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sagen:graessesachsen147

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     Zeiller, Handbuch a. a. O. Bd. II. S. 175.     Zeiller, Handbuch a. a. O. Bd. II. S. 175.
  
-Als Treiber bei den großen [[typ:jagd|Jagden]] der sächsischen Churfürsten fungirten sonst die sogenannten Blauhütlein, d. h. Bauern, welche die Hunde führten und gezeichnete blaue Hütlein aufhatten, damit man es an den Ziffern, die daran geschrieben waren, sogleich erkennen konnte, in welches Dorf ein Jeder gehöre. +Als Treiber bei den großen Jagden der sächsischen Churfürsten fungirten sonst die sogenannten Blauhütlein, d. h. Bauern, welche die Hunde führten und gezeichnete blaue Hütlein aufhatten, damit man es an den Ziffern, die daran geschrieben waren, sogleich erkennen konnte, in welches Dorf ein Jeder gehöre. 
  
-Sobald nun aber einer unter ihnen war, der nicht dienen wollte, da setzte man ihm die sogenannte Sturmhaube auf. Ein solches Ding hatte nur zwei Löcher für die Augen und ein kleines Löchlein zum Munde, daß man ihnen durch ein Röhrchen die Suppenbrühe zum Munde bringen konnte. Wenn nun irgend ein [[typ:diener|Hofdiener]] etwas verwirkt hatte, mußte er eine solche Sturmhaube 2, auch 3 Tage, aufhaben und dem Profoß einen [[lex:Speziestaler|Speciesthaler]] geben, wenn er sie ihm wieder öffnete. +Sobald nun aber einer unter ihnen war, der nicht dienen wollte, da setzte man ihm die sogenannte Sturmhaube auf. Ein solches Ding hatte nur zwei Löcher für die Augen und ein kleines Löchlein zum Munde, daß man ihnen durch ein Röhrchen die Suppenbrühe zum Munde bringen konnte. Wenn nun irgend ein Hofdiener etwas verwirkt hatte, mußte er eine solche Sturmhaube 2, auch 3 Tage, aufhaben und dem Profoß einen [[lex:Speziestaler|Speciesthaler]] geben, wenn er sie ihm wieder öffnete. 
  
 Der Augsburger, Philipp Hainhofer, sah im Jahre 1629 30 solche Sturmhauben im Dresdner Jagdhause und hörte, die Erfindung dieser Strafe komme aus [[land:Frankreich]]. Es ist dieselbe jedoch noch lange in Kraft geblieben und noch im ersten und zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts hat mancher Lakai, der Holz entwendet oder sonst etwas Geringes verbrochen hatte, mit der Sturmhaube bedeckt im großen Schloßhofe auf- und abgehen müssen.  Der Augsburger, Philipp Hainhofer, sah im Jahre 1629 30 solche Sturmhauben im Dresdner Jagdhause und hörte, die Erfindung dieser Strafe komme aus [[land:Frankreich]]. Es ist dieselbe jedoch noch lange in Kraft geblieben und noch im ersten und zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts hat mancher Lakai, der Holz entwendet oder sonst etwas Geringes verbrochen hatte, mit der Sturmhaube bedeckt im großen Schloßhofe auf- und abgehen müssen. 
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 Zwei Haiducken, die sich so weit vergessen hatten, daß sie sich im Zimmer S. K. H. des Herzogs von Curland schlugen, mußten einer am 11., der andere am 12. März 1782 vor dem Palais S. K. Hoh. die Sturmhaube zur Strafe ihres Unfugs tragen (s. Dresd. Merkw. 1782, S. 44). Das letzte Mal in diesem Jahrhundert trug sie im K. Schloßhofe ein früherer sogenannter Schweizersoldat Namens Gur.  Zwei Haiducken, die sich so weit vergessen hatten, daß sie sich im Zimmer S. K. H. des Herzogs von Curland schlugen, mußten einer am 11., der andere am 12. März 1782 vor dem Palais S. K. Hoh. die Sturmhaube zur Strafe ihres Unfugs tragen (s. Dresd. Merkw. 1782, S. 44). Das letzte Mal in diesem Jahrhundert trug sie im K. Schloßhofe ein früherer sogenannter Schweizersoldat Namens Gur. 
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_128.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874//
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