sagen:graessepreussenii865
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| + | ====== Die Schauergeschichte der Familie Hertinghausen ====== | ||
| + | S. Landau, Hessische Ritterburgen Bd. II. [Cassel 1833] S. 244 etc. | ||
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| + | Die hessische niederadlige Familie von Hertinghausen hatte ihren Stammsitz in dem etwa drei Meilen südlich von Cassel an der Frankfurter Heerstraße liegenden Dorfe gleiches Namens, wo sie schon im 13. Jhdt. vorkommt. Ein Sprößling derselben, Friedrich Balthasar, geboren zu Cassel am 5. August des Jahres 1579, ward im Jahre 1615 Hofmarschall des Landgrafen Moritz daselbst. An dem Hofe desselben aber lebte ein Hofjunker, Rudolph von Eckhardtsberg, | ||
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| + | Ruhig gab von Eckhardtsberg nach der vollbrachten schrecklichen That die Büchse seinem Diener und ging nach seiner Wohnung, welche in der Entengasse (jetzt Petristraße) lag. Der Landgraf sandte sogleich einen seiner Trabanten ab, und als ihn der Junker aus dem Fenster bemerkte, rief er ihn zu sich hinauf. Als dieser seine Frage, ob er nichts Neues wisse, verneinte, sagte er: »Weißt Du denn nicht, daß ich den Hofmarschall erschossen habe?« Da auch dieses verneint wurde, zog der Junker einen goldenen Ring vom Finger mit den Worten: »Diesen Ring verehre ich Dir, um meiner dabei zu gedenken, denn ich muß sterben, und um dieser That willen mein Leben lassen!« Inzwischen waren mehrere landgräfliche Einspännige, | ||
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| + | Am 3. Mai fand sich der Henker auf der Stätte des Mordes ein. Nachdem er auf den noch blutigen Platz Bretter gelegt, stellte er auf letztere einen Tisch und auf diesen einen Weiberstuhl; | ||
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| + | So unmenschlich und grausam diese Hinrichtung war, so entsetzlich waren ihre Folgen. Allgemein scheint sie auch empört zu haben, doch nur deshalb, weil von Eckhardtsberg von Adel und nicht durch' | ||
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| + | Die erste Folge mußte der Henker empfinden. Da er die Leiche nicht tief genug verscharrt, wühlten sie am folgenden Tage die Schweine wieder heraus. Der Landgraf ließ ihn deshalb ins Schloß kommen und strafte ihn nicht allein mit Geld, seine Hofdiener mußten ihn auch mit Ruthen peitschen und darauf jagte er ihn aus dem Dienste. | ||
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| + | Eckhardtsberg hatte eine Braut, eine adlige Jungfrau am Hofe; nicht allein diese wurde wahnsinnig, auch seiner Mutter raubte das Verbrechen und Unglück ihres Sohnes den Verstand, sie wurde rasend und mußte an Ketten gelegt werden. | ||
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| + | Des Hofmarschalls Wittwe kam später in eine Verbindung mit einem Herrn von Lindenau, in deren Folge sie schwanger ward. Um dieses in Cassel zu verbergen, ging sie mit des Landgrafen Tochter Elisabeth, Gemahlin des Herzogs Albrecht von Mecklenburg, | ||
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