sagen:graessepreussenii113
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| + | ====== Die zwei Brüder ====== | ||
| + | S. Dielhelm S. 715. Geib S. 631 etc. | ||
| + | Gottschalk, Ritterburgen Deutschlands Bd. V. S. 195 etc. | ||
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| + | Unterhalb St. Goar liegt das Dorf Hirzenach und etwas weiterhin das schöne Kapuzinerkloster Bornhofen, wo sich ein wunderbares Marienbild befindet, nach welchem namentlich von kinderlosen Frauen viel gewallfahret wird, weil dieselben glauben durch die Fürbitte desselben ihren Wunsch, Kinder zu bekommen, erreichen zu können. Ueber dem Kloster auf zwei besondern, aber nahe bei einander liegenden Bergen sieht man die Trümmer der beiden verfallenen Schlösser Liebenstein und Sternenfels, | ||
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| + | Die spätere Sage, welche übrigens das Schloß Sternberg statt Sternenfels nennt, erzählt, es habe einst auf Liebenstein, | ||
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| + | Mittlerweile kam aber der unter dem Namen des h. Bernhard bekannte Abt von Clairvaux auch nach Deutschland, | ||
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| + | Mittlerweile waren zwei Jahre vergangen und von dem jüngern Bruder keine Nachrichten angelangt; da auf einmal brachten einige rheinische Ritter, welche von dem Kreuzzuge zurückkehrten, | ||
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| + | Letzterer hatte indeß bereits unterwegs vernommen, daß sein Vater die zweite Burg für ihn habe erbauen lassen; er begab sich demnach mit seiner Griechin unmittelbar dahin, indem er sich vielleicht der unfruchtbaren Hoffnung hingab, seine Braut werde, wie einst die Gräfin von Gleichen, seinen Besitz mit der Fremden theilen wollen. Allein er täuschte sich; der Bruder verschloß ihm Thor und Burg und die Braut Herz und Kammer. Dies verdroß aber den jüngern Bruder so, daß er nicht blos zwischen seiner Burg und der seines Bruders eine starke Scheidewand aufführen ließ, sondern auch demselben einen Fehdebrief schrieb. Derselbe ward auch ausgeführt; | ||
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| + | Während nun aber der ältere Bruder auf Liebenstein sein verfehltes Leben einsam betrauerte, ging es auf Sternberg gar hoch her, denn die Griechin liebte Prunk und Festlichkeiten über Alles, und so geschah es, daß sich bald auch Gäste dort einfanden, welche nicht blos des Ritters wegen kamen, sondern sich auch um die Gunst der Hausfrau bewarben. Nicht lange dauerte es, so fand sich auch ein treuloser Gastfreund, der die Frau seines Freundes zur Sünde verführte; allein der Verräther schlief nicht lange, der ältere Bruder auf Liebenstein bekam Kunde davon und theilte, was er erfahren, dem betrogenen Gatten mit. Voll grenzenloser Wuth stürmte der Unglückliche mit entblößtem Schwerte in das Gemach seines ehrvergessenen Weibes, um an ihr und dem Buhlen, der täglich auf dem Schlosse war, blutige Rache zu nehmen; jedoch beide waren, durch Vertraute ihrer Sünden schon gewarnt, mit einander in ein fremdes Land entflohen. | ||
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| + | Nun eilte der arme betrogene Ritter nach Liebenstein, | ||
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