Wahlin gehabt zum Weib, Ohne Leibeserben verschied beyder Leib. Von Gott mit dieser Kunst begnad, Wie man von alter Urkund hat, Das Gold von Zinn zu scherren Dadurch sich ihre Güther thäten mehren etc. | ||
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| + | Speciell für das Weiseritzthal hat aber jenes vorhin erwähnte Schieferbüchlein des Wahlen Begge darum Interesse, weil es höchst interessante Conjecturen über den Metallreichthum dieser Gegend liefert. Diese Stelle lautet aber (a. a. O. S. 68 sq. u. a. b. Horn, Sächs. Handbibliothek Bd. II. p. 249–252) also: | ||
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| + | „Wenn man von Dreßden gehet gegen Mittag an der hindersten Mühle im Plauischen Grunde, ehe man zum Schweizerbette kommt, liegt ein Goldgang, der gegen Morgen streichet und siehet man denselben bei Tage ausstreichen an den hohen Felsen, der ist so reich, daß auch der halbe Theil Gold und Silber ist, es ist aber nicht wohl dazu zu kommen. | ||
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| + | Weiter beym Schweizerbette ist ein großer Steinfels, daran sind unterschiedene Zeichen gehauen, von denselben gehe zweyhundert Schritte, da wirst Du einen sehr mächtigen Gang antreffen, der soviel Gold, Silber und Kupfer hält, daß es nicht zu beschreiben. Der Gang kommt aus halbern Abend und Mittag und streichet oben bey Tage aus. Der Berg sieht oben ganz röthlich aus, und ist sehr hoch. | ||
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| + | Ferner diesem Berg über das Wasser, die [[region: | ||
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| + | Vom Schweizerbette, | ||
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| + | Fernerhin kommt man zu einem kiefernen Busche, unten am Fußsteige liegen viel Steine auf einander, von der Steinrücke fünfzig Schritte ist ein großer Stein, da dann zwey Kreuze gegen Mitternacht, | ||
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| + | Gehe am Gebürge an den Felsen hin, durch die Wiesen, so kommst du zu einem Wege, der aufs näheste Dorf gehet, gehe den Weg etwa hundert Schritte im Gesträuche am Berge hinauf nach, so findest du eine rothe Höhle, darinnen ist ein Schatz eines Königsreichs werth an Roth- und Weißgüldenerz, | ||
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| + | Bey Sambsdorf im hohlen Wege streicht ein mächtiger Silbergang zu Tage aus. | ||
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| + | Der Windberg über der Weißeritz nahe bei [[geo: | ||
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| + | Im [[geo: | ||
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| + | Nicht weit davon liegt der grüne Stollen, da fließet die Weißeritz, über dem Wasser nach dem Tharandischen Walde, dem Berg hinauf liegt ein reiches Bergwerk, darinnen Rothgülden- und Glaserz am Bruche stehet, auch bereits das Wahrzeichen an einem Baume zu finden, eine spitze Keulhaue und unter dem Baume ein großer Stein, darauf drey Kreuze gehauen. Weiter hinauf in dem Walde wird man mehr Zeichen an Bäumen finden, und mitten durch die Bäume streichet ein sehr mächtiger Kupfergang einer Elle breit, und liegt der ganze Mann da, der sich nach dem Wasser, der halbe Theil oder Arm nach Freiberg, und das ganze Corpus liegt nach dem Tharander Walde, wie die Zeichen vermelden. | ||
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| + | Zu Höckendorf, | ||
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| + | Anno 1681 im Junio ist N. N. durch den rothen Gang mit fleißigem Gebethe gegangen, und den ganzen Stock auf etliche hundert Schritte übers Kreuz angetroffen, | ||
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sagen/graessesachsen256.1678189963.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
