sagen:graessepreussenii1163
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| + | ====== Die Vogelsburg und das Dorf Vogelbeck ====== | ||
| + | S. Schambach u. Müller, Niedersächs. Sagen S. 9. | ||
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| + | Auf der Vogelsburg, einem bewaldeten Berge bei dem Dorfe Vogelbeck, soll vor alten Zeiten eine Burg gestanden haben, worin ein Fürst wohnte. Bisweilen wird ein Mann Namens Vogel als der Bewohner derselben genannt, gewöhnlich aber Heinrich der Vogelsteller, | ||
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| + | Der alte Kuhhirt Wessel aus Vogelbeck führte eines Tages seine Heerde am Fuße der Vogelsburg. Als es Mittag wurde, wollte er Ruhe halten und streckte sich der Länge nach auf den Boden hin; unter den Kopf legte er sich seinen dreieckigen Hut und seine Kühe hatten sich ringsum ihn herum gelagert. Als er so ein Weilchen gelegen hatte, kam ein kleines weißes Männchen von der Vogelsburg herab gerade auf ihn zu und legte etwas wie ein Blatt Papier neben ihn hin. Der Hirt erschrack, indem er sich aber aufrichtete, | ||
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| + | Einst gingen vier Musikanten von Ahlshausen über die Vogelsburg nach Einbeck, um daselbst zu musiziren. Als sie auf der Vogelsburg sind, macht einer von ihnen den Vorschlag, dem Kaiser Heinrich dem Vogelsteller zu Ehren ein Stück zu spielen. Sie thun dies, und als sie fertig sind, kommt mit einem Male eine weiße Jungfrau, hält ihnen einen Teller hin, worauf weiße Knochen liegen, und fordert Jeden auf, einen davon zu nehmen. Sie sind sehr bestürzt, so daß sie kein Wort sprechen, aber ein Jeder nimmt einen der Knochen, und weil sie die Knochen für werthlos halten, so lassen drei von ihnen ihren Knochen still am Leibe herunterfallen, | ||
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| + | Auf der Vogelsburg hören spät am Abend mehrere Männer aus Vogelbeck etwas auf einem Baume wie ein Kind schreien, doch sehen sie nichts. Die Stimme war erst fein, wurde dann aber immer stärker. So oft sie darauf zu gingen, wich es jedesmal vor ihnen zurück und das Geschrei ließ sich dann von einem andern Baume her hören. Es gelang ihnen die Stelle, wo es saß, zu umschließen, | ||
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