sagen:graessepreussenii427
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| + | ====== Sagen vom Schlosse zu Daber ====== | ||
| + | S. Temme a.a.O. S. 184 etc. | ||
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| + | Das Schloß zu Daber ist sehr alt und jetzt ganz verfallen, so daß Keiner mehr darin wohnen kann. In uralten Zeiten sollen, wie die Leute sagen, einmal drei vornehme Fürsten darin gewohnt haben. Die haben ein sehr wildes und gottloses Leben geführt, nichts gethan als Jagen, Trinken und Fluchen, und den lieben Gott haben sie ganz vergessen. Da ist endlich einer von ihnen plötzlich gestorben. Den haben die Beiden im Erbbegräbniß auf dem Schlosse beisetzen lassen; aber in ihrem Lebenswandel haben sie sich nicht gebessert. Darauf sind sie denn bald ebenfalls eines jähen Todes verstorben. Von der Zeit an ist das Schloß verfallen und es wohnen nun böse Geister darin, welche die Leute in der Gegend die Kobolde nennen. Die treiben besonders des Nachts, ein schreckliches Wesen in dem alten Schlosse. Daher wagt es auch Keiner, nach den vielen Schätzen zu suchen, die noch darin begraben liegen sollen, denn bei Tage kann man an einen solchen Schatz nicht kommen. Einige Leute haben auch schon diese Kobolde gesehen. | ||
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| + | Die alte Nachtwächtersfrau, | ||
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| + | Ein andermal war ein alter Böttcher, der Bandstöcke geholt und sich darüber verspätet hatte, um Mitternacht an dem alten Schlosse vorbeigekommen. Auf einmal begegneten ihm unweit desselben drei Männer, welche feurige Hüte trugen, sonst aber ganz schwarz waren. Die stellten sich an die Brücke, über die er mußte, und wollten ihn nicht hinüber lassen und drohten ihm. Anfangs graute dem alten Mann; zuletzt aber faßte er sich ein Herz und hob an mit lauter Stimme das Lied zu singen: | ||
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| + | Ihr Höllengeister, | ||
| + | Ihr habt hier nichts zu schaffen.\\ | ||
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| + | Da verschwanden die schwarzen Gestalten eiligst und liefen nach dem Schlosse zu. Oben in demselben erhoben sie ein schreckliches Geheul und stürzten sich dann von oben in den Thurm hinab, von dem die Leute sagen, daß früher die Gefangenen darin gesessen hätten. Gleich darauf hörte der Böttcher ein großes Hundegebell und dann ein fürchterliches Krachen. Der Böttcher hat dies Alles dem Drechslermeister Habermann zu Daber erzählt, der damals dort lebte. | ||
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| + | Dieser Habermann erzählte auch Folgendes: Zu dem Schlosse zu Daber gehört ein ziemlicher See. Hier soll, wie die Leute schon von alten Zeiten her sagen, ehemals eine große Stadt gestanden haben, die aber nachher in den See versunken ist. Die Glocken der mit untergegangenen Thürme kann man noch zur Zeit hören. Nun begab es sich einmal, erzählte Habermann, daß ein Schuhmacher, | ||
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| + | Anne Susanne\\ | ||
| + | Wust du mit to Lanne?\\ | ||
| + | O ne mi Grete,\\ | ||
| + | Man immer deepe!\\ | ||
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| + | Die Leute meinen, daß die drei schwarzen Pferde den drei Fürsten gehört haben; Manche sagen auch, das dritte sei der Teufel selbst gewesen. Es soll auch in der Luft ganz feurig geworden sein, und lauter Feuer von sich gespieen haben. | ||
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sagen/graessepreussenii427.1737493544.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
