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sagen:graessesachsen153

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 In einem sächsischen Adeligen Fräuleinstifte, welches früher ein Kloster gewesen war, ward im J. 1695 ein junger Mensch, Namens Martin Heinrich Arnold aus Dresden, vor Gericht gezogen, weil er sich seit der Zeit, wo er hier diente, öfters hatte verlauten lassen, daß er mit dem Teufel im Bunde stehe. Da er nun hierüber vor Gericht eidlich befragt ward, gab er ohne Bedenken zur Antwort, es sey wahr, daß er sich mit dem Teufel in ein genaues Bündniß eingelassen habe und solches wäre vor fünf Jahren zu Frankfurt a. d. Od. geschehen, da er bei Andreas Gutschmann, einem reisenden Arzte, in Diensten gestanden.  In einem sächsischen Adeligen Fräuleinstifte, welches früher ein Kloster gewesen war, ward im J. 1695 ein junger Mensch, Namens Martin Heinrich Arnold aus Dresden, vor Gericht gezogen, weil er sich seit der Zeit, wo er hier diente, öfters hatte verlauten lassen, daß er mit dem Teufel im Bunde stehe. Da er nun hierüber vor Gericht eidlich befragt ward, gab er ohne Bedenken zur Antwort, es sey wahr, daß er sich mit dem Teufel in ein genaues Bündniß eingelassen habe und solches wäre vor fünf Jahren zu Frankfurt a. d. Od. geschehen, da er bei Andreas Gutschmann, einem reisenden Arzte, in Diensten gestanden. 
  
-Er sey einstmals vom Theater ins Wirthshaus gekommen, wo ihm der Gedanke eingefallen, daß er in den Stall gehen solle. Nachdem er diesem innerlichen Triebe gefolgt, hätte er daselbst den Satan in Gestalt eines Menschen in schwarzem Kleide angetroffen, welcher zu ihm gesagt, wenn er sich mit ihm verbinden und Gutes von ihm genießen wolle, so solle er ihm eine Handschrift, mit seinem eigenen Blute geschrieben, geben, mit beigefügtem Anhange, er könne mehr als Gott und sey auch mehr als derselbe. Den Satan hätte er zwar zuvor schon oftmals in der Gestalt eines schwarzen Bockes mit einem feurigen Kopfe gesehen, indem sein gewesener Herr denselben stets bei sich geführt, wie ihm denn dieser auch immerfort in den Ohren gelegen, daß er sich dem Satan verschreiben möchte. +Er sey einstmals vom Theater ins Wirthshaus gekommen, wo ihm der Gedanke eingefallen, daß er in den Stall gehen solle. Nachdem er diesem innerlichen Triebe gefolgt, hätte er daselbst den [[wesen:Satan]] in Gestalt eines Menschen in schwarzem Kleide angetroffen, welcher zu ihm gesagt, wenn er sich mit ihm verbinden und Gutes von ihm genießen wolle, so solle er ihm eine Handschrift, mit seinem eigenen Blute geschrieben, geben, mit beigefügtem Anhange, er könne mehr als Gott und sey auch mehr als derselbe. Den Satan hätte er zwar zuvor schon oftmals in der Gestalt eines schwarzen Bockes mit einem feurigen Kopfe gesehen, indem sein gewesener Herr denselben stets bei sich geführt, wie ihm denn dieser auch immerfort in den Ohren gelegen, daß er sich dem Satan verschreiben möchte. 
  
 Nun habe er zwar die begehrte Handschrift damals nicht ausgestellt, doch hätte der Geist drei Haare von seinem Haupte verlangt, so er ihm auch gegeben, dagegen habe er von ihm einen rothen Faden bekommen, welcher dreimal um den Leib gereichet und von ihm auf des Geistes Geheiß zum Zeichen des getroffenen Bundes um den Leib gebunden worden. Ueberdem habe ihm jener einen Brief überreicht, welcher nicht versiegelt, doch aber dermaßen fest zusammengelegt gewesen, daß man denselben nicht mit Händen aufmachen können. Wenn er hiernächst eine Begierde nach Geld empfunden, so habe er obgemeldeten Brief in die linke Hand nehmen, den Teufel anbeten und in dessen Namen die rechte Hand schütteln müssen, worauf er soviel Geld, als er begehrt, erlangt, auch so oft er diese Probe versuchet, solche richtig befunden hätte.  Nun habe er zwar die begehrte Handschrift damals nicht ausgestellt, doch hätte der Geist drei Haare von seinem Haupte verlangt, so er ihm auch gegeben, dagegen habe er von ihm einen rothen Faden bekommen, welcher dreimal um den Leib gereichet und von ihm auf des Geistes Geheiß zum Zeichen des getroffenen Bundes um den Leib gebunden worden. Ueberdem habe ihm jener einen Brief überreicht, welcher nicht versiegelt, doch aber dermaßen fest zusammengelegt gewesen, daß man denselben nicht mit Händen aufmachen können. Wenn er hiernächst eine Begierde nach Geld empfunden, so habe er obgemeldeten Brief in die linke Hand nehmen, den Teufel anbeten und in dessen Namen die rechte Hand schütteln müssen, worauf er soviel Geld, als er begehrt, erlangt, auch so oft er diese Probe versuchet, solche richtig befunden hätte. 
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 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874// //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874//
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sagen/graessesachsen153.1709762407.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)