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sagen:graessesachsen235

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     Poet. beh. von Segnitz Bd. II. S. 268 sq.     Poet. beh. von Segnitz Bd. II. S. 268 sq.
  
-Nachdem schon im Jahre 1619 den 10. März und 1. December zwei große Brüche im [[geo:altenberg|Altenberger]] [[typ:bergwerk|Bergwerke]] geschehen waren, hat sich den 24. Januar des folgenden Jahres der dritte und größte zugetragen, so daß nicht bloß die schon vorher gewesene Bünge tiefer einging, sondern auch vier [[typ:zeche|Zechen]] nebst einem Schachte und dem Hause des [[typ:schmied|Bergschmieds]] Dietze ganz versunken sind. Ob nun wohl der größte Theil der Stadt durch dieses [[typ:Erdbeben]] furchtbar erschüttert ward, ist doch der Ort durch Gottes Gnade erhalten worden, auch die meisten versunkenen Bergleute sind nach und nach wunderbar gerettet worden, nur einer ist nicht wieder zu Tage gekommen, nämlich ein alter [[typ:Bergmann]] von 79 Jahren, Namens David Eichler (nach Andern Simon Sohr), der aller [[typ:Warnung]] ohngeachtet alle Bergvesten (d. h. Pfeiler, die man beim Bauen stehen läßt, um durch sie das ganze Werk zu stützen) nach und nach weggehauen hatte, auch sonst ein gottloser Mensch war und an diesem Tage ohne Gebet und in Teufels Namen eingefahren sein soll. Hiervon hat man folgenden alten Reim:+Nachdem schon im Jahre 1619 den 10. März und 1. December zwei große Brüche im [[geo:altenberg|Altenberger]] Bergwerke geschehen waren, hat sich den 24. Januar des folgenden Jahres der dritte und größte zugetragen, so daß nicht bloß die schon vorher gewesene Bünge tiefer einging, sondern auch vier Zechen nebst einem Schachte und dem Hause des Bergschmieds Dietze ganz versunken sind. Ob nun wohl der größte Theil der Stadt durch dieses Erdbeben furchtbar erschüttert ward, ist doch der Ort durch Gottes Gnade erhalten worden, auch die meisten versunkenen Bergleute sind nach und nach wunderbar gerettet worden, nur einer ist nicht wieder zu Tage gekommen, nämlich ein alter Bergmann von 79 Jahren, Namens David Eichler (nach Andern Simon Sohr), der aller Warnung ohngeachtet alle Bergvesten (d. h. Pfeiler, die man beim Bauen stehen läßt, um durch sie das ganze Werk zu stützen) nach und nach weggehauen hatte, auch sonst ein gottloser Mensch war und an diesem Tage ohne Gebet und in Teufels Namen eingefahren sein soll. Hiervon hat man folgenden alten Reim:
  
 Ich George Fröhlich der Alte\\ Ich George Fröhlich der Alte\\
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 Das ist bewußt der ganzen Gemein.\\ Das ist bewußt der ganzen Gemein.\\
  
-Gleichwohl ist dieses [[typ:Unglück]] nicht ohne Warnung von oben geschehen, denn man hat einige Zeit vorher, wenn die Bergleute früh zwischen 4 und 5 Uhr im Zechenhause ihr Gebet vor dem Einfahren abgewartet hatten, wahrgenommen, daß ein weißes [[typ:Pferd]] im vollen Laufe von oben an bis zum Ende der Bünge sprang und alsbald verschwand. Man hat dies auch für eine Warnung angesehen, auch weil zuvor Viele vor dem gemeinschaftlichen Gebet eingefahren, den das Gebet versäumenden Bergleuten zwei [[typ:Groschen]] von ihrem Lohne für arme Leute abgezogen, wovon denn das sogenannte Aufrufen gekommen ist. +Gleichwohl ist dieses Unglück nicht ohne Warnung von oben geschehen, denn man hat einige Zeit vorher, wenn die Bergleute früh zwischen 4 und 5 Uhr im Zechenhause ihr Gebet vor dem Einfahren abgewartet hatten, wahrgenommen, daß ein weißes Pferd im vollen Laufe von oben an bis zum Ende der Bünge sprang und alsbald verschwand. Man hat dies auch für eine Warnung angesehen, auch weil zuvor Viele vor dem gemeinschaftlichen Gebet eingefahren, den das Gebet versäumenden Bergleuten zwei Groschen von ihrem Lohne für arme Leute abgezogen, wovon denn das sogenannte Aufrufen gekommen ist. 
  
 Im Jahre 1729 hat man, wie man das damals Eingestürzte wieder aufzuarbeiten suchte, was jedoch nicht gelungen ist, eine alte Bergmütze von Filz gefunden, die man für die Fahrmütze jenes Eichler gehalten hat.  Im Jahre 1729 hat man, wie man das damals Eingestürzte wieder aufzuarbeiten suchte, was jedoch nicht gelungen ist, eine alte Bergmütze von Filz gefunden, die man für die Fahrmütze jenes Eichler gehalten hat. 
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874,  [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_210.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874//
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