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sagen:graessesachsen152

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 ====== Der Hofprediger Steinbach will mit Hilfe des Teufels aus dem Gefängniß entwischen ====== ====== Der Hofprediger Steinbach will mit Hilfe des Teufels aus dem Gefängniß entwischen ======
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     Annalen oder Leben der Hofprediger zu Dresden. S. 459. sq.     Annalen oder Leben der Hofprediger zu Dresden. S. 459. sq.
  
-Als David Steinbach, zuletzt churfürstlicher Hofprediger zu [[geo:Dresden]], wegen Versuchs der Einführung des Calvinismus in [[land:Sachsen]] zu [[geo:Stolpen]] gefangen gesetzt ward, hat derselbe sich den 19. Juni 1592, nachdem er durch drei verschlossene Thüren, die ganz unversehrt blieben, gekommen war, an einem Seile aus seinem [[typ:kerker|Gefängniß]] herablassen wollen, ist aber herabgefallen und hat das Bein gebrochen. +Als David Steinbach, zuletzt churfürstlicher Hofprediger zu [[geo:Dresden]], wegen Versuchs der Einführung des [[lex:Calvinismus]] in [[land:Sachsen]] zu [[geo:Stolpen]] gefangen gesetzt ward, hat derselbe sich den 19. Juni 1592, nachdem er durch drei verschlossene Thüren, die ganz unversehrt blieben, gekommen war, an einem Seile aus seinem Gefängniß herablassen wollen, ist aber herabgefallen und hat das Bein gebrochen. 
  
-Bei der Befragung, wie er ein Entweichen angestellt, hat derselbe unaufgefordert dem Schösser Thomas Treutter, dem [[typ:Bürgermeister]] und andern [[typ:ratsherr|Rathsherren]] in’s Gesicht gesagt, der [[typ:Teufel]] habe ihm geholfen; derselbe sei oft zu ihm des Nachts in sein Gefängniß gekommen, habe sich in seinem Handbecken gebadet, das Bänklein fortgerückt und seine Bücher umgeblättert und herumgeworfen. +Bei der Befragung, wie er ein Entweichen angestellt, hat derselbe unaufgefordert dem Schösser Thomas Treutter, dem Bürgermeister und andern Rathsherren in’s Gesicht gesagt, der [[wesen:Teufel]] habe ihm geholfen; derselbe sei oft zu ihm des Nachts in sein Gefängniß gekommen, habe sich in seinem Handbecken gebadet, das Bänklein fortgerückt und seine Bücher umgeblättert und herumgeworfen. 
  
-Man hat auch am Abend desselben Tages einen Bauern in einem rothen Leder mit einem Fuhrmannshut mit Federn durch das Eßloch der Thüre des Gefängnisses des Hofpredigers Salmuth, der mit ihm, jedoch an einem ganz entfernten Theile der Festung gefangen saß, an seinem [[typ:Kerker]] vorübergehen sehen. Auch ist ein solches Wetter, ein solches Werfen und Blättern auf dem Schloßhofe von den Dächern geschehen, daß die Nachbarn nicht sicher auf dem Hofe haben sein können. +Man hat auch am Abend desselben Tages einen Bauern in einem rothen Leder mit einem Fuhrmannshut mit Federn durch das Eßloch der Thüre des Gefängnisses des Hofpredigers Salmuth, der mit ihm, jedoch an einem ganz entfernten Theile der Festung gefangen saß, an seinem Kerker vorübergehen sehen. Auch ist ein solches Wetter, ein solches Werfen und Blättern auf dem Schloßhofe von den Dächern geschehen, daß die Nachbarn nicht sicher auf dem Hofe haben sein können. 
  
-Da nun der [[typ:Teufel]] Steinbachen seinem selbst gethanen Bekenntnisse nach nicht hat wegbringen können, so hat er von [[geo:Stolpen]] bis [[geo:Bischofswerda]] einen solchen Schaden im [[typ:Getreide]] gethan, daß in dem Strich, wo das Wetter ging, nicht der dritte Halm stehen blieb und zu [[geo:Bischofswerda]] die [[typ:hagel|Schloßen]] so groß wie die welschen [[typ:nuss|Nüsse]] waren und den Bürgern die Fenster einschlugen, also, daß Jedermann dachte, der jüngste Tag sei gekommen. Nachher ist jedoch Steinbach in sich gegangen, hat das heilige Abendmahl genommen und reuig alle seine Irrthümer widerrufen. +Da nun der Teufel Steinbachen seinem selbst gethanen Bekenntnisse nach nicht hat wegbringen können, so hat er von [[geo:Stolpen]] bis [[geo:Bischofswerda]] einen solchen Schaden im Getreide gethan, daß in dem Strich, wo das Wetter ging, nicht der dritte Halm stehen blieb und zu Bischofswerda die Schloßen((Anmerkung SagenwikiHagel)) so groß wie die welschen Nüsse waren und den Bürgern die Fenster einschlugen, also, daß Jedermann dachte, der jüngste Tag sei gekommen. Nachher ist jedoch Steinbach in sich gegangen, hat das heilige Abendmahl genommen und reuig alle seine Irrthümer widerrufen. 
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_131.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874//
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-{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 stolpen kerker teufel flucht hagel unwetter pfarrer sturz beinbruch unwetter getreide hagel abendmahl}}+{{tag>sagen grässe sagenschatzsachsen1 stolpen gefängnis prediger calvinismus  teufel flucht hagel unwetter pfarrer sturz beinbruch unwetter getreide hagel abendmahl v2}}
  
  
sagen/graessesachsen152.1678719925.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)