sagen:graessepreussenii267
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| + | ====== Die Gott geweihte Jungfrau zu Löwenberg ====== | ||
| + | Nach Sutorius, Gesch. v. Löwenberg [Bunzlau 1789] Bd. II. S. 312 etc. | ||
| + | bei Büsching, Volkssagen S. 55, 417 etc. | ||
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| + | Vor Zeiten haben in der Nonnengasse zu Löwenberg die Gott geweihten Jungfrauen des heiligen Ordens St. Francisci ihr Klösterlein gehabt, welches mit stattlichen Einkünften und Gütern begabt gewesen. Als nun die neue Lehre Luthers den Ordenspersonen schmerzliche Verfolgung verursachte, | ||
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| + | Inmittelst lag die keusche Jungfrau Tag und Nacht in eifrigem inbrünstigem Gebete und seufzte inniglich zu ihrem himmlischen Bräutigam, daß er das Kleinod ihrer Jungfrauschaft vor den Klauen des wüthenden Löwen in Löwenberg bewahren wolle. | ||
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| + | Der Tag der angestellten Hochzeit kam herbei; der Bräutigam und die keusche Braut wurden durch vornehme Gäste in die Kirche der Franziskaner, | ||
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| + | Man erzählt nun, beide Brautleute seien in einem Sarge in der Klosterkirche zu Löwenberg beerdigt worden und zwar nicht weit von dem Eingange der Kirche, an einer steinernen Säule in einem erhabenen Grabe, auf welchem sich eine sandsteinerne Platte befand, mit folgendem Bilde. Rechts lag ein Frauenzimmer darauf, in langem, faltigem Gewande, oben über dem Kopf mit einem Schleier und enganliegenden langen Aermeln. Die rechte Hand reicht sie einem neben ihr stehenden Ritter, die linke hat sie mit zwei Fingern auf die rechte Brust gelegt, in der Hand einen Rosenkranz haltend. Der Ritter ist in leichtem Harnisch mit bloßem lockigem Haupte. Oben über den Köpfen schwebt ein leichter Helm. Unten an der Seitenfläche des Steins, wo die Füße der abgebildeten Personen stehen, befand sich unter ihr ein Drache, unter ihm ein Löwe. Dieser Stein war noch am Anfange dieses Jahrhunderts bei der Klosteraufhebung vorhanden. | ||
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sagen/graessepreussenii267.1737492039.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
