sagen:graessepreussenii185
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| + | ====== Die heidnische Jungfrau auf dem Schlosse zu Glatz ====== | ||
| + | S. Chr. Aelurius, Glatzische Chronik. Leipzig 1625, S. 125 etc. | ||
| + | Darnach bei Büsching S. 12 etc. | ||
| + | und bei Wedekind S. 143 etc. | ||
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| + | In uralten Zeiten soll zur Heidenzeit eine heidnische Jungfrau das Land Glatz regiert haben, allein in eitler Wollust, Ueppigkeit und Unzucht gelebt und sich der gräulichsten Zauberei beflissen haben. Sie war so kriegerisch und gewandt, daß sie mit ihrem Bogen und Pfeilen bis zu der großen Linde bei Eisersdorf an der Grenze des Glatzer Kreises (1 Meile südöstlich von Glatz an der Landecker Straße) schießen konnte. So wettete sie einstmals mit ihrem Bruder um einen hohen Preis, wer mit dem Bogen den Pfeil am weitesten treiben werde, ihr Bruder erreichte kaum den halben Weg, sie aber trieb ihren Pfeil vom Schlosse zu Glatz fast noch einmal so weit, nämlich bis zu der vorerwähnten großen Linde bei Eisersdorf, und gewann die Wette. | ||
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| + | Diese Jungfrau hat nicht blos mit vielen Andern, sondern mit ihrem eigenen Bruder abscheuliche Unzucht getrieben, weshalb man ihr fleißig nachstellte, | ||
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| + | Man erzählt nun, daß sich diese Jungfrau in ihrer alten Kleidung noch oft auf dem Schlosse zu Glatz sehen läßt, sie thut aber Niemandem etwas zu Leide, wenn man sie zufrieden läßt und nicht hämisch von ihr spricht. Ein Soldat, der dies einst that, als er auf dem Posten stand, erhielt auf einmal von ihrer eiskalten Hand einen gewaltigen Backenstreich. Im Jahre 1621 ward der Geistliche Aelurius zu einem Soldaten gerufen, um ihm das h. Abendmahl zu geben, derselbe war im Gesicht sehr übel zugerichtet und sagte auf das Befragen des Geistlichen, | ||
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sagen/graessepreussenii185.1737490880.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
