sagen:graessepreussenii648
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| + | ====== Die Jünglinge auf dem Schloßberge und der Hirt ====== | ||
| + | Weitläufig behandelt in d. Preuß. Prov.-Bl. Bd. XXII. S. 252 etc. | ||
| + | Poetisch bearb. v. Thiele S. 59 etc. 127. 21. | ||
| + | Eine Viertelmeile oberhalb Tilsit erhebt sich unfern eines abgestumpften Kegels aus dem steilen Ufer ein regelmäßig abgestochener Berg, den zwei viereckige große Schanzen oder Bergplätze umschließen. Die Gräben, besonders um die westliche Schanze sind an einigen Stellen noch so tief, daß sie selbst mitten im Sommer nicht austrocknen. Der Berg selbst hat nach der Mitte zu eine Vertiefung. Hier hat das Schloß des Tilszatis gestanden. Bei der Zerstörung und dem Untergange desselben waren die Jünglinge aus der Umgegend, welche mit dem Burgherrn in freundschaftlichem Bunde standen und den von ihm veranstalteten geheimen Berathungen in seiner Burg beigewohnt hatten, zugegen, halfen die Burg vertheidigen und kamen bei dieser Gelegenheit ums Leben. Diese gehen heute noch als Geister des Nachts auf jener Stelle um. | ||
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| + | Man erzählt sich nun aber, daß auf jenem Berge zuweilen sich ein schönes Fräulein sehen läßt, welches man anreden kann und welches selten einen Bittenden abweist. Es weidete aber einst auf den fetten sich am Schloßberg hinziehenden Triften ein Hirt seine Schafheerde. Er war ein guter und getreuer Knecht, allein trotzdem konnte er es nicht verhindern, daß sich auf einmal schnell hinter einander von seiner Heerde mehrere Lämmer verliefen und nicht wieder aufzufinden waren. Natürlich ward ihm von seiner Herrschaft die Schuld gegeben, nicht genug aufgepaßt zu haben und er beschloß sich an das Fräulein auf dem Schloßberge zu wenden, vielleicht daß diese ihm helfen könne. Es gelang ihm auch, dieselbe zu treffen, er erzählte ihr sein Unglück, allein trotzdem, daß sie ihn freundlich anhörte, konnte er keinen andern Rath bekommen, als den, er solle auf seine kranken Thiere gut Acht haben. Nun trug es sich aber zu, daß wieder einmal ein krankes Lämmchen sich von der Heerde entfernte, allein diesmal hatte er besser Acht gegeben, er folgte demselben und sah, daß es in einer Oeffnung des Berges unter Gestrüppe verschwand. Er trieb also seine Heerde nach Hause, am andern Tage aber kehrte er mit Hacke und Spaten zurück, fand richtig die Oeffnung wieder und warf bald so viel Erde aus, daß er bequem hineinkonnte, | ||
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