sagen:graessepreussenii796
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| + | ====== Brömser von Rüdesheim und Noth Gottes ====== | ||
| + | S. Schreiber a.a.O. S. 17 etc. | ||
| + | Bechstein S. 66. | ||
| + | Gottschalck, | ||
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| + | Zu Rüdesheim am Rhein hatte das uralte Geschlecht der Brömser von Rüdesheim seine noch ältere Burg((Es sind eigentlich vier Burgen zu Rüdesheim, die älteste ist die Brömser- oder Niederburg, unmittelbar am Rhein, zu der früher wohl die Oberburg gehört hat, dann die Mittelburg, von der nur noch ein kleiner Thurm auf dem Markte übrig ist, und der erst im 15. Jhdt. erbaute Brömserhof am Ende von Rüdesheim.)), | ||
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| + | Als der h. Bernhard von Clairvaux zu Speier das Kreuz predigte, ließ sich nebst vielen andern Edlen des Rheingaues auch Hans Brömser((Dies ist falsch, es war erst viel später der kurmainzische Oberhofmeister Johann Brömser von Rüdesheim († 1417), der eine Pilgerfahrt nach Palästina gemacht hatte.)) von Rüdesheim mit demselben bezeichnen und zog mit nach Palästina. Dort verrichtete er viele tapfere Thaten und erwarb sich großen Kriegsruhm nicht blos bei den Kreuzrittern, | ||
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| + | Der alte Brömser härmte sich nun schwer über den schrecklichen Tod seiner Tochter und beschloß, um seine Seele von dieser Gewissenslast zu befreien, eine Kirche zu bauen. Indeß verschob er die Ausführung seines Gelübdes von einem Tage zum andern. Da weckte ihn einst um Mitternacht eine furchtbare Erscheinung. Vor ihm stand der Drache, welchen er einst in Palästina getödtet hatte und drohte ihn zu verschlingen. Aber plötzlich schwebte eine blasse jugendliche Gestalt herab, die er für seine Gisela erkannte. Bei ihrem Anblick entfernte sich das Ungethüm, die Gestalt aber sah ihn wehmüthig an und verschwand. In diesem Augenblicke fielen aber auch die Sclavenketten, | ||
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| + | In der Burg, welche jetzt dem Grafen von Ingelheim gehört, sieht man übrigens weniger Erinnerungsgegenstände an das alte berühmte Geschlecht der Brömser, als in dem Brömserhof. Hier steht z.B. im Vorsaale ein alter Familientisch der Familie von Cronberg vom Jahre 1549, dann das Ehebett eines Brömser, in der Kapelle aber viele alte Bilder dieses Geschlechtes, | ||
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| + | Hinsichtlich jener Noth-Gottes-Kirche ist zu bemerken, daß besagter (s. S. 707. Anm. **) geschichtlicher Brömser 1390 dieselbe an der Stelle einer bereits vorhandenen kleinen Kapelle, welche die von allen Seiten herbeiströmenden Andächtigen nicht mehr zu fassen vermochte, erbaute. Außerdem erbaute er auch noch die schöne Pfarrkirche zu Rüdesheim, auf deren Thurme noch bis auf den heutigen Tag sich zum Andenken an seine türkische Gefangenschaft ein halber Mond als Wetterfahne dreht. Desgleichen begann er auch den erst im Jahre 1435 von seinem Sohne Johann beendigten Bau der Kirche zu Bornhofen am Rhein, welches am Fuße des Berges liegt, der die Schloßruine von Sternfels trägt. Noth Gottes ist in ein Landgut verwandelt worden, von Bornhofen aber ist dermalen weiter nichts als die Kirche übrig, und das Geschlecht der Brömser von Rüdesheim starb 1668 mit dem letzten Gliede desselben, Heinrich Freiherrn Brömser von Rüdesheim aus. | ||
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