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sagen:graessesachsen110

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-Wie die weiße Frau im [[burg:stadtschlossberlin|Schlosse]] zu [[geo:Berlin]] stets durch ihr Erscheinen den Tod eines Fürsten aus dem Hause [[familie:Hohenzollern]] verkünden soll, so sollen sich nach der Volkssage auch ähnliche Vorbedeutungen bei einem dem sächsischen Fürstenhause drohenden Todesfalle zeigen. +Wie die weiße Frau im [[burg:berlinerschloss|Schlosse]] zu [[geo:Berlin]] stets durch ihr Erscheinen den Tod eines Fürsten aus dem Hause [[familie:Hohenzollern]] verkünden soll, so sollen sich nach der Volkssage auch ähnliche Vorbedeutungen bei einem dem sächsischen Fürstenhause drohenden Todesfalle zeigen. 
  
 In [[geo:Weimar]] erblicke man z. B., so berichten viele Schriftsteller, so oft jemand der durchlauchtigsten Fürsten aus dieser Linie das Zeitliche segnen wolle, ein Licht. In [[geo:Dresden]] soll früher, so oft ein grauer Barfüßer-[[wesen:spukmönch|Mönch]] sein abgehauenes Haupt unter den Arm und eine brennende Laterne in der Hand tragend auf dem Walle der Dresdner Bastei und an derjenigen nach der [[region:Elbe]] gelegenen Stelle der frühern Festungswerke, welche die Jungfer oder das grüne Haus genannt ward, sich sehen ließ, dies den Tod eines Gliedes der churfürstlich sächsischen Linie angezeigt haben.  In [[geo:Weimar]] erblicke man z. B., so berichten viele Schriftsteller, so oft jemand der durchlauchtigsten Fürsten aus dieser Linie das Zeitliche segnen wolle, ein Licht. In [[geo:Dresden]] soll früher, so oft ein grauer Barfüßer-[[wesen:spukmönch|Mönch]] sein abgehauenes Haupt unter den Arm und eine brennende Laterne in der Hand tragend auf dem Walle der Dresdner Bastei und an derjenigen nach der [[region:Elbe]] gelegenen Stelle der frühern Festungswerke, welche die Jungfer oder das grüne Haus genannt ward, sich sehen ließ, dies den Tod eines Gliedes der churfürstlich sächsischen Linie angezeigt haben. 
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 Das Volk erzählte sich damals, jener Mönch habe einst die beiden Brüder [[vip:moritzvonsachsen|Churfürst Moritz]] und [[vip:augustvonsachsen|August]] an der Stelle, wo jetzt das Moritzmonument steht, und die davon früher die Horche hieß, behorcht und sei zur Strafe dafür geköpft worden; erscheine aber seitdem als ein der churfürstlichen Familie Unglück verkündender Spukgeist.  Das Volk erzählte sich damals, jener Mönch habe einst die beiden Brüder [[vip:moritzvonsachsen|Churfürst Moritz]] und [[vip:augustvonsachsen|August]] an der Stelle, wo jetzt das Moritzmonument steht, und die davon früher die Horche hieß, behorcht und sei zur Strafe dafür geköpft worden; erscheine aber seitdem als ein der churfürstlichen Familie Unglück verkündender Spukgeist. 
  
-Ja man dachte sich sogar unter dem Bilde des Gott Vater unter dem Architrav dieses 1553 von [[vip:augustvonsachsen|Churfürst August]] auf dem sogenannten Hasenberge errichteten allegorischen Monumentes jenen spukhaften Mönch. Nach einer andern Sage wäre aber dieser (graue oder braune) Mönch, der klein von Gestalt und sehr friedsam gewesen, übrigens nur die, so ihn geneckt, bestraft hätte, auch zu andern Gelegenheiten häufig im königlichen Schloß sichtbar gewesen. +Ja man dachte sich sogar unter dem Bilde des Gott Vater unter dem Architrav dieses 1553 von Churfürst August auf dem sogenannten Hasenberge errichteten allegorischen Monumentes jenen spukhaften Mönch. Nach einer andern Sage wäre aber dieser (graue oder braune) Mönch, der klein von Gestalt und sehr friedsam gewesen, übrigens nur die, so ihn geneckt, bestraft hätte, auch zu andern Gelegenheiten häufig im königlichen Schloß sichtbar gewesen. 
  
 So habe einst ein Churfürst einen Diener in ein bestimmtes Zimmer geschickt, um etwas zu holen, da habe dieser den grauen Mönch an einem Tische sitzen und schreiben sehen, erschrocken sei er zurückgeeilt und habe seinem Herrn, was er gesehen, gemeldet, der Churfürst sei schnell ohne Begleitung an denselben Ort gegangen, habe auch den Mönch noch schreibend gefunden und ihn gefragt: „was machst Du hier?“ Der aber erwiderte: „ich schreibe Deine Sünden auf.“ Da versetzte der wackere Fürst: „hat Dir Gott die Macht dazu gegeben, so thue es immerhin“, und begab sich, ohne andere Fragen zu thun, aus dem Zimmer.  So habe einst ein Churfürst einen Diener in ein bestimmtes Zimmer geschickt, um etwas zu holen, da habe dieser den grauen Mönch an einem Tische sitzen und schreiben sehen, erschrocken sei er zurückgeeilt und habe seinem Herrn, was er gesehen, gemeldet, der Churfürst sei schnell ohne Begleitung an denselben Ort gegangen, habe auch den Mönch noch schreibend gefunden und ihn gefragt: „was machst Du hier?“ Der aber erwiderte: „ich schreibe Deine Sünden auf.“ Da versetzte der wackere Fürst: „hat Dir Gott die Macht dazu gegeben, so thue es immerhin“, und begab sich, ohne andere Fragen zu thun, aus dem Zimmer. 
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 Ueber das im Winter 1865-66 in den Zimmern über dem Gr. Gewölbe gehörte Geräusch und Poltern ist keine Aufklärung erlangt worden. Ueber das im Winter 1865-66 in den Zimmern über dem Gr. Gewölbe gehörte Geräusch und Poltern ist keine Aufklärung erlangt worden.
  
-//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 103; [[https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Graesse_Sagenschatz_Sachsens_I_103.jpg&oldid=-|Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource (Version vom 1.8.2018)]]//+//Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenschatzsachsen|Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen]], Band 1. Schönfeld, Dresden 1874, Seite 103//
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