sagen:graessesachsen153
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| + | ====== Heinrich Martin Arnold aus Dresden macht einen Bund mit dem Teufel ====== | ||
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| + | S. Monatl. Unterr. a. d. Reiche d. Geister. Bd. I. S. 603. | ||
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| + | In einem sächsischen Adeligen Fräuleinstifte, | ||
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| + | Er sey einstmals vom Theater ins Wirthshaus gekommen, wo ihm der Gedanke eingefallen, | ||
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| + | Nun habe er zwar die begehrte Handschrift damals nicht ausgestellt, | ||
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| + | Endlich wäre er durch Neugierde angetrieben worden, zu wissen, was in demselben Briefe geschrieben stehe, damit er dergleichen nachmachen könne. Er hätte ihn deswegen in des Teufels Namen mit einem hölzernen Messer, das er selbst dazu verfertigt, weil es mit einem andern nicht angehen wollen, von einander geschnitten, | ||
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| + | Daß er aber dieses unternommen, | ||
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| + | Nachdem er nun solches Bündniß besagter Maßen eingegangen, | ||
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| + | Insonderheit erzählte er, daß sie auf einem Dorfe, dessen Namen er nicht zu nennen wußte, in angenommener Katzengestalt die frischen Würste im Wirthshaus aufgefressen. Zu einer andern Zeit hätten sie alle beide sich in Aepfel verwandelt und durch ein offenes Fenster oder zerbrochene Scheibe in ein Haus, Stube oder Kammer, wo die Leute geschlafen, sich bis ins Bette gerollt. Wenn dann dieselben aufgewacht und den im Bette gefundenen Apfel bis auf den Kern verzehrt, das Kernhaus aber vom Bett auf die Erde geworfen, so hätte sich dasselbe in einen todten Menschenkörper verwandelt und einen greulichen Gestank von sich gegeben, worüber sich die Menschen entsetzt, krank worden, auch wohl gar gestorben. | ||
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| + | Mit der Verwandlung aber in eine Katze, Apfel oder Vogel wäre es so zugegangen. Sein gewesener Herr Gutschmann hätte drei Hände voll Mist genommen, und selbige auf einander auf einen Ort gelegt, er aber hätte dreimal darüber springen, um ein altes Spinnrad herumlaufen und die h. Dreifaltigkeit verleugnen müssen. Wenn solches geschehen, wäre er Dasjenige geworden, wozu ihn sein Herr hätte haben wollen. Wenn sie sich in einen Apfel verwandelt, wäre er eigentlich nur der Kern gewesen und sein Herr hätte ihn mit Aepfelschale überzogen. | ||
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| + | Er bekannte noch mehr von solchen Veränderungen, | ||
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| + | Außerdem hätte er gar oft in Gestalt eines Apfels ungetaufte Kinder seinem Herrn zugeführt, die er an gewissen Orten weggenommen, | ||
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| + | Da er nun nach solcher Aussage ernstlich befragt wurde, ob er sonst noch ein Zeichen vom Satan empfangen, da er sich mit ihm verbunden, und woher er die Wunde über den Arm bekommen? so gab er darauf zur Antwort, er wäre gleich nach geschlossenem Bündniß auf dem Wolpersberge unweit [[geo: | ||
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| + | Als er ferner befragt wurde, wie er auf besagten Berg hinauf- und wieder zurückgekommen, | ||
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| + | Dieses Alles hat besagter Mensch gerichtlich ausgesagt, wie es denn also auch in den Gerichtsacten aufgezeichnet gefunden wird. Vermuthlich ist er aber für verrückt gehalten worden, denn bestraft scheint man ihn nicht zu haben. | ||
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sagen/graessesachsen153.1678187718.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
