sagen:graessepreussenii1148
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| + | ====== Der Bessoische Meerpfuhl ====== | ||
| + | S. Letzner, Dasselsche Chronik. Erfurt 1596. V. 13. VIII. 9. | ||
| + | Darnach Harrys Th. I. S. 28 | ||
| + | u. Bechstein, Deutsches Sagenbuch S. 261. | ||
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| + | Die alten Bauern in Dassel erzählen von einem in der Nähe gelegenen unergründlichen Meerpfuhle, welcher der Bessoische genannt wird, daß der leibhaftige Teufel darin wohne. Ein achtzigjähriger Mann berichtete darüber, es hätte einstmals ein Bauer von Leuthorst an einem Sonnabend, länger als der Brauch gewesen und nachdem man schon zur Vesper geläutet, neben diesem Pfuhle gepflügt und nicht eher davon ablassen wollen, als bis der ganze Acker gepflügt sei. Er habe auch wohl nach gottloser Bauern Art mehr des Teufels Hilfe als Gottes Hilfe angerufen, und als die Pferde, matt und müde, nicht mehr fortgekonnt, | ||
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| + | Auch erzählen die Alten, wie sie das von ihren Voreltern gehört, daß der böse Feind von dem Kirchthurme zu Portenhagen eine Glocke, die man vor andern heilig und kräftig gehalten, in diesen unergründlichen Pfuhl soll geführt haben. Sie ist von lauterem Golde gewesen und der Teufel entwandte sie darum, daß sich die Menschen ihrer nicht mehr bedienen könnten. Einst erbot sich ein Taucher, sich ins Meer hinabzulassen und die versenkte Glocke mit Stricken zu fassen; alsbald sollten die Leute ziehen und also der Glocke wieder mächtig werden. Als er aber nach einer Weile wieder herauskam, berichtete er, unten in der Tiefe sei eine grüne Wiese gewesen, woselbst er die verlorene Glocke auf einem Tische stehend gesehen; ein böser schwarzer Hund habe dabei gelegen, sie zu bewachen. Auch hätte sich daneben ein Meerweib erschrecklich sehen und hören lassen und gesagt: es sei noch viel zu früh, die Glocke von dannen zu holen. | ||
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