sagen:graessepreussenii1178
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| + | ====== Die kreißende Zwergin ====== | ||
| + | S. Schambach u. Müller S. 134. | ||
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| + | In Wulsten lebte vor Zeiten ein wohlhabender Bauer, der aber allmälig mehr und mehr zurückkam, ohne daß er irgend wie daran schuld gewesen wäre. Denn er arbeitete mit seiner Frau nach wie vor fleißig fort, aber es half ihm nichts, weil ein Unsegen auf ihm zu ruhen schien und ihm namentlich immer seine Pferde verloren gingen, so daß er stets neue anschaffen mußte. Kaum hatte er wieder Pferde gekauft, so fingen sie auch schon an abzumagern, mochte er ihnen auch noch so reichliches und noch so gutes Futter geben, so daß eins nach dem andern dem Abdecker übergeben werden mußte. Auf diese Weise geschah es, daß der Bauer ein Stück nach dem andern aus dem Hause verkaufen mußte, so daß zuletzt alle Kammern ausgeleert waren; nur die Schlüssel zu den leeren Kammern waren noch übrig. Dabei zeigten die Pferde stets, so mager sie auch waren, einen unersättlichen Hunger, so daß der Bauer kaum noch wußte, womit er sie füttern sollte. Als einst die Zeit der Heuernte herangekommen war, hörte der treue Knecht, der im Stalle schlief, daß die Pferde in der Nacht vor Hunger stampften und scharrten. Er sprach zu ihnen: »Ich wollte Euch wohl gern etwas zu fressen geben, wenn ich nur etwas hätte.« Da erwiderte eins der Pferde, das älteste von allen im Stalle: »Wie geht das zu?« »Ja, ich weiß es nicht,« sprach der Knecht, »der Herr holt alle Tage so viel herunter, aber bei Euch hilft ja Alles nichts, Ihr werdet ja doch von Tage zu Tage magerer!« Da sprach das Pferd: »So will ich Dir etwas sagen, thue aber genau, was ich Dir sage. Wenn Du heute beim Heuen Durst bekommst, so bitte den Herrn um ein Glas Bier; er wird Dir zwar erwidern, er habe kein Geld; er möge doch die Schlüssel zu den leeren Kammern zusammenbinden, | ||
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