sagen:graessepreussenii279-36
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| + | ====== Rübezahl erweiset seine Liberalität im Kegel-Spiel ====== | ||
| + | Ich habe in einem Theil droben allbereit erwiesen, wie der Schlesische Berg-Geist einsmahls etwan einem Menschen vom Spiele einen Kegel spendiret habe, welcher hernach zu Golde geworden ist. Weil aber solche Geschichte (welche von den meisten Leuten gehöret und erzehlet wird, angesehen, nie von mir einer angetroffen worden, so nur ein wenig von Rübezahlen gehöret, der aufs Wenigste diese Historie nicht solte können hurtig referiren) in etlichen Circumstantien variiret, als habe ich mir jetzt fürgenommen, | ||
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| + | Ligneus es Princeps, quia lignea munera donas,\\ | ||
| + | Aurea si dederis, aureus esse potes.\\ | ||
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| + | Hierüber verwundert er sich über die Massen, doch zweiffelt er noch in etwas, obs richtig Gold sey, und gehet derentwegen hin zu einem, der einen Probierstein gehabt, und läßt ihn streichen. Nachdem er aber die Gewißheit erhalten, soll der Kerl über die Massen auß dem Grunde lustig geworden seyn, daß er nunmehr seinen betrogenen Herrn mit dem Kegel ein überflüssiges Genügen leisten könne für das verspielte Geld, gehet derowegen freywillig zu seinem Herrn, und entdeckt ihm den gantzen alten Verlauf, wie er umbs Geld gekommen, und wie er nunmehr statlich wieder darzu gekommen sey, präsentirt darneben solchem seinen Herrn den gantzen Kegel, daß er sich daran erholen möchte. Aber der Herr hatte so aufrichtig gehandelt, daß er den Kegel bey dem Gold-Schmiede für 200 Thaler verkaufft, ein Hundert Thaler darvon vor sich behalten, das andere Hundert aber seinen Knechte zugewendet hat. | ||
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