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sagen:graessesachsen140

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 Zu Anfange dieses Jahrhunderts wollte der Aberglaube, daß es in der zweiten Etage des in der Terrassengasse befindlichen [[typ:wirtshaus|Gasthauses]] zum Goldnen Faß umgehe, und schrieb diesen Spuk einer dort geschehenen Mordthat zu.  Zu Anfange dieses Jahrhunderts wollte der Aberglaube, daß es in der zweiten Etage des in der Terrassengasse befindlichen [[typ:wirtshaus|Gasthauses]] zum Goldnen Faß umgehe, und schrieb diesen Spuk einer dort geschehenen Mordthat zu. 
  
-Es hatte nämlich am dritten [[zeit:pfingsten|Pfingstfeiertag]] des Jahres 1776 daselbst der churfürstliche [[typ:Stallmeister]] La Chapelle die Kammerdienerin Birnbaum und dann sich selbst [[typ:erschiessen|erschossen]], weil er in Werthers((Frau Pastor Schlegel geb. Lucius, aus Gellerts Briefen bekannt, hat diese Begebenheit in einem Drama: Düval und Charmille (Lpzg. 1778. 8.) poetisch behandelt.)) Falle gestörter und unerlaubter [[typ:Liebe]] war. Das Volk erzählte sich nun, daß an gewissen Tagen sowohl er als seine unglückliche Geliebte in der damaligen Tracht sich in dem Zimmer, wo die Unthat geschehen war, sehen ließen. Seit langer Zeit ist aber der angebliche [[typ:Spuk]] verschwunden, und wahrscheinlich lag der ganzen Sache nur böswillige Erfindung zu Grunde, wie es mit den oben genannten [[typ:spukhaus|Spukhäusern]] auf der Schloßgasse (Nr. 134, u. s. w.) wo es ebenfalls Niemanden leiden sollte, wohl meist der Fall war. +Es hatte nämlich am dritten [[zeit:pfingsten|Pfingstfeiertag]] des Jahres 1776 daselbst der churfürstliche Stallmeister La Chapelle die Kammerdienerin Birnbaum und dann sich selbst erschossen, weil er in Werthers((Frau Pastor Schlegel geb. Lucius, aus Gellerts Briefen bekannt, hat diese Begebenheit in einem Drama: Düval und Charmille (Lpzg. 1778. 8.) poetisch behandelt.)) Falle gestörter und unerlaubter Liebe war. Das Volk erzählte sich nun, daß an gewissen Tagen sowohl er als seine unglückliche Geliebte in der damaligen Tracht sich in dem Zimmer, wo die Unthat geschehen war, sehen ließen. Seit langer Zeit ist aber der angebliche Spuk verschwunden, und wahrscheinlich lag der ganzen Sache nur böswillige Erfindung zu Grunde, wie es mit den oben genannten [[ding:spukhaus|Spukhäusern]] auf der Schloßgasse (Nr. 134, u. s. w.) wo es ebenfalls Niemanden leiden sollte, wohl meist der Fall war. 
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_124.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874//
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