sagen:graessesachsen164
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| - | Am rechten Elbufer ziemlich [[geo: | + | Am rechten Elbufer ziemlich [[geo: |
| - | Es soll nämlich einst zu [[geo:Pirna]] ein [[typ: | + | Es soll nämlich einst zu Pirna ein Hirt gewesen sein, der seine Schaafe früh stromaufwärts und nach Tische stromabwärts am Elbufer weidete. Schön war er, das wußten alle Mädchen der Umgegend, allein noch kannte er die Liebe nicht, er freute sich seiner Jugend, liebte seine Heerde, allein alles Andere kümmerte ihn wenig. Gewöhnlich lagerte er sich am Nachmittag unter einem dicht belaubten Baume, sah seine Lämmer um sich herum spielen, bließ sich ein Liedchen auf seiner [[lex: |
| - | Siehe, als er sich wieder einst so ins Grüne gelagert hatte, da erblickte er am andern Ufer eine schöne | + | Siehe, als er sich wieder einst so ins Grüne gelagert hatte, da erblickte er am andern Ufer eine schöne Jungfrau, welche eine Heerde Ziegen weidete, am andern und den folgenden Tagen war Hirtin und Heerde wieder da und so gewöhnte er sich daran, täglich hinüber nach dem Mädchen zu sehen, und siehe auch dieses schaute zu ihm herüber so freundlich und liebreich, daß er seine Schalmei ergriff und ihr ein Liedchen hinüber spielte. |
| - | Wie freute er sich aber, als diese ihm mit lieblicher Stimme eine Antwort sang, er zeigte mit seiner Hand hinüber, die [[typ:Jungfrau]] winkte ihm und wieß auf den nahen [[typ:Felsen]]. Als es nun Abend geworden war, da eilte er mit seinen | + | Wie freute er sich aber, als diese ihm mit lieblicher Stimme eine Antwort sang, er zeigte mit seiner Hand hinüber, die Jungfrau winkte ihm und wieß auf den nahen Felsen. Als es nun Abend geworden war, da eilte er mit seinen Schaafen nach Hause; aber kaum waren diese besorgt, da war er auch schon wieder am Stromesufer, |
| - | Am nächsten und den folgenden Abenden schwamm der verliebte Jüngling, solange der [[typ:Mond]] die Erde erleuchtete, | + | Am nächsten und den folgenden Abenden schwamm der verliebte Jüngling, solange der Mond die Erde erleuchtete, |
| - | Siehe da wartete gerade an diesem Abend die Hirtin vergeblich auf dem Felsen, sie sang ein Liedchen nach dem andern, welches den Geliebten einladen sollte, allein er kam nicht, und als sie am andern Tage ihre Ziegen austrieb, da sah sie wohl die Schaafe wie gewöhnlich am andern Ufer, aber ein anderer | + | Siehe da wartete gerade an diesem Abend die Hirtin vergeblich auf dem Felsen, sie sang ein Liedchen nach dem andern, welches den Geliebten einladen sollte, allein er kam nicht, und als sie am andern Tage ihre Ziegen austrieb, da sah sie wohl die Schaafe wie gewöhnlich am andern Ufer, aber ein anderer Hirt weidete sie. Wie sie nun diesen und die folgenden Abende vergeblich auf ihren Geliebten wartete und er immer nicht kam, da kam ihr der Gedanke, es möge ihm ein Unglück widerfahren sein, und als es mittlerweile Mitternacht geworden war, ehe sie sich von der ihr so lieb gewordenen Stelle trennen konnte, sah sie auf einmal eine weiße Gestalt über dem Strome schweben, sich dem Felsen nahen, ihn ersteigen und immer näher auf sie zu kommen. |
| Voll Schreck vermochte sie weder ein Wort zu sprechen, noch den Platz zu verlassen; da trat der Schatten vor sie hin und sprach: „fürchte Dich nicht, ich bin Dein Bräutigam, als ich das letzte Mal nach Hause schwamm, haben mich die Götter des Stroms zu sich hinabgezogen, | Voll Schreck vermochte sie weder ein Wort zu sprechen, noch den Platz zu verlassen; da trat der Schatten vor sie hin und sprach: „fürchte Dich nicht, ich bin Dein Bräutigam, als ich das letzte Mal nach Hause schwamm, haben mich die Götter des Stroms zu sich hinabgezogen, | ||
| - | Wenn nun um Mitternacht der Vollmond auf den Singestein niederblickt, | + | Wenn nun um Mitternacht der Vollmond auf den Singestein niederblickt, |
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