sagen:graessepreussenii355
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| + | ====== Eine alte Anweisung für Gold- und Edelsteinsucher im Riesen- und Lausitzer Gebirge ====== | ||
| + | ((Prätorius theilt dieselbe aus dem Manuscript eines alten Schlesiers, der am Riesengebirge wohnte, mit, sagt aber, daß zu Anfang ein halbes Octavblatt gefehlt habe.)) | ||
| + | Aus J. Praetorius, Gazophylaci Gaudium d.i.: Ein Ausbund von | ||
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| + | ... Gegen Mitternacht ist er hohl und stehet auf einer Wiesen, von dem Stein schreite einen Schritt, mache ein † auf die Erden, und lege Dich auf das Ohr, so hörest Du Wasser fallen gleich als klinge es von einem Stein auf den andern, allda grabe durch den Mooß, so findest Du Gold als Bohnen, auch kleiner und größer, suche dem Revierlein fleißig nach, je größer das Wasser ist, je mehr Gold dahin kommt, denn es kömmt aus dem edlen Revier, und ist um den Stein viel Goldes, auf oder nach der Gabel zu sein auch etliche Revierlein, die kann man um die Gegend des Steines finden, daselbst ist mehr Gold als ganz Schlesien werth, aber es soll denen Menschen des Landes verborgen sein. | ||
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| + | Nach Mittag liegt der Riesenberg, wiltu zu dem Steine gehen, so wirst Du nicht weit von der Gabel einen andern großen Stein sehen, der ist graufarbig, bei dem Steine ist es gefährlich, | ||
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| + | Folgen etliche Flecken: | ||
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| + | === Auperstein === | ||
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| + | Hinter dem Auperstein, dem großen Buchberge, da ist eine Grube; da gehet ein Stück lediges Gold, dabei stehet eine Fichte die ist abgehauen, darinnen stehet eine Marter, und die Grube ist gerade vor dem Baum, wenn man in die Grube bricht, so siehestu die Marter, daß Dir nicht grauset. Gott ist mein Zeuge, daß es also ist. Wiltu die Gruben suchen, so gehe im Seiffen auf bis nahe ins Land, so halt dich auf die rechte Hand, so findest Du den Baum bei der Gruben. | ||
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| + | === Hahneberg oder Rothschloß === | ||
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| + | Bei dem Hahneberg 4 Gewende, neben dem Rothschloß, | ||
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| + | === Hiersbrunn † === | ||
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| + | Obig Krommaw bei dem Hiersbrunn ist auch eine Grube, darin ist Rheinisch Gold, wem es der liebe Gott bescheeret, unter solcher Grube bei dem Buchstrauche ist wieder eine Grube, darinnen ist gut löthig Gold, in dem Hiersbrunn wird Magnetstein gefunden und auch in dem Brunnen, da die Elbe entspringet. | ||
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| + | === Kuntzendorff === | ||
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| + | Bei der Borckrath auf dem Kirchhofe siehe wo die Pforten ist, die auf den Kirchhof hat gegangen, sie ist zugemacht, Du wirst es noch erkennen, und siehe da hernieder, so siehestu ein Teichlein, darinnen soll ein Sand mit schwarzen Steinlein zu finden sein, ist lauter Gold, ohngefähr von der Kirchen ein Armbrust-Schuß oder wohl zwei Gewende herunter, allda ist auch eine kleine Grube, Etliche sagen unter einem kleinen Gründlein, darinnen ist Gold als Bohnen und weich wie Blei. Zum Wahrzeichen stehet ein Hirnschädel drin. | ||
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| + | Item bei dem Weidensteine, | ||
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| + | Item nicht weit davon im Jasper da liegt der quirichte Grundseifen, | ||
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| + | === Arnsdorf === | ||
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| + | Bei Hirsberg unter dem Schneegebirge. Im Dorfe frage nach einem Steige, der über das Schneegebirge in die Stadt Trautenau geht, dem Steige folge bis auf die Höhe des Berges, dann siehe Dich auf die linke Hand nach einer Steinrücke um, die lasse auf die rechte Hand gen Mitternacht liegen und gehe den Steig gegen Mittag. Auf dem Herwiedergehen auf die frühe Vesperzeit, als die Sonne im Sommer aufgehet, da solt Du Dich umsehen nach einem spitzigen Berglein. Wenn Du dazu kommst, laß es auf die rechte Hand gegen Mitternacht liegen, siehe Dich um nach einer Steinrücken, | ||
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| + | === Kiehnast === | ||
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| + | Hinter dem Kiehnast beim Kupferwasser ist ein Stein, darein ist eine Hand gehauen, auf die linke Hand dabei ist ein Grund, bei demselben Grunde, ein Gewende vom Stein, ist eine Grube und gut löthig Gold (bei dem Schlosse Kiehnast in den Aeckern wird der Schlesische Demant gefunden). | ||
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| + | === Zettenberg === | ||
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| + | Gehe auf die Wichenau und Than Pauel, denn der Ort ist also genannt, so kommest Du auf einen Weg zwischen zwei Bergen, da ist ein Quellbrunn und ein Erzmann muß eine Versicherung thun, ob man darauf kommen möge. Gehe gegen der Schweinitz zu, so wirst Du sehen eine Mühle auf der linken Hand, an demselben Wasser gehe bis auf die Höhe des Berges, so wirstu finden eine Fichte, die ist breiter denn zwei Ellen, allda ist Ertz. Wenn man es schmelzet, so ist es den fünften Theil Gold und ein wenig höher an dem Berge, bei einem Brunnen, da findet man wohl einer Elle tief einen gediegenen Zug. Es soll auch blauen Saphir haben. | ||
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| + | Ein Dorf, Blau genannt, da geht ein Steig auf die Gurg zu, und bei der Gurg ein Steig, da kommest Du auf einen Rasenweg, und auf die Hand gegen der Schweinitz steige über den Berg vor Dir, darnach steige den Berg hinab, so wirstu finden ein Gestruttig, darnach ein Loch, da greif hinein bis an den Elbogen, so findest Du gediegenes Gold als Erbsen und Bohnen. | ||
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| + | === Zettelberg === | ||
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| + | Unter dem hangenden Stein soll ein Flüßlein sein, allda ein gediegener Zug Goldes. | ||
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| + | === Schweinitz === | ||
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| + | Item zu Rosenig bei der Schweinitz da sollen Edelgesteine gefunden werden. | ||
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| + | === Herrnberg === | ||
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| + | Suche mit Fleiß unter dem Trank-Troge auf beiden Seiten, so wirstu gediegen Gold finden, als Messerrücken tiefe Streifen. In demselben Fluß siehe Dich mit Fleiß um, so wirstu finden schwarze Goldkörner als Erbsen, mit Gottes Hilfe, unterwärts da steht eine große Buche, in der sind 12 Zeichen, oben stehet Zeitteeiben Holz, als eine Bütte, großer 7 Schritt von derselben Buche wirstu finden eine Grube, nicht tief gegen dem Schindel- oder Kecker-Walde oder Berge, darinnen Goldzäpflein. Die Grube ist bedecket, es ist auch eine Leiter drein zu steigen, darin suche, so findest Du Gold. Zu Braunes frage nach einem Bach, dabei zwei Brunnen zusammenfließen, | ||
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| + | === Zur hohen Tannen === | ||
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| + | am Galgenberge im Fluß, die zusammengehen, | ||
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| + | NB. Auf das Gebirge. Frage nach Waltersdorf oder Schneckendorf, | ||
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| + | === Schöberlein === | ||
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| + | Wiltu zu dem Schöberlein gehen, so gehe dießhalb der rothen Hayden und siehe zu dem Thurme des Tholensteins zu einem Fenster ein zum andern wieder aus. Allda siehe Dich um nach einem kleinen Berglein, ohngefähr eines Armbrustschusses, | ||
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| + | === Das Schloß Tollenstein === | ||
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| + | Nicht weit von der Zittau lieget das Schloß Tollenstein, | ||
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| + | === Zittau === | ||
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| + | Nicht weit von der Zittau ist der Holunder-Grund, | ||
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| + | Zwo Meilen von der Zittau ist das Dorf Nielsdorf, dabei liegt der Seifengrund, | ||
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| + | Zwo Meilen von der Zittau zu Machendorf das Wasser, Neisse genannt, führet gediegen Gold. | ||
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| + | Rübenzahl in der Mappa, wie der Rübenzahl auf dem Gebirge stehet, oder darunter, das Wasser Graupen führet gediegen Gold. | ||
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| + | Am Riesenberge bei der hohen Elben, das schöne Niedergebirge, | ||
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| + | Goldwurm, wo Goldwürmer ein Nest haben, stich das Mooß sammt dem Rasen weg, darunter findestu gediegen Gold. | ||
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| + | === Freywalde === | ||
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| + | Freywalde dem Bischof zu Neisse zuständig, allda der spitzen Steine, darin ein Gang wie eine Kirche, ein Altar wie ein Crucifix, darinnen ist ein goldreich Flüßlein, man pfleget durch ein Loch hineinzukriechen, | ||
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| + | === Fulneg === | ||
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| + | ein Städtlein drei Meilen von Troppau, gehe bei der Mühlen unterm Schloß, beim Städtlein gelegen, hinauf in den Hauswald, da wirstu eine alte zwißliche Buche sehen, darein ist eine Hand gehauen, wo sie mit den Fingern hinweist, da gehe 7 oder 9 Schritte gerade für Dich hinaus, allda ist ein Schächtlein unter einer Hürt versetzt, darinnen findest Du gediegen Gold. Nicht weit von der Zittau, die Bach so von Schlegelsdorf herfür kömmt und bei der Hirschfelder Mühlen in die Neisse fällt, darinnen findet man gediegene Goldkörner. NB. Das ist zu merken, wenn das Wasser lauter und die Steine darinnen nicht anders als blau aussehen, so sein gewiß Goldkörner unter den Steinen. Es gehet kreuzweise zwei Gold- und zwei Silbergänge nach der Schöpfung und bei einem jeden Gange da ist ein Quell. Da suchen die Welschen und richten sich nach gemeldeten Gängen oder Aesten eines Baumes. | ||
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| + | === Schneeberg === | ||
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| + | Am Schneeberg beim Silberbrunnen allda ein schöner Quell, dabei ein gediegener Zug, das hat gesagt ein Welscher aus Dresden. | ||
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| + | === Die Iser-Wiesen === | ||
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| + | Das ist ein Ort und Flecken im Riesengebirge gelegen, hat den Namen von dem Wasser die Iser genannt, theilet die Wiesen in zwei Theile und fleußt mitten durch, das große Theil gehöret unter den edlen Schafgotzschen, | ||
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| + | === Der gülden Eckelsberg === | ||
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| + | zwischen Glott und Kamnitz gelegen ist heimlich metallreich, | ||
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| + | === Im Irskenberge === | ||
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| + | wird der Edelgestein Jaspis ein Geschlecht gefunden, Ophthalmus hat viellerhand Farben, ist klein und rund wie ein Erbs, durchsichtig wie ein Chrystall, wird gefunden beim Hirsberg in Schlesien, in dem Bächlein oder Brünnlein so um die Fischweiher fallen, si geritur apud se in foliis lauri, facit hominem invisibilem (wenn man ihn in ein Lorbeerblatt eingewickelt bei sich trägt, macht er die Leute unsichtbar), | ||
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| + | === Der Flinsberg === | ||
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| + | oder die Abendburg zwischen den Wassern Zacken und Bober gelegen ist die reichste Gegend im Riesengebirge. Vor etlichen Jahren ein Nigromanticus, | ||
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sagen/graessepreussenii355.1737486334.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
