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sagen:graessepreussenii1128

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-====== Der wilde Hamelnsche Peter ======+====== Das Kreuz bei Ebstorf ======
  
-    S. Blumenbach, Beitr. z. Naturgesch. Th. II. S. 13 etc. [mit Abbild.]  +    S. Neues Vaterl. Archiv Bd. VII. S. 274 etc
-    Mus. d. Wundervollen Bd. I. S. 42. VIII. S. 162 etc. [mit Abbild.]  +
-    Neues vaterl. Archiv Bd. VII. S. 282 etc.+
  
-Am 27. Juli 1724 fand ein Bürger aus der Stadt HamelnJürgen Meyereinen etwa 13 Jahre alten Knaben ganz nackend auf dem Feldeetwas am Halse hängenddas dem Ueberbleibsel eines Hemdes glichDer erstaunte Bürger fragte ihn wer er sei und warum er sich hier nackend befindeder Knabe konnte aber nicht antwortensondern fiel auf die Erde und küßte sie und machte solche seltsame Mienen und Stellungen, daß man ihn für wahnwitzig hielt. Es fand sich indeß bald, daß er kein Betrüger warsondern wahrscheinlich einst seinen Eltern entlaufen und in den Wäldern sich aufhaltend nach und nach zum Thiere geworden warSMajder König Georg Inahm sich seiner an und im Jahre 1726 ward er auf Befehl der Königin Karoline nach England gebracht und dort einem Arzte übergeben, der obwohl er keinen Fehler an seinen Sprachorganen entdecken konntedoch nicht im Stande warihm die Sprache wiederzugeben. Er ward später einem Pächter zur Erziehung und Unterhalt gegebenwo er am 22Februar 1785 im 72Jahre gestorben ist.+Noch zu Anfange dieses Jahrhunderts stand an der Grenze des Amtes Ebstorf vor der sogenannten Raubkammereiner großen herrschaftlichen Waldungein hohes Kreuzwelches früher von Zeit zu Zeit von Seiten dieses Amtes erneuertendlich in Trümmer zerfiel, über dessen Entstehung theils Schrift, theils Sage folgende Nachrichten festgehalten haben. 
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 +Zu Bleckede lebte ein Hauptmann Moritz von Zarenhusen, der wahrscheinlich daselbst Beamter war. Dieser wurde im Jahre 1569 vom Herzog Wilhelm dem Jüngern mit vier Höfen belehnt und ihm erlaubt, hier eine Wohnung mit Adelsfreiheit zu erbauen. 
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 +Ob dieser Adlige nun wohl noch durch verschiedene andere Schenkungen von dem Herzoge von Braunschweig begnadigt ward, so lebte er doch noch vom Sattel und Stegreifhielt mit dem Besitzer von Stubeckshorn zusammen und machte die Gegend unsicher. Die Ausübung dieses bösen Gewerbes gereichte ihm aber zum Verderben. 
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 +Einst hielt ein Tabuletkrämer aus Uelzender mit einem mit einer Plane bedeckten Karren umherzog, bei ihm an und bot ihm seine Waaren feil. Zarenhusen handelte wenig, kaufte viel und bezahlte Alles baar. Dem Krämer fiel indeß das überaus freundliche und gefügige Wesen des Käufers auf, er hatte einen geheimen Befehl an einen Knecht und darauf ein eiliges Hin- und Herlaufen auf dem Hofe wahrgenommen; auch war ihm nicht entgangen, daß Zarenhusen auf die Bemerkung seiner Frau, daß die Waaren zu theuer wärenihr zugeflüstert hatte: »Wi wilt et wol wedder kriegen.« Voller Besorgnisse kehrte er zu seinem Karren zurück und theilte seinem Knecht seine Verlegenheit mit. Dieser überzeugte seinen Herrn bald, daß dem längst in übler Nachrede stehenden Ritter nicht zu trauen sei und Beide waren auf ihre Vertheidigung bedacht. Unter den geladenen Waaren befand sich ein Paßrohr, Pulver und KugelnGeschwind wollten sie dies Gewehr unterwegs in Stand setzen, fanden aber kein Kugelpflaster, ohne welches sie die Kugel nicht herunterbringen konntenDer Knecht, ein gewandter Bursche, versuchte nun, von einem Stücke Speck eine ganz dünne Scheibe zu schneiden und solche als Kugelpflaster zu gebrauchenDies gelang, das Rohr war geladenDer Herr fuhr, der Knecht mußte, auf dem Wagen liegend, den Weg beobachten. Dieser sah, als sie vor der Raubkammer angekommen waren, in großer Entfernung Staub aufsteigen und benachrichtigte seinen Herrn. Bald darauf kam auch Zarenhusen mit einem bewaffneten Knecht angesprengt. Nach einer zuvor genommenen Abrede ließ der Knecht des Krämers den Ritter so nahe als möglich an den Wagen kommen und schoß ihn vom Pferde herunter. Der Knecht des Moritz von Zarenhusen, welcher seinen Herrn auf diesem Ritt begleitetesollwie jener sofort todt zur Erde fielnachdem er ausgerufen: »Zarenhusen! Zarenhusen! hebbe ick et nich lange sagt, dat et so kommen wolle«, eiligst davon gejagt seinEine abweichende Tradition versichert, Moritz von Zarenhusen sei mit einer Speckschwarte erschossen wordenAn der Stelle aber, wo Zarenhusen fiel, wurde das oben erwähnte Kreuz errichtet, der Ort aber bekam von ihm den Namen: »das hohe Kreuz.«
  
 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71//  //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71// 
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