sagen:graessepreussenii1146
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| + | ====== Die schöne Bertha vom Schweckhäuserberge ====== | ||
| + | S. Harrys Th. I. S. 8. | ||
| + | Anders bei Schambach u. Müller S. 102. | ||
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| + | Zwischen Waake, Landolfshausen und Mackenrode, unweit Göttingen, liegen nicht weit von einander drei Berge, welche die Schweckhäuser Berge genannt werden; einer davon ist unter dem Namen der lange Schweckhäuserberg bekannt. Auf diesem hat früher ein Schloß gestanden, von dem man allerdings jetzt nur noch wenige Steine sieht. Der letzte Herr von Schweckhausen aber hat eine Tochter gehabt, die um ihrer Schönheit willen blos die schöne Bertha genannt ward. Um diese Bertha hat sich einst auch der ruchlose Graf Isang von Seeburg beworben, aber vergebens. Nun ist aber des Grafen Mutter in den Zauberkünsten wohl bewandert gewesen und war überdies eine böse, garstige Frau. Also gedachte sie, die schöne Bertha in Jammer und Elend zu bringen, weil sie ihren Sohn verschmäht hatte. Sie nahm also ihren schwarzen Zauberstab und sagte zu Bertha: »Weil Du den Grafen Isang nicht zum Ehegemahl gewollt hast, so sollst Du auch nun und nimmermehr einen Andern zum Gemahl bekommen. Aber ich will Dich in einen Wald bannen auf einen gangbaren Weg, da sollst Du des Nachts wandern gehen und rufen: Hilf mir! hilf mir! bis Einer zu Dir sagt: So helfe dir der liebe Gott! Dann soll Deine Erlösung beginnen. Es muß aber erst noch ein Mann von seiner Frau sterben, die Frau muß sich einem zweiten Mann in die Ehe geben und einen Sohn zeugen. Der muß ein Pfarrer werden. Wenn der zum ersten Mal in einer Kirche predigt, alsdann bist Du erlöst, nicht eher. Der Weg im Walde, auf dem Du wanderst, soll der erste sein, der da geht von Ebergötzen nach Bösinghausen.« Nun ist Keiner gewesen, der von der schönen Bertha den Bann hat nehmen können, und sie hat wandern müssen bei Nacht, und bei Tag hat sie ausgeruht in einer Steinklippe am Walde. Sie hat eine Flasche Wein und ein Brod gehabt und jeden Morgen ist die Flasche voll angefüllt gewesen und ein frisches Brod hat auf ihrem Laubbette gelegen. Es ist aber bald hernach die Gräfin Hildegard zu Wagen des Weges gekommen und Bertha hat an der Steinklippe gerufen: »Hilf mir! hilf mir!« Darüber hat der Lenker die Spur verloren, ist auf die Steinklippe gerathen, von wo dann der Wagen sammt Menschen und Pferden mit einem furchtbaren Krachen hinabgestürzt und Alles zerschmettert worden ist. An diesem Steine kann man noch heutigen Tages folgende Schrift lesen: Hans Danne: Jakop Kannen 1603. 1504. Es stehen noch mehrere Buchstaben daran geschrieben, | ||
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| + | Dem Reiter ist das Alles sehr wunderbar vorgekommen, | ||
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