sagen:graessepreussenii497
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| + | ====== Die heilige Eiche zu Romove ====== | ||
| + | S. Lucas David Th. I. S 25 etc. | ||
| + | 92. Waissel a.a.O. S. 17. | ||
| + | Hartknoch, Alt- und Neu-Preußen [mit Abbildung] S. 117. 130 etc. | ||
| + | Henneberger S. 463 etc. | ||
| + | Erläut. Preußen Th. III. S. 284 etc. | ||
| + | Temme S. 20 etc. | ||
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| + | In dem Lande Preußen, da wo nachher das Kloster der h. Dreifaltigkeit stand, befand sich ehedem der Ort Rickayot((Nach Andern wäre Rykajoth der Ort, wo die kleinen, Romove der, wo die großen Götter verehrt wurden, gewesen.)) oder Romove. Der Name soll daher kommen, daß die alten Preußen einst einen Feldzug nach Rom machten und als sie von da zurückkehrten, | ||
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| + | In der einen Abtheilung stand nun das Bild des Götzen Pickollos oder Potollos, mit einem langen grauen Barte, bleicher Todtenfarbe, | ||
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| + | Nun war aber ein Fürst in der Masau, der buhlte mit der Frau eines Adligen, zwar warnte Letzterer denselben, allein vergebens, einst traf er sie bei einander. Er hatte gerade einen Spieß in der Hand, wie es damals die Sitte bei den Edeln und woran man sie auch erkannte, mit dem durchbohrte er den Fürsten und die Ehebrecherin und floh nach Preußen, wo er sich bei dem Kirwayten zu Romove versteckte. Die Brüder des Fürsten aber machten sich auf ihn zu verfolgen und zogen mit großer Heeresmacht nach Romove, schlossen den Kirwayten und die Weydelotten in ihren Wohnungen ein und verbrannten sie sammt denselben. Den Edeln aber, der ihren Fürsten erstochen, brachten sie aufs Jämmerlichste um und raubten dann so lange im Lande, bis sich die Preußen sammelten und sie aus dem Lande trieben und nach einem zehn Jahre dauernden Kriege sie nöthigten Frieden zu machen und ihre Götter wieder zu versöhnen. | ||
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| + | An diesem Orte hat die betreffende Eiche noch lange gestanden und ist im Geheimen von den Preußen, selbst nachdem sie Christen geworden waren, angebetet worden. Wenn ein Mensch oder ein Stück Vieh eines von den Blättern am Halse trug, glaubten sie, könne denselben kein Unglück treffen. Darauf ließ auf Bitten des Bischofs von Ermeland der Hochmeister Winrich von Knieprode die Eiche durch den Marschall Heinrich Schindekopf umhauen und an ihrer Stelle erbaute Petrus Nugol von Sohr ein Kloster zur h. Dreifaltigkeit, | ||
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| + | Ob nun wohl die Eiche zerstört war, so war es doch an jener Stelle lange noch nicht recht geheuer, woran wohl das viele hier von Menschenopfern vergossene Blut Schuld haben mochte. Man hörte dort plötzlich Sausen und Stürmen in der Luft, gerade als wenn die Eiche noch stehe und ihre blätterreichen Aeste bewege. Gleichzeitig erhoben sich hier oft Ungewitter mit heftigem Donnern und Blitzen. Dabei ließen sich allerlei schreckliche Gestalten sehen, welche bald wie Waldmänner, | ||
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sagen/graessepreussenii497.1737488216.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
