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sagen:graessepreussenii1130

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-====== Das Petersstift zu Goslar ======+====== Der Teufelsthurm zu Goslar ======
  
-    S. Crusius, GeschvGoslarOsterode 1843 S. 32+    S. Crusius a.a.O. S. 100.
  
-Im Jahre 1045 ist das jetzt nicht mehr vorhandene Petersstift zu Goslar, welches im Osten der Stadt auf dem sogenannten Kalkberge lag, von Kaiser Heinrich III. und seiner Gemahlin Agnes gestiftet worden. Die Ursache dieser Stiftung war folgende. Der Kaiserin waren aus ihrem Gemache viele Juwelengoldene Ketten und Armbänder, auch anderes Silbergeschirr weggekommen, während doch nur der Haushofmeister außer ihr zu diesem Gemache einen Schlüssel hatteAuf ihn fiel daher der Verdacht der Entwendung dieser Kleinodien. Auf Verfügung der Kaiserin mußte er, indem er nichts bekannte, dafür mit dem Leben büßen. Als er nun aber bereits längst nicht mehr war, sah einst die Kaiserin aus dem Fenster und bemerkte auf einer Lindeunweit des Scherperthores, dem Kaiserhause gegenüber, ein Rabennest, aus welchem im Sonnenglanze ihr etwas entgegenstrahlteSie läßt den Baum ersteigen, um zu erfahren, was es sei, und siehe man fand in dem Neste alle der Kaiserin abhanden gekommenen Juwelen und Kleinodienwelche der Rabe aus dem offenen Fenster des Gemachs gestohlen hatte. Da gerieth Agnes wegen der Hinrichtung des unschuldigen Haushofmeisters in große Gewissensunruhe. Auf Anrathen ihrer geistlichen Räthe stiftete sie deshalb das Petersstift oder ließ zunächst in dem Felsen, welcher noch jetzt die Clus (Clause) heißt, eine Kapelle aushauen, in welcher täglich mehrere Meßpriester für ihre Seele Messe lesen mußten. Agnes begab sich später nach Italien und starb zu Rom 1077.+Im Jahre 1280 war Graf Siegfried von Blankenburg, als er den Goslar'schen Bürgern das Vieh von der Weide wegtreiben ließ, von denselben gefangen worden. Zur Strafe gab der damals schon mächtige Rath der Stadt dem Gefangenen aufeinen Thurm in Goslar's Ringmauer bauen zu lassenDies geschah und der neu erbaute Thurm erhielt den Namen des Weberthurms. Als aber dieser Thurm fertig war, verweigerte der Rath unter dem Vorgebender Thurm sei nicht bedeutend genug, dem Grafen die FreiheitDer Gefangene soll darauf erwidert haben: »So soll denn in des Teufels Namen noch ein anderer Thurm erbaut werden«worauf denn der zweite Thurm den Namen des Teufelsthurms erhielt.
  
 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71//  //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71// 
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