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sagen:graessepreussenii1134

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-====== Das Grab des Johannes Parricida ======+====== Geisterschlacht am Himmel ======
  
-    S. Neues Vaterl. Archiv Bd. V. S. 107 etc.+    S. Neues Vaterl. Archiv Bd. VI. S. 194.
  
-In öder Gegend an der Wissinger Heidezwischen alten Burgender der Grafen von Halte in Trümmernder Ledenburg und der Schellenburg im Osnabrückschen ward zu Anfange dieses Jahrhunderts zunächst der Ledenburg eine verschüttete Sägegrube geöffnet und auf deren Grunde ein menschliches Gerippe gefunden, welches die Arbeiter wieder bedecktenwohl wissenddaß Jahn von Oesterieke hier begraben sei. Von diesem Jahn von Oesterieke erzählen sie nunderselbe habe mit seinen Gesellen lange bei der Ledenburg gelegenvon wo er einst ausgezogen um mit dem Tagwerden die Schellenburg zu überfallenwo er bei der aufgezogenen Zugbrücke sich an den Ketten aufgeschwungen und den Gesellen zugerufen, ihm die Hacke zu reichenum sie abzuschlagen. Da habe sich in der Burg ein Fenster geöffnetdaraus der Herr mit Geschoß ihm zugerufen: »Teuf Du Hund ick will se die gieven« und geschossenJahn von Oesterieke sei in den Graben hinabgestürzt, eine Weibsperson aber, die er in seinem Gefolge gehabt, sei in lautes Wehklagen ausgebrochen und habe gerufen: »O Du Jahn, der Du so manchen Zug bestanden, mußt nun hier umkommen!« und die Gesellen haben ihn herausgezogen und zurückgetragen und zur Rache geschworen, den ersten umzubringen, der ihnen begegnen würde. Das sei zu seinem Unglück ein alter Holzsammler am Schladehauser Berg gewesen. Jahn von Oesterieke aber haben sie dann traurig an dieser Stelle begraben. +Im Jahre 1768 am 9. Juli des Morgens um 5 Uhr hat es sich zu Dannenberg begebendaß erstlich gesehen wardwie eine Armee bei Dömitz über die Elbe von Norden her setzte, und nachdem dieselbe sich in Schlachtordnung aufgestellt hatte, ist derselben eine andere Armee vom Harze herunterkommend entgegengezogen und hat auf die über die Elbe gekommene Armee getroffenund weil zwei Regimenter Infanterie zusammengestandenderen Montirung das eine rothe Röcke mit gelbem Unterfutterdas andere blaue Röcke mit orange Unterfutter gewesenauf welche die vom Harz kommende am Heftigsten aufgetroffen istso daß die Soldaten gliederweise erlegt wurdenwie wohl sich die beiden Regimenter wie Löwen gehalten, und nicht gewichensondern sich allemal wieder geschlossen gehabt, sie sind aber darauf von einem Regimente zu Pferde mit weißen Röcken und rothen Aufschlägenderen Pferde auch rothe Schabracken gehabtsecundirt wordenDarauf haben die andern Regimenter eins auf das andere von beiden Seiten heftig getroffenso daß eine große Menge Todte auf der Wahlstatt liegen gebliebenbis endlich der Sieg auf die aus Norden gekommene und über die Elbe gesetzte Armee gefallen, welche denn darauf den zurückgetriebenen Feind den Weg nach dem Harz verfolgt und in währender Nachsetzung sehr viele Todte gemacht hat. Nachdem diese Schlacht nun vorüber gewesen, ist mitten auf der Wahlstatt ein großer langer schwarzer Sarg zu stehen gekommen und nachdem solches nächst denen auf der Erde liegenden vielen Todten von vielen Leuten gesehen worden, die denn auch darüber von der dasigen Obrigkeit als dem Herrn Oberhauptmann Schemke gar genau sind abgehört wordenhat der Sarg einen Dampf und großen Knall von sich gegebendarauf ohngefähr des Morgens um 7 Uhr Alles verschwunden ist.
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-Es ist bekannt, daß im Jahre 1308 der Enkel des großen Habsburgers Johann von Oestreich, auch Johann von Schwaben genanntden Sohn desselben den Kaiser Albrecht mit den Worten erschlug: »Hier der Lohn des Unrechts«, weil er ihm sein Erbtheil vorenthalten hatteEr und seine Freunde verstoben in den Wäldern, die beiden Weiber aber Elisabeth und Agnes von Böhmen übten gräßliche Rache an den Kindern und Hörigen der Entflohenen. Rudolph von Palm ward von ihnen ergriffen und lag lebend drei Tage auf dem Rade. Während dieser Zeit kniete betend in Liebe und Ergebenheit sein Weib unter dem Hochgericht, bis er fest beharrend, daß Albrecht recht geschehen, starb und sie im Schmerz ihm folgte. Mit Walther von Eschenbach erlosch das edle Geschlecht des großen Sängers und mit Blut und Feuer deckten die erzürnten Königinnen das weite Land am Bodensee und vom Raube baute Agnes das Gotteshaus Königsfeld auf der Stellewo Albrecht erschlagen war, und blieb darin um Werke der Demuth zu üben und Almosen zu spenden. Als sie aber den alten Ritter Berchtold von Ostringen, der als Einsiedler in einer Felsenhöhle lebtezu sich einlud, antwortete dieser: »Es ist ein schlechter Gottesdienst aus dem Raube Klöster zu stiften, Gott hat Gefallen an Gütigkeit und Erbarmung.« Was aus Johann von Oestreich selbst geworden, darüber sind die Geschichtschreiber uneinig. Allein Thomas von Hasselbach erzählt, er habe oft zu Wien am Neuen Markte einen blinden Bettler gesehen, der sich für Johannes Sohn ausgegeben, den er mit einer Frauensperson erzeugt, die er in den Wäldern mit sich geführt. Es scheint nun, daß jener Johann von Schwaben und dieser Jahn von Oesterieke eine und dieselbe Person waren. So erklärt sich auch der Umstandwie es kommt, daß eine Bauerschaft Oesterrich in der Grafschaft Limburg in der Mark liegt und nach einem alten Lehnbuche des Stiftes Herdike Güter darin von diesem zu Lehne rührtenderen eins sogar einem gewissen Johann Smyt gegen Ende des 15. Jhdts. verliehen worden war.+
  
 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71//  //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71// 
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