sagen:graessepreussenii295
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| + | ====== Das Quaritzer Gespenst ====== | ||
| + | S. Wagener, Neue Gespenster. Berlin 1802 Bd. II. S. 73. etc. | ||
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| + | Quaritz ist ein früher der freiherrlichen Familie von Tschammer gehöriger Marktflecken zwei Meilen von Groß-Glogau in Niederschlesien. Hier lebte um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ein durch Hypochondrie schwächlicher Dorfpastor, Namens Carl Wilhelm Tile, der sich seiner Kränklichkeit wegen einen Gehilfscandidaten zur bessern Abwartung seines Amtes hielt. Das Haus, welches er bewohnte, war einstöckig, | ||
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| + | Einige Zeit nach diesem Vorfalle verließ auch die Magd die Behausung ihrer bisherigen Herrschaft, sie heirathete einen armen Schuster zu Quaritz. Nach einigen Jahren ward sie sehr krank und verlangte den Zuspruch des Geistlichen. Da sie aber nach der Versicherung der Frau Pastorin im hitzigen Fieber lag, nahm der Prediger Anstand, zu ihr zu gehen. Indessen schickte sie zum zweiten Male, ließ ihm das Gegentheil versichern und sagen, daß sie ihm etwas von Wichtigkeit zu entdecken habe, sie bitte ihn daher um Gottes willen, eiligst zu ihr zu kommen. Der Prediger hatte diesen Augenblick einige Abhaltung, und da er sich endlich nach Verlauf einer Stunde zu der Kranken verfügen wollte, erfuhr er, sie sei bereits todt. | ||
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| + | Von dem Abend desselben Tages (v. 3. August 1763) an äußerten sich nun die ersten spukhaften Bewegungen auf der Pfarre. Es hatte nämlich der Rektor und Mittagsprediger Herr R ... in Obersch ... bei Glogau versprochen am 7. August 1763 in Quaritz zu predigen und kam Tags vorher gegen Abend daselbst an. Er war mit dem Pastor Tile und seiner Frau bis 11 Uhr beisammen, dann ward ihm sein Bett in einer Stube unter dem Dache angewiesen. Er setzte das Licht auf einen Stuhl, der neben dem Bette stand, legte sich nieder und überlas seine Predigt. Unter dieser Beschäftigung hörte er drunten auf dem Saale eine Zeit lang kehren, auch berührte etwas seine Stubenthür. Er war ärgerlich, daß er gestört wurde und löschte das Licht aus. Nun kam es ihm vor, als wenn man von außen mit einem Reisgebunde in den Ofen führe um einzuheizen; | ||
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| + | Das Gerücht von dem Poltergeiste verbreitete sich nach und nach überall hin; es strömten aus der Nachbarschaft, | ||
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| + | »Ungefähr seit dem August vorigen Jahres (1763) wurden in meinem Hause, nachdem sämmtliche Bewohner schon zu Bette waren, solche Bewegungen wahrgenommen, | ||
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| + | Nach Einsendung dieses Berichts ist von der Regierung unter dem 18. Mai die Fortführung der Untersuchung befohlen worden, allein angeblich hörte mit Johannis desselben Jahres das Spuken auf. Indeß haben sich dieselben Erscheinungen später oftmals wieder wahrnehmen lassen. So hat der obengenannte Rektor R. im Jahre 1765 im September ebenfalls wieder dort übernachtet und hat bemerkt, daß in der Studirstube des Pastors nach 10 Uhr plötzlich wie mit eisernen Stangen an das Fenster geschlagen wurde, dies geschah mehrere Male und dann hörte man wieder einen durchdringenden Ton, wie das tiefe C im Pedal einer Orgel. Der Rektor ging nun in einem Stübchen zu ebener Erde zu Bett, allein kaum hatte er sich niedergelegt, | ||
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sagen/graessepreussenii295.1737490340.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
