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sagen:graessesachsen149

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 ====== Der Bürgermeister zu Finsterwalde am Hofe zu Dresden ====== ====== Der Bürgermeister zu Finsterwalde am Hofe zu Dresden ======
-Gegen die Mitte des [[zeit:17jhd|17. Jahrhunderts]] ist zu [[geo:finsterwalde|Finsterwalde]] ein [[typ:Bürgermeister]], Namens [[vip:christoph_koswig|Christoph Koswig]], gewesen, der weit und breit als [[typ:Trinker]] bekannt war. Den hat einst [[vip:johanngeorgi|Churfürst Johann Georg I.]] in einer [[typ:kutsche|Carosse]] nach [[geo:Dresden]] holen lassen, als sich an seinem Hofe ein kaiserlicher Abgesandter befand, der einen großen Trinker bei sich hatte und sich berühmte, wie der Churfürst in seinem ganzen Lande keinen Mann habe, der diesem im Trinken Bescheid thun könne.  
  
-Als nun dieser Koswig in [[geo:Dresden]] angekommenhat ihn der Churfürst gefragtob er sich unterständeauf 22 [[lex:maß|Maaß]] [[typ:Bier]] Bescheid zu thunweil eine ansehnliche Wette darauf gesetzt seyworauf dieser solches bejahet hat. Als nun das Trinken angegangen und der Kaiserliche dem Koswig 22 Maaß zugetrunken, hat solcher ihm nicht allein vollkommen Bescheid gethan, sondern auch dem Kaiserlichen gleich wieder 22 Maaß auf einmal zugetrunken, wovon aber derselbe nicht die Hälfte einbringen können, sondern sich überwunden gesehen und gesagt: der hat den Teufel mit Saufen+Gegen die Mitte des [[zeit:17jhd|17. Jahrhunderts]] ist zu [[geo:finsterwalde|Finsterwalde]] ein BürgermeisterNamens [[vip:christophkoswig|Christoph Koswig]]gewesender weit und breit als Trinker bekannt war. Den hat einst [[vip:johanngeorgi|Churfürst Johann Georg I.]] in einer Carosse nach [[geo:Dresden]] holen lassenals sich an seinem Hofe ein kaiserlicher Abgesandter befand, der einen großen Trinker bei sich hatte und sich berühmte, wie der Churfürst in seinem ganzen Lande keinen Mann habe, der diesem im Trinken Bescheid thun könne
  
-Ferner ist Koswig einmal des Schäfers Magd von der herrschaftlichen Schäferei am Thore auf der [[typ:Brücke]] begegnet, welche ein [[typ:fass|Fäßchen]] [[typ:Bier]] von 22 [[lex:Nösel]] geholt gehabt. Diese redet er an, wo sie denn das [[typ:bier|Bier]] geholtsie solle es ihm doch kosten lassener wolle auch hingehenDie [[typ:Magd]] giebt ihm das Fäßchen, er setzt an, trinkt es auf einmal nach einander aus und kollert das Fäßchen der Magd vor die Füße. Diese fängt an zu weinener aber giebt ihr [[typ:Geld]] zu anderem Biere. Weiter hat er auch dann und wann mit dem einen oder andern Bürger wetten wollen, wie er auf einmal soviel trinken könnedaß es an dem Standbottich zu erkennen sein sollees hat aber Niemand deswegen mit ihm anbinden wollen.+Als nun dieser Koswig in Dresden angekommen, hat ihn der Churfürst gefragt, ob er sich unterstände, auf 22 [[lex:maß|Maaß]] Bier Bescheid zu thunweil eine ansehnliche Wette darauf gesetzt seyworauf dieser solches bejahet hatAls nun das Trinken angegangen und der Kaiserliche dem Koswig 22 Maaß zugetrunken, hat solcher ihm nicht allein vollkommen Bescheid gethan, sondern auch dem Kaiserlichen gleich wieder 22 Maaß auf einmal zugetrunkenwovon aber derselbe nicht die Hälfte einbringen könnensondern sich überwunden gesehen und gesagt: der hat den Teufel mit Saufen
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_129.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+Ferner ist Koswig einmal des Schäfers Magd von der herrschaftlichen Schäferei am Thore auf der Brücke begegnet, welche ein Fäßchen Bier von 22 [[lex:Nösel]] geholt gehabt. Diese redet er an, wo sie denn das Bier geholt, sie solle es ihm doch kosten lassen, er wolle auch hingehen. Die Magd giebt ihm das Fäßchen, er setzt an, trinkt es auf einmal nach einander aus und kollert das Fäßchen der Magd vor die Füße. Diese fängt an zu weinen, er aber giebt ihr Geld zu anderem Biere. Weiter hat er auch dann und wann mit dem einen oder andern Bürger wetten wollen, wie er auf einmal soviel trinken könne, daß es an dem Standbottich zu erkennen sein solle, es hat aber Niemand deswegen mit ihm anbinden wollen. 
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 +//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874//
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