sagen:graessepreussenii225
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:graessepreussenii225 [2025/01/21 21:29] – angelegt ewusch | sagen:graessepreussenii225 [2025/01/30 17:50] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
| [[sagen: | [[sagen: | ||
| + | ====== Die zwei Grabsteine in der Klosterkirche zu Leubus ====== | ||
| + | Nach Gödsche S. 69 etc. | ||
| + | |||
| + | In einer Seitenkapelle der Klosterkirche zu Leubus befindet sich noch bis auf den heutigen Tag ein uralter Grabstein und quer vor dem Eingange zur Kapelle ein zweiter. Von der Bedeutung derselben giebt es folgende Sage. | ||
| + | |||
| + | Zur Zeit der letzten Kreuzzüge lebten in der Nachbarschaft von Leubus zwei Ritter, Wolf von Uraz und Kunz von der Heinzenburg. Beide waren trotz der Verschiedenheit ihrer Charaktere – Wolf war ein tapferer, aber rauher, wilder Geselle, Kunz aber sanft und mild und ebenso allgemein beliebt, als jener verhaßt – innige Freunde und Keiner that etwas ohne den Andern. Da begab es sich, daß Wolf, der als Knabe schon mit der Tochter des Burggrafen Pribuslaw, der als Castellan auf Leubus hauste, verlobt war, daran dachte, dieselbe nun wirklich zu seiner Gemahlin zu machen. Das Mädchen aber liebte ihn nicht und Kunz, der ebenfalls in heimlicher Leidenschaft für sie erglühte, gefiel ihr weit besser, als ihr rauher Bräutigam. Als sie nun eines Abends weinend und traurig im Burggarten saß, kam Kunz herbei, fragte sie, was ihr fehle, und als ein Wort das andere gab, da erfuhr er, daß sie lieber sterben als Wolf heirathen wolle. Er tröstete sie also und versprach sie zu retten und natürlich blieb es am Ende nicht aus, daß sich beide Theile ihre Liebe gestanden. Leider war aber, ohne daß jene eine Ahnung davon hatten, Wolf in der Nähe gewesen, er hatte alles mit angehört, er stürzte jetzt wie ein Wüthender aus seinem Verstecke hervor und nöthigte mit gezücktem Schwerte Kunz zum Zweikampfe. Da er aber blindlinks auf jenen eindrang, so rannte er sich selbst in dessen Schwert und sank bald blutend zur Erde. Man hob ihn auf und trug ihn ins Schloß, wo er aufs Beste gepflegt ward und bald seine Gesundheit wieder erlangte. Kaum genesen, trat er aber nun vor den alten Burggrafen hin und verlangte ungesäumt die Hand seiner Braut, dieser aber ein guter, jedoch schwacher Vater, hatte sich bereits von seiner Tochter bestimmen lassen, sie ihres Wortes zu entbinden, und sagte nun, er wolle und könne seine einzige Tochter nicht zu ihrem Unglück zwingen. Da that Wolf einen theuern Eid, er wolle nicht eher ruhen, bis er an Kunz und seiner Braut ihre Treulosigkeit gerächt habe. So lange der alte Castellan lebte, mußte er nun schon seine Wuth in sich verschließen, | ||
| //Quelle: [[autor: | //Quelle: [[autor: | ||
| ---- | ---- | ||
| - | {{tag> | + | {{tag> |
sagen/graessepreussenii225.1737491373.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
