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sagen:graessepreussenii1119

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-====== Die Dransfelder Hasenjagd ======+====== Die alten Steine am Brackenberge ======
  
-    S. Vaterl. Archiv Bd. III. S. 305 etc.+    Nach dNeuen Vaterl. Archiv Bd. XX. S. 270 etc. [m. Abbildung.]
  
-Spottweise führten sonst die Dransfelder den Namen »Hasenmelker« sowie die Göttinger den der »Eselsfresser«Hierüber giebt es folgende SageAls der Herzog Wilhelm (nach andern Erich 1380?) zur Regierung kam, forderte er von den Göttingern die Zollgerechtigkeit zurück. Diese aber antwortetensie wollten ihm lieber den Galgen abtreten, der vor ihrer Stadt stehe. Der Herzog nahm den Spott für Wahrheit und um sich von der Absicht der Göttinger zu vergewissernstiftete er es so an, daß einer von seinen Leuten sich nach Göttingen einschleichen und sich über einen Diebstahl ertappen lassen mußteindem er es probiren wollte, ob die Göttinger den Dieb wohl an den Galgen hängen würden, den sie ihm statt des Zolles übergeben hattenAllein diese kümmerten sich nicht darum, sondern verurtheilten ihn zum Aufhängen; da zog der Herzog von Münden mit seinen Leuten herabum seinen Diener zu befreien. Die Göttinger aber waren gut gerüstet und empfingen ihn so wohldaß er flüchten mußte. Zum Andenken an diese seine Niederlage errichteten sie bei dem Dorfe Warmsen ein mit einem Kreise umgebenes radförmiges Kreuz, welches noch steht. Er eilte nun nach Dransfeld zudie Göttinger immer hinter ihm drein, dort aber eilten die Bürger ihm zu Hilfe und schlugen die Göttinger zurückso daß sich der Herzog wieder nach Münden zurückziehen konntewährend dieser Zeit aber ward sein armer Diener gehenktZum Andenken an diesen Sieg der Dransfelder steht aber heute noch ein Stein vor dem Oberthore der Stadt, auf welchem drei Kreuze eingehauen sind. Aus Dankbarkeit schenkte nun der Herzog den Dransfeldern Stadtgerechtigkeitden Zoll zu Göttingen und freie Jagd auf ihrem Gebiete. Die Dransfelder wollten nun aber ihre Privilegien auch ausüben und stellten eine große Hasenjagd auf dem hohen Hagen anMit Weibern und Kindern zogen sie in großer Prozession hinaus und suchten nach Hasen. Der Müller aus der PilzmühleTönnies Blies, fand endlich einen Esel, der im Walde weideteWeil derselbe aber große Ohren hatte und er gehört hattedaß die Hasen lange Ohren hättenso hielt er ihn für einen mächtigen Hasen und rief seine Mitbürger herbei. Auch diese erkannten einstimmig den Esel für einen Hasen, hielten ihn fest und berathschlagten sich, wie sie ihn schlachten und zubereiten könnten. Während dem aber wurden sie von den Göttingern überfallen, es entstand eine furchtbare Prügelei, in welcher die Dransfelder unterlagenund Tönnies Blies, der den Hasenden er gefangennicht los lassen wollte und deshalb von einem Göttinger zu Boden geschlagen wurderief mit jämmerlicher Stimme um Hilfe und bat seine Mitbürgersie sollten ihm einen Tropfen Hasenmilch zur Stärkung geben. Es eilte nun einer herbeimelkte den Esel und reichte ihm die Milch, von der er sofort wieder gesundete. Die Göttinger zogen nun mit dem Esel von dannen, da sie aber auch denselben für einen Hasen ansahen, so stellten sie ein großes Fest an, für welches sie ihn schlachteten und verzehrten. Von dieser Zeit an nennen die Göttinger das Dransfeldische Bier Hasenmelk und die Dransfelder dagegen die Göttinger Eselsfreter.+Der erste dieser Steine hieß der Spangenbergs-Stein und stand bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts in der Nähe von Meensen zwischen dem Rustholze und dem gleich zu nennenden Oppermanns-SteineEr soll in Folge folgender Begebenheit errichtet worden seinEs hat einmal ein Herzog von Braunschweig eine Aufforderung an die Ritterschaft seines Landes ergehen lassenwelcher sich der freie Sinn des damaligen Inhabers des Brackenbergseines Ritters von Spangenbergnicht gutwillig fügen wollte. Zuerst gab sich der Herzog alle mögliche Mühedenselben in Güte zur Folgeleistung zu bewegen, wurde aber stets mit schnöden Worten abgewiesen und sah sich deswegen endlich genöthigt, seine Zuflucht zur Gewalt zu nehmen. Er zog mit bedeutender Macht gegen den Brackenbergbelagerte ihn und stürmtejedoch ohne Erfolg, vielmehr sah er sich mehrere Male zum Rückzuge genöthigtweshalb er denn am Ende, um solchem Schimpfe nicht mehr preisgegeben zu sein, mit Verrätherei den Ritter unschädlich zu machen beschloßUnter dem Vorwande von Unterhandlungen lockte er den tapfern Gegner auf den Platz, wo der Stein später errichtet ward, und ließ ihn daselbst ermorden, um aber alle Schuld von sich abzuwälzen, ward später jener Denkstein hier auf seinen eigenen Befehl errichtetDer Stein trug folgende Inschrift: 
 + 
 +A.V.\\ 
 +Nestoreos ea Parca mihi concesserat annos\\ 
 +Jmpia latronis sed negat hosce manus.\\ 
 +Parcite sed lacrimis qui me defletis ademtum\\ 
 +Ultor erit den(ique?) ......\\ 
 + 
 +Der zweite Stein ist der sogenannte Oppermannssteinebenfalls in der Nähe von Meensen. Er hat seinen Namen von einem gewissen Jost Oppermann, der mit seinem Knechte auf der Reise an diesem Orte vorbei kamLetzterer machte ihm etwas nicht nach seinem Kopfedarüber ward jener sehr bösemißhandelte ihn und brachte ihn dadurch so in Wuthdaß er seinen Herrn an der Stellewo der Stein stehtniederschoß. Dies geschah am 8. Octbr. 1645. 
 + 
 +Außerdem stehen noch unmittelbar bei Meensenam Wege nach dem Brackenbergezwei Steine mit Kreuzen auf beiden Seiten behauen, zur Erinnerungdaß sich an dieser Stelle vor vielen Jahren zwei Bauerjungen gegenseitig erschlagen haben.
  
 //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71//  //Quelle: [[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 2, Glogau 1868/71// 
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