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sagen:graessepreussenii1121

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-====== Hexen zu Hitzacker ======+====== Zwerge bei Hitzacker ======
  
-    S. Neues VaterlArchiv BdII[Lüneb1822] S. 66.+    S. ebdS. 67  
 +    n.b. Harrys,. NiedersächsSagen ThI. S. 20.
  
-Im Jahre 1610 sind etliche Personen in Hitzacker und der Umgegend der Hexerei und Zauberei beschuldigt wordenwelche dann auf viele Andere mehr bekanntenalso daß auf zehn Personen eingezogen und zum Feuer verurtheilt worden sindDie Pfähleworan sie verbrannt wurdenwaren im Jahre 1670 noch auf dem Galgenberge zwischen Marwedel und Lerau zu sehen.((Hexenprozesse im Hannöverischen werden erzählt aus Verden im NVaterlArchiv Bd. VI. S. 291aus Ohsen im VIJahrg. d. BraunschwLüneburg. Churlande St. I. S. 105. St. III. S. 544aus Buxtehude ebd. VIII. Jahrg. St. I. S. 142 u. von RühlingAuszüge eines im Fürstenthum Calenberg in der Mitte d17. Jhdts. geführten Hexenprozesses. Gött. 1786 in 8.))+In alten Zeiten haben sich in den Bergen und insonderheit in dem Schloßberge bei Hitzacker kleine unterirdische Leute als Zwerge aufgehalten, welche sich zwar selten sehen ließen, doch aber gegen die Inwohner dieses Ortes sich sehr gutthätig bewiesen und ihnen mit ihrem Hausgeräthe bei Hochzeiten und andern dergleichen Festivitäten zur Hand gingen. Wenn die Bürger brauen wolltenliehen sie ihnen auf ihr Begehren eine Braupfanneso daß sie in diesen Fällen nur ein Kind oder einen Dienstboten nach dem Berge zu schicken brauchten, welche den Unsichtbaren im Namen dessen, der diese Gefälligkeit in Anspruch nahm, einen Gruß vermeldeten mit der Bitte, die gedachte Pfanne oder anderes dergleichen Hausgeräthe auf einige Tage leihen zu wollen. Hierauf ging der Bote nach Hause und am folgenden Morgen oder kurz nachdem der Bote wieder zu Hause angekommen war, fand man die Pfanne oder das gewünschte Hausgeräthe am Berge stehenHat man nun solches nicht mehr gebrauchtso mußte man es wieder an die vorige Stelle bringenauch eine Kanne frisches Bier und ein frisches Brod dazu stellen, und daneben ein Danksagungsschreiben im Namen des Hauswirths und der Wirthin, worauf dann das Geräth nebst dem Briefe und der Gegengabe von den Zwergen, aber allemal so, daß es kein Mensch bemerkte, wieder in Empfang genommen ward. Einstmals ist aber ein Handwerksbursche vorbeigekommen, der, weil er die Pfanne nebst der Kanne Bier und dem Brode allda vorfand und vor Hunger und Durst ganz ermattet war, diese Victualien verzehrte und sich damit erquickte, aber die Unverschämtheit hatte, die Pfanne mit seinem Koth zu besudelnDarum hat man seitdem die Pfanne auf Wunsch nicht mehr wie vormals vorgefunden, sondern bemerkt, daß den Bürgern vielmehr Schaden zugefügt, auch von den Unterirdischen das Bier in den Kellern ausgetrunken wardEndlich ist ein kleines Männlein zu dem Fährmann gekommen und hat von ihm begehrt, er solle am folgenden Tage zu einer bestimmten Zeit und Stunde mit der Fähre sich am gedachten Berge einfinden und für genugsame Bezahlung etliche Personen überfahrenAls nun der Fährmann dies verabredeter Maßen gethan und sich zur bestimmten Zeit eingefundenist eine unzählige Menge kleiner Leute in die Fähre gestiegen, so daß der Fährmann nichts als Köpfe gesehen, und hat er von dem vorgedachten Männlein den Befehl erhalten, abzufahren und seine Passagiere auf das jenseitige Ufer überzusetzenNachdem er solches etliche Male wiederholt hatte, ist ihm von dem gedachten Männlein eine reichliche Belohnung an Geld gegeben worden, man hat aber seitdem nicht das Geringste mehr von den unterirdischen Einwohnern und Zwergen wahrgenommen. 
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 +Sonst haben sie auch den ungetauften Kindern sehr nachgetrachtet und dieselben öfters vertauschtwie denn der Verfasser der handschriftlich erhaltenen Chronik von Hitzacker manche Personen gekannt hat, welche dergleichen ausgetauschte Kinder gewesen sein sollenSo erzählte man von dem damaligen Bürgermeister Johann Schulze, daß, als seine Mutter mit ihm in den Wochen gelegen, in der Nacht ein ganzer Trupp solcher kleinen Leute in das Haus kam, sich um den Feuerherd setzte und Feuer anzündete, an welchem sie ein kleines Kind wärmten, welches sie umzutauschen gedachtenAls nun die Mutter hierüber aufwachte und eben das Kraut Orant in der Wiege hatte, konnten sie das Kind nicht mit fortbringen, sondern ließen es fallen, wovon es zeitlebens ein Zeichen an der einen Augenbraue behalten hat.
  
 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71//  //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71// 
sagen/graessepreussenii1121.1742474529.txt.gz · Zuletzt geändert: von ewusch