sagen:graessepreussenii891
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| + | ====== Merkwürdige Brunnen in Hessen ====== | ||
| + | S.K. Hecker in d. Zeitschr. f. hess. Gesch. Bd. VII. S. 193 etc. | ||
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| + | Am Odenberge befindet sich der Gleisborn, welchen ein Huftritt von Karls des Großen Schlachtroß aus dem Boden lockte und woran das durstende Heer der Franken sich erquickte. Die Weiber von Bisse gingen dahin ihr Weißzeug zu waschen, denn sein Wasser wäscht ohne Seife rein. Dieselbe Eigenschaft rühmt man auch dem sogenannten Schreckenbrunnen nach((Winkelmann S. 63.)). Letzterer liegt bei Marburg und heißt auch der St. Elisabethenbrunnen, | ||
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| + | Es giebt aber auch einen intermittirenden Brunnen hier, der zu den Unglück weissagenden Erscheinungen gerechnet wird. Ein solcher liegt bei dem Dorfe Eichenberg bei Witzenhausen. Er fließt eine Viertelstunde lang, füllt sein gemauertes Becken bis zum Ueberströmen und bleibt dann sieben Viertelstunden aus, während welcher Zeit die Nachbarn ihren Hausbedarf ausschöpfen. Jedesmal in der achten Viertelstunde beginnt geräuschvoll der Zufluß wieder. Landgraf Karl wartete einmal sieben Viertelstunden lang darauf, da es ihn endlich langweilte, ging er fort. Vor dem Dorfe holte ihn ein Bauer ein, welcher schon von ferne rief, daß der Brunnen so eben wieder zu fließen anfange, der Landgraf aber antwortete scherzend: »Hat mich Euer Brunnen so lang auf sich warten lassen, so mag er nun auf mich warten«, und kehrte nicht wieder um. Die Annahme, daß Landgraf Karl diesen Brunnen habe in Stein fassen lassen, ist nicht richtig, denn die Chiffern, C. 1763 L., in die obere Einfassung eingehauen, bedeuten nicht Carl Landgraf, der ja schon 1730 starb, sondern Claus Lindenkohl, einen Bauer zu Eichenberg. | ||
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